Mehmed VI. Vahdettin, letzter Herrscher des Osmanischen Reiches

Türkische Zeitbombe

Das osmanische Reich ist in den Köpfen mancher Türken längst kein abgeschlossenes Kapitel. Im Gegenteil, die Tatsache, dass südlich der Landesgrenze dank des Dauerkriegs zwischen Diktatoren, Extremisten und fremdländischer Militärinterventionen Chaos und Verwüstung herrschen, wird nicht nur als Gefahr, sondern auch Gelegenheit territorialer Phantasien gesehen und ist nicht das erste

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Salah Abdeslam

Ausnahme-Notstand

Der Bart (De Wever) ist ab: Nur ein Tag, nachdem die Écolo-Vizepräsidentin Zakia Khattabi zurecht die Frage nach den Hintergründen des militärischen Affentheaters gestellt hatte, ließen die Nationalisten der N-VA ihren üblich-dümmlichen Ergüssen freien Lauf: „Zwanzig Jahre Nachlässigkeit der PS und des Islamo-Sozialismus haben uns dorthin gesteuert, wo wir nun mit Brüssel

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Soldat im Brüsseler Stadtbild

Brüsseler Terrorspitzen

Es ist Montag früh in Brüssel, die Stadt ist voller Militär und Polizei. Eine Beamtin tritt aus einem Regierungsgebäude im Stadtzentrum und wird gefilmt. Da die beiden Kameramänner alles andere als professionell oder auch nur glaubwürdig wirken, stellt sie die Frage, für wen sie arbeiten. Die mutmaßlich nicht echten Journalisten

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Filmplakat von „Achtung! Der Feind hört mit!“ (1940)

Nimmersatte Netzwanze

Spionage, Verfassungsschutz und Polizeiarbeit werden immer dann gefährlich, wenn sie sich anlassfrei und unter Vorgabe verschwommen gerechtfertigter höherer Ziele gegen den Bürger richten. Doch scheinen besagte Kräfte noch weiter gefasste Machtphantasien zu pflegen, nämlich den Aberwitz, das Internet vollständig beherrschen zu wollen. Dabei spielt die schleichende Zerstörung ehemals dezentraler Strukturen

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Pi-hole (Bildschirmfoto)

Pressefeind Werbemuffel

Der Skandal ist hausgemacht – wenn inhaltsarme Medien kaum mehr etwas verkaufen, dann ist immer die Zielgruppe schuldig, niemals aber die konsequent abwesende Qualität leidenschafts- und kenntnislos verfasster Beiträge. Als ob die Flut von Firmen-PR, Verlautbarungen von Interessengruppen und die ewig gleichen Statements aus der Politik nicht schon anstrengend genug

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Mario Biondi in Brüssel

Eine Handvoll Soul

Seine Stimme ist eine Mischung aus Barry White und Isaac Hayes und sein Erscheinungsbild orientiert sich an Letzterem. Der Sizilianer reitet seit Jahren auf einer vor allem regionalen Erfolgswelle, die nach und nach nun auch in nicht-italienische Ohren überschwappt. Am 10. Juni kam Mario Biondi auf einen Abstecher ins Ancienne Belgique.

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Ausfahrt Damaskus?

Wodka im arabischen Winter

Zahllose Nächte müssen US-Neokonservative vom Nahostfinale einer billigen Rohstoffkolonie südlich der Türkei geträumt haben und fabulierten von Domino-Theorien in diesem Sinne, Putin hingegen sieht in Syrien nur mehr klar mit Wodka. Und tatsächlich sei der Expertenmeute mit militärischem Beißreflex eine Wodkakur anempfohlen, denn nüchtern führten sie uns doch nur nach Absurdistan.

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Utopia (Channel Four)

Wo ist Jessica Hyde?

Gäbe es nichts außer Fernsehen als Tor zur Welt, wäre der Kulturverlust aufgrund jener geistesstarren Unsympathen, die sich der Dummheitspflege widmen, beträchtlich. Und obgleich sich mittlerweile Konkurrenten allerorten finden, tritt das Medium seit Jahrzehnten nur immer primitiver auf. Wenn dann wider Erwarten ein Juwel namens „Utopia“ auf den Bildschirmen erscheint, dann wirkt

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Kartenvergleich Apple/Google

Abschied ist ein kleiner Tod

Zwischen Apple und Google herrscht Eiszeit. Die Wahl der Suchmaschinen in Safari wurde über Google hinaus erweitert, Googles Kartendienst durch einen halbfertigen eigenen ersetzt und Patentklagen zwischen der Android- und iOS-Welt sorgen für Goldgräberstimmung unter den beteiligten Kanzleien. Aber all das scheint nur Makulatur einer letztlich doch nicht vollziehbaren Trennung

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„The Daily“ gescheitert

Überflüssig wie ein Kropf

„The Daily“ war der ansonsten recht konsumfreudigen Zielgruppe der iPad-Besitzer so lieb wie Leibweh. 22 Monate lang veröffentlichte Murdochs Digitalelite im kleinen Kundenkreis von angeblich 100.000 Lesern, während zehn Prozent für alle frei zugänglich waren aber auch keinen interessierten. Umso besser daher, dass der Bildschirmkäse im virtuellen Abfalleimer landete. Wir brauchen

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Business Insider

Elfmal ungewöhnlich

Das US-Magazin Business Insider machte sich vergangene Woche mal wieder Gedanken darüber, weshalb Apple so erfolgreich ist und fand dafür genau elf Gründe. Partnerschaft mit dem Feind Laut Business Insider wäre eine Partnerschaft zwischen Coca Cola und Pepsi nicht weniger unwahrscheinlich als eine zwischen Apple und Microsoft. Dennoch gibt es

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Abschied der alten NeXT-Garde

Who comes NeXT?

Mit Bertrand Serlet verliert Apple nach Avadis „Avie“ Tevanian, Jean-Marie Hullot und Jon Rubinstein einen weiteren Pionier aus alten NeXT-Tagen. Der Kreis der langjährigen Mitstreiter von Steve Jobs wird immer kleiner. Ein Generationswechsel deutet sich an. Sie sind allesamt millionenschwer, hatten große Erfolge zu verbuchen und verlassen nun nach und

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Zauberkaninchen

Keine Kaninchen ohne Ende

In einem Artikel der britischen Zeitung „The Independent“ stellt Autor Ian Burrell die gewagte These auf, dass Apple die Loyalität seiner Anwenderschaft allmählich aber sicher überreize. Das schlimme daran ist, seine Argumente klingen schlüssig. Burrells lesenswerter Beitrag holt recht weit aus und ist zudem reich an Zitaten. Apple wäre laut dem Finanzmagazin

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Messaging-Dienst Kik

Der gewisse Kik

Fast hätte man glauben können, es gäbe genug Software- und Protokollvarianten, um kurze Texte miteinander auszutauschen, doch sind SMS, Chat-Dienste aller Couleur, Twitter, Facebook und die guten alten E-Mails wohl immer noch zu eingeschränkt, um dem steten Drang nach totaler Kommunikation gerecht zu werden. Was eine Handvoll Kanadier mit Kik erreicht haben,

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Mehr, mehr, mehr!

Was kann OS X alles zuviel?

Die Frage klingt ketzerisch. Aber nach jahrzehntelanger Aufrüstung sollte es vielleicht auch mal eine Schlankheitskur für Betriebssysteme geben, andernfalls bleibt der unmittelbar zu spürende Fortschritt stets zurück. Betriebssystemen geht es manchmal nicht anders als ihren Besitzern – sie gewinnen über die Jahre an Gewicht, gewöhnen sich daran und provozieren damit

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Mikroskopische Aufnahme eines Käferkopfes

Kleine Bugs, die niemand behebt

Es gibt immer wieder kleine Fehler, die Apple einfach nicht behebt, beispielsweise weil der Hersteller jedes neue Hardware-Produkt schon nach kurzer Zeit als obsolet ansieht, Firmware nicht mehr aktualisiert oder manche Bugs einfach nicht als solche anerkennt. Wer im Frühjahr 2008 einen neuen Mac Pro mit einem Pioneer DVR-112 als

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Getrenntes iTunes-Europa

Getrenntes iTunes-Europa?

Europa ist vereinigt, zumindest Teile davon. Es gibt gemeinsame Regeln, ein europäisches Parlament, einen europäischen Gerichtshof und eine einheitliche Währung. Im iTunes Store gibt es diese Einigung aber nicht, hier kocht man noch bevorzugt regionale Süppchen. Aktualisierungen Wer mit seinem iPhone in Deutschland bestimmte Apps gekauft hat und in ein

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Goldgrube iTunes

Bon Jovi über iTunes

Wer hätte gedacht, dass das Erinnerungsvermögen Jon Bon Jovis derart kurz zurückreicht. Der Sänger behauptete am Sonntag im britischen „The Sunday Times Magazine“ doch glatt, dass Steve Jobs persönlich die Musikindustrie umgebracht hätte. In einem Gespräch mit der zum Murdoch-Konzern gehörenden Zeitungsbeilage „The Sunday Times Magazine“ (Abonnement erforderlich) bezichtigte der

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Call Me Redmond

Ende ohne Anfang

Sinnbildlich für einen Hersteller, der heute vergisst, was er gestern wollte, steht das von Microsoft beschlossene Ende des MP3 Players Zune. Abermals reagiert Redmond damit auf den neuerlichen Erfolg eines Apple-Produktes, bevor man überhaupt dazu kam, den Erfolg des vorigen nachzuvollziehen. Es war gut gemeint, als Microsoft seinen ersten Zune

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Wer war Joe Van Holsbeeck?

Wer war Joe Van Holsbeeck?

Besucher und Bewohner von Europas Hauptstadt Brüssel werden sich schon bald fragen, wer wohl jener Joe Van Holsbeeck gewesen sein mag, nach dem eine kleine Straße im Stadtteil Haren (nahe des NATO-Hauptquartiers) benannt werden soll. Ein Schriftsteller, Politiker oder Komponist? Nein, ein iPod-Mordopfer. Da er erst 17 Jahre alt war,

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Eric Schmidt

Hilfe von außen, Teil 2

Apple ist nicht dafür bekannt, Laurence J. Peters Prinzip zu favorisieren, das besagt: „In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.“ Aus diesem Grund verlassen wir Apple und sehen uns außerhalb nach Jobs-Nachfolgern um. Der zweite Teil widmet sich Eric Schmidt, ein Altersgenosse von

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Think Different Campaign (1998)

Erfolg und Verantwortung

Nachdem sich Apple jahrelang mit einer Minderheitenrolle zufriedengeben musste, ist der Hersteller mittlerweile gleich in mehreren Marktsegmenten führend. Steht Cupertino aber die über die Jahre konsequent gepflegte Rolle des Rebellen nun im Weg und stiehlt sich das Unternehmen aus der Verantwortung? Telefoniert und mobil gesurft wird per iPhone, Musik gehört

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