„Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand’“, heißt es in einer volkstümlichen Weisheit. Israels Hasbara hinkt seit geraumer Zeit und das internationale Ansahen des zionistischen Kolonialstaates ist schlecht. Da Bibis Regime seine menschenverachtende Politik freiwillig niemals ändern würde, müssen nun offenkundig andere Saiten aufgezogen werden.
Als die Öffentlichkeit vor drei Wochen erfuhr, dass Joshua Zarka, der Botschafter Israels in Frankreich, sich wohlwollend gegenüber der rechtsextremen Le-Pen-Partei RN äußerte und feststellte, dass er „lieber jeden anderen als Jean-Luc Mélenchon“ (Vorsitzender der linken Partei „La France insoumise“, LFI) im Élysée-Palast sähe, wurde wiederum deutlich, wie gering die Schnittmenge des heutigen Judenstaates mit den Opfern der monströsen Judenverfolgung Deutschlands noch ist, so es überhaupt jemals eine gab. Die von Jean-Marie Le Pen gegründete Partei hat es auf dem Weg zur angestrebten gesellschaftlichen Anerkennung längst von einer politischen Heimat für Altnazis zu einem bedingungslosen Unterstützer Israels geschafft. Und wer Israel unterstützt, der kann, darf nunmal nicht mehr als Nazi bezeichnet werden, so primitiv auch die Logik der deutschen Staatsräson.
Er ist ein im Amt befindlicher Diplomat. Er ist verpflichtet, in dem Land, in dem er tätig ist, Neutralität zu wahren. Er soll also den Mund halten
Der LFI-Abgeordnete Arnaud Le Gall über die Äußerungen des israelischen Botschafters in Frankreich Joshua Zarka
Der per internationalem Haftbefehl aufgrund des Kriegsverbrechens des Aushungerns als Methode der Kriegsführung sowie für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form von Mord, Verfolgung und anderen unmenschlichen Taten gesuchte Binjamin Netanjahu verfügt längst über einen reichen Maßnahmenkatalog, sich der Gefügigkeit anderer Regierungen zu versichern. Traditionell gehört Propaganda zu jenen durch den Zweck geheiligten Mitteln. Mitte Juni wurde seitens der französischen Agentur Viginum bekannt, dass das israelische Technologieunternehmen BlackCore in diesem Jahr viermal über Proxy-Konten in sozialen Medien den First Minister John Swinney der Scottish National Party sowie die schottische Regierung ins Visier genommen habe.
Diese Vorgehensweise beschränkte sich nicht auf die Kommunalwahlen in Frankreich. Sie scheint auch zur Durchführung ausländischer digitaler Einmischungsoperationen in anderen Ländern oder Regionen genutzt worden zu sein, wie beispielsweise in Angola, Togo, bei den Wahlen in Schottland und bei den Kommunalwahlen 2025 in New York.
Marc-Antoine Brillant, Leiter des Bereichs „Digitale Einmischung“ bei Viginum über Israels Methoden
Man wisse nicht, wer der konkrete Auftraggeber wäre, nur ist dies angesichts des ruinierten Rufes des Pariastaates nicht allzu schwer vorstellbar. Die israelische Regierung erklärte, sie warte zunächst auf den französischen Bericht, bevor sie über die Einleitung eigener Ermittlungen entscheide, und wies jegliches Interesse an einer Einmischung in die Wahlen anderer Länder zurück, was nicht zuletzt aufgrund des Falls Pollard alles andere als glaubwürdig ist. Die gewonnenen Erkenntnisse wiegen schwer, BlackCore wäre an der „koordinierten Veröffentlichung“ und Mobilisierung von mindestens 256 Konten auf der Social-Media-Plattform X beteiligt gewesen, sodass die Verbreitung von etwa 1.400 Kommentaren ermöglicht wurde. Die Maßnahmen konzentrierten sich dabei auf den Account Swinneys mit 652 Kommentaren, gefolgt von jenem der SNP mit 338 Kommentaren und schließlich dem Account der schottischen Regierung mit 112 Kommentaren.
Es ist klar, dass orchestrierte Desinformationskampagnen und ausländische Einmischung in Wahlen Themen sind, die ernst genommen werden müssen. Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um der Gefahr ausländischer politischer Einmischung im Internet entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass unsere demokratischen Prozesse nicht auf diese Weise untergraben werden.
First Minister John Swinney zum Angriff von BlackCore
Wie schon im Falle der abschätzigen Bemerkung des israelischen Botschafters in Frankreich über „La France insoumise“ (LFI) war der Auslöser derselbe. Swinney und seine Ministerkollegen hatten die Methoden der israelischen Regierung im Gasastreifen und im Westjordanland lautstark kritisiert und eine Reihe sanktionsähnlicher Maßnahmen gegen Israel verhängt. So wurden die staatlichen Zuschüsse für Rüstungsunternehmen, die die israelischen Streitkräfte beliefern, einbehalten und die Unterstützung für Exporte nach Israel eingefroren. BlackCore, das sich selbst als „ein führendes Unternehmen in den Bereichen Einflussnahme, Cybersicherheit und Technologie, das speziell für die moderne Ära der Informationskriegsführung konzipiert wurde“ sieht, hat seine Website derweil gelöscht, Anfragen bezüglich der Aktivitäten wurden ignoriert.

Recherchen der israelischen Tageszeitung Haaretz enthüllten jedoch Teile der Infrastruktur von BlackCore, deren Website ehemals auf einem Server in London gehostet war. Zwischen März 2025 und Mai 2026 beherbergte dieser eine Subdomain von BlackCore sowie etwa zwanzig weitere Subdomains, darunter omrisystems.com und electric-marinade.com. Die Präfixe „avatar-data-generator“, „agentforge“, „fb-search“ und „socialtrigger“ deuteten auf Werkzeuge für digitale Einflusskampagnen hin, die sich derzeit in der Entwicklung befänden. Beschäftigt war BlackCore währenddessen nicht nur mit der Wahlmanipulation in Europa und den USA, sondern auch mit der Gründung einer falschen Gasa-Hilfsorganisationen sowie der Entwicklung eines Schulungsprogramms für die angolanische Regierung.
Die USA treffen bereits zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen, wenn sie Israel besuchen. Es ist bekannt, dass sie aggressiv Informationen sammeln.
Ein Mitarbeiter der US-Regierung zur aktuellen Vorgehensweise Israels
Wenn „sanfte“ Hasbara-Maßnahmen nicht mehr greifen, muss grobschlächtigere Spionage her – ein Feld, in dem das zionistische Regime traditionell überaus aktiv ist. Und das, was sich Israel auch diesbezüglich seit geraumer Zeit leisten würde, ginge weit über das hinaus, was den Rahmen der üblichen Spionage unter Freunden ausmachte, stand jüngst bei NBC News zu lesen. Hochrangige US-Beamte gingen bei Reisen nach Israel oft besonders vorsichtig vor, nutzten Wegwerftelefone und -computer und wären äußerst zurückhaltend, wenn sie während offizieller Reisen in Hotelzimmern sprächen, gaben laut NBC News amtierende und ehemalige US-Beamte sowie Experten an.
Aus all jenen immer extremer werdenden Maßnahmen lassen sich die Panik und der Verfolgungswahn des zu Bibistan gewordenen Israels ableiten. Das Land wird vom vermeintlich zuverlässigen Informationslieferanten und Kunden von Massenvernichtungswaffen zur unberechenbaren und aggressiv-paranoiden Gefahr für den Westen. Das heutige Israel ist weit mehr Ärgernis und Kostenfaktor, denn nützlicher Außenposten westlicher Interessen.
David Andel
