Alex Karp, CEO von Palantir Technologies

Karp und wie er die Welt sah

Oligarchen geben selten Interviews – und das ist gut so. Denn wenn sie welche geben, dann mag das zwar für Schlagzeilen sorgen, doch drücken sie gleichzeitig eine solch einzigartig furchteinflößende Naivität aus, dass beim letzten verbliebenen intelligenten Leser nur noch der Wunsch nach der Primitivität der Steinzeit, der Stille des Friedhofs oder der Unbesorgtheit einer Amöbe aufkommt.

Wer sich das Gespräch zwischen Matthias Döpfner und Alex Karp (Titelbild) antut, muss stählerne Nerven haben, wenn nicht gar welche aus Titan oder einem noch härterem Metall, womöglich einem, das noch gar nicht erfunden ist, am besten einem, das nur für Nerven, diesen Stream zu ertragen, entwickelt wurde und dann mitsamt des Inhalts rückstandsfrei entsorgt werden kann. Die über einstündige Springer-Palantir-Dauerwerbesendung ist nichts für denkende Menschen, also keinesfalls solche, die niemals Produkte aus dem Hause Axel Cäsar Springer konsumiert haben.

Das merkwürdige Zusammentreffen vom faltigen 63jährigen Springer-Vorstandsvorsitzenden mit dem quirligen 58-jährigen Selbsterklärer Karp ist in vielerlei Hinsicht befremdlich. Schon allein die Tatsache, dass Döpfner und Karp kaum fünf Lebensjahre voneinander entfernt sind, scheint unglaublich, wirken beide doch fast generationell getrennt wie Vater und Sohn, woran auch Döpfners locker gewollte Kleidung nichts ändert. Der eher ruhige Döpfner kommt die gesamte Zeit über kaum zum Beenden seiner wohlvorbereiteten Suggestivfragen, während der rhetorisch wirre Karp irgendwie alles gleichzeitig sagen will, nur nicht dazu imstande ist, überhaupt etwas Sinnvolles von sich zu geben. Menschen mit viel Geld werden durch mediale Hervorhebung immer wieder für besonders mächtig und weise gehalten, sind es aber selbst unter Anwendung niedrigster Standards nunmal überhaupt nicht. Und das wird auch diesmal deutlich.

Einzelne Kommentare seitens der Zuschauer lassen darauf schließen, dass irgendeine Botschaft übertragen werden konnte, nur welche das sein soll, bleibt das Mysterium schlechthin. Zum Thema KI (künstliche Intelligenz) geht Karp gleich in die Vollen und stellt die belegfreie Behauptung auf, dass Russland den Ukrainekrieg ohne den Einsatz von KI (zugunsten der Ukraine natürlich) bereits gewonnen hätte. KI brauche man auch dafür, so Karp, um die Autoindustrie gegenüber der Konkurrenz aus China wieder wettbewerbsfähig zu machen. Wie er aber verhindern will, dass ebenjene künstliche Intelligenz China einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil bietet, sagt er selbstverständlich nicht. Die Ausdrucksweise des KI-Sektenmitglieds in seiner Muttersprache ist dabei dauerhaft ermüdend.

Lassen Sie mich nun kurz auf Amerika eingehen. Ich denke … Und hier handelt es sich wohl um ein noch größeres Problem. Hier glaube ich tatsächlich, dass Amerika vielleicht – ich meine, okay, Europa hat ein offensichtliches Technologieproblem mit wirklich schlimmen politischen Folgen. Amerika hat eher ein politisches Problem, bei dem die Linke, die extreme Linke und die extreme Rechte einfach, ähhh, sie … es schadet den erfolgreichen Menschen mehr, als dass es eine Lösung bietet. Und das meinen sie sehr ernst. Und wissen Sie, die Vorstellung, dass sie nicht gewinnen könnten, stimmt leider nicht. Ähm, der der der der zentrale Denkansatz, dem ich hier skeptisch gegenüberstehe – bei Leuten, mit denen ich übereinstimme, wahrscheinlich auch bei Ihnen und definitiv bei Leuten aus meiner Tech-Welt. Ähm, es ist immer so: Das wird eine Bastion voller guter Dinge sein, von der jeder profitieren wird, und es gibt keine Gefahren. Ich sage nicht, dass Sie das sagen, aber aber es ist eine weit verbreitete Ansicht, und die Leute aus der der Tech-Branche wollen, dass jeder gerne aufsteht und das sagt, und ich halte das für unglaubwürdig. Was ich aber denke, ist, dass die übertriebene Anpreisung von KI in diesem Land wirklich, wirklich, wirklich etwas beunruhigend ist, aber auch deprimierend, weil man das gar nicht tun muss. Es handelt sich um eine natürliche Ressource, die unter dem Strich unermesslich wertvoll für das Wohl der Menschheit ist. Aber sie hat auch einige negative externe Effekte. Zunächst einmal wissen wir nicht, wohin die Reise gehen wird. Diese Dinge lassen sich nicht ohne Verarbeitungsmaschinen, Anwendungsschichten, Ontologien usw. einsetzen. Ähm … es … und das größte Problem in diesem Land ist, dass es … es … zwar den Lebensstandard des Durchschnittsbürgers erhöht, aber die Beteiligten werden dadurch hundertmal reicher, als sie ohnehin schon sind. Das ist ein Problem für die Gesellschaft.

Erklärbär Karp und seine Sicht der Dinge gegenüber dem Springer-Vorstandsvorsitzenden Döpfner (Wortwiederholungen wie im englischsprachigen Original)

KI ist somit „unter dem Strich“ eine „natürliche“ und „unermesslich wertvolle“ Ressource für das „Wohl der Menschheit“, die man aber nicht zu sehr anpreisen sollte, da unbekannt ist, „wohin die Reise gehen wird“. Alles klar? Karp erspart dem Zuschauer auch nicht die inflationäre Anwendung des Teenie-Füllwortes „like“ und verliert sich zeitweise vollends im Unfug losgelöster Erklärungen, wie er etwa seinesgleichen (wörtlich: „sehr seltsam geformte IQ-Exemplare“) sieht und dann im Gegensatz jene, die er als die Allgemeinheit betrachtet und dass man sich gegenseitig nicht zum Essen einladen würde, was zweifellos alles völlig uninteressant ist. Der ewige Transatlantiker Döpfner wiederum verfügt über keinerlei Vermögen, ganz egal was von Karp zu hinterfragen, wie er es auch mit sich selbst niemals täte. Karp, der gefühlt hundertste US-Technologiemogul mit obsessivem Tunnelblick, palavert daher ungebremst über angeblich linke und rechte Politik, das vorgeblich merkwürdige Verhalten Deutscher und Europäer, die vermeintlich gescheiterte Immigrationspolitik, das befremdliche Abrücken der Europäer von „der Mitte“ und deren mutmaßliche Unfähigkeit, Marktführer im Bereich der Technologie zu werden. Die beiden irgendwie irgendwo gleichgesinnten Vertreter des denkbar primitivsten Weltbildes überhaupt fallen sich währenddessen endlos ins Wort – jede KI-gestützte Diskussion mit nichtbelgischen Retortenschlümpfen wäre da noch interessanter.

Filmplakat von Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp (2023)
Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp (2023)

Aber es brauchte jemanden wie Döpfner, vor dem Karp bereit war, seine Hosen runterzulassen. Was dann allerdings zu sehen war, hielt keiner Erwartungshaltung stand. Als 2023 Klaus Sterns Doku Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp bereits einen Versuch unternahm, das Enfant terrible der KI-Blase zu erklären, wurde deutlich, dass da nie etwas deutlich werden würde. Was ein liebenswertes Porträt eines skurrilen Menschen etwa im Sinne des letzten Buches Hobalala – Auf der Suche nach João Gilberto von Marc Fischer über den begnadeten Musiker João Gilberto hätte werden können, wurde nichts weiter als eine sinnlose Verfolgungsjagd mit Archivkitsch. Gejagt wurde dabei nicht jemand, der etwas zu sagen gehabt hätte, sondern nur jemand, der schon prinzipiell nichts zu sagen hat, was spätestens dann deutlich wird, wenn er etwas sagt.

Lassen Sie mich das – auch wenn es etwas nervig klingt – umgekehrt formulieren: Unsere moralischen Standards … der Vorteil, den Amerika hat und den Europa hat, und und von dem ich wirklich hoffe, dass die Ukraine ihn unter Beweis stellt. Ähm, das ist also tief in der europäischen Geschichte verwurzelt und lässt sich wirklich aufzeigen: Die Lösung eines moralischen Problems deckt oft ein technisches Problem auf, dessen man sich gar nicht bewusst ist. Also noch einmal: Palantir ist die Datenschutzplattform. Es ist die souveräne Plattform, die unseren Umsatz antreibt. Das ist der Grund, warum die Ukrainer so gut abgeschnitten haben, warum Israel gegen den Iran überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat, warum Amerika überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat. Und im Technologiebereich gibt es einen Vorteil, wenn man tatsächlich auf dem Schlachtfeld war, sodass China diese … das sind eigentlich Nachteile. Was den Zugang zu Daten angeht, denke ich ehrlich gesagt, dass dieser angesichts der Signalerfassung auf dem Schlachtfeld […] in etwa gleich sein dürfte. Noch einmal: Das ist ein längeres technisches Thema, und es hängt davon ab, was man unter Informatik, Technik oder Schlachtfeld versteht. Was das Schlachtfeld angeht, würde ich da widersprechen (lacht leise). Ähm, und, ähm, ich würde auch auch sagen, dass es keinen Zusammenhang gibt – zu viele Daten können ebenfalls ein Problem sein. Es hängt wirklich von ihren Verarbeitungskapazitäten ab und auch davon, ob sich Europa oder Amerika verändert – diese Aussage ist sehr vielschichtig. Sie sie ist sowohl wahr als auch nicht wahr. Es kommt auf den jeweiligen Fall an. Ich … ich nenne Ihnen einen Vorteil, den China meiner Meinung nach wirklich hat: Diese Technologien, die auf jedem größeren Schlachtfeld bei etwa 4.000, 4.200 oder so vielen Menschen im Einsatz waren. Es … Die Realität ist, dass es sehr große Hardware-Projekte gibt, die nach wie vor von großem Wert sind, wenn man den Iran im Gegensatz zur Ukraine betrachtet – schwere Hardware, Flugzeuge, Schiffe und andere Dinge spielten eine große Rolle. Diese Bereiche beschäftigen Tausende, ja Millionen von Menschen. Sie sie bilden letztendlich eine politische Wählerschaft. Eines der größten Probleme, das wir haben und das China nicht hat, ist, dass diese Technologien – in Kombination mit anderen – eindeutig die Zukunft sind, aber man versorgt damit einfach weniger Familien. Und deshalb ist es für uns viel schwieriger, das Budget genau dorthin umzuschichten, wo es hingehört. Während in einer Dikta… wie China – die zudem eher von einer Ingenieursklasse geführt wird – die Lage anders ist. Ich vermute also, dass sie da besser aufgestellt sind. Ich bin mir ziemlich sicher: Wenn man in China zwei Ebenen unterhalb der obersten Führungsebene nachfragen würde – und das in einem beliebigen europäischen Land täte –, fände man jemanden, dem man die technischen Zusammenhänge erklären könnte. Ich weiß nicht, wo diese Person in Europa zu finden ist, und im Westen ist es schwieriger. Ich denke also, das ist der Vorteil. Dieser Vorteil, den sie haben, ist erstens, dass Menschen wie Sie und ich und Menschen, die Europa rekrutieren könnte, wirklich nicht in einem Land leben wollen, in dem sie keine demokratischen oder wirtschaftlichen Rechte haben. Äh, äh, zweitens, ähm, die eigentliche … noch einmal: Hier, glaube ich, liegen die kommerziellen und militärischen Interessen der amerikanischen Industrie im Konflikt. Diese Dinge sind nicht theoretisch. Und China ist wie Amerika – ich war schon immer dagegen, ich bin kein Kriegsbefürworter, auch wenn die Leute das vielleicht denken –, aber einer der Vorteile, den die Ukraine, Israel und Amerika ganz offen gesagt haben, ist, dass wir viel über Krieg wissen (lacht leise): Was funktioniert, was nicht, wie es funktioniert, welche Produkte funktionieren und welche nicht. Ähm, also, ich würde sagen, kurz gesagt: Die größte politische und technologische Schwäche, die wir im Westen haben, ist eher politischer Natur. Sie ist nicht technischer Art.

Erklärbär Karp und seine Sicht der Dinge gegenüber dem Springer-Vorstandsvorsitzenden Döpfner (Wortwiederholungen wie im englischsprachigen Original)

In Sterns Doku sah man die merkwürdige Existenz eines Zigarre rauchenden Menschen, der aus irgendwelchen Gründen in Frankfurt mal Philosophie studiert hat und nun simuliert, alles verstanden zu haben, zumindest aber erklären zu können. Die Tatsache, dass er später mit Palantir zum Ziehsohn westlicher Überheblichkeit würde, macht ihn nun für all jene interessant, die nach Argumenten für etwas suchen, was sich schon prinzipiell nicht verteidigen lässt. Am 19. April 2026 bekam eine breite Öffentlichkeit erstmals zu lesen, was jemanden wie Karp antreibt. Und das war vor allem heiße Luft und klang wie aus irgendeinem Superhelden-Mistfilm entlehnt.

So war von einer Pflicht der „Ingenieurselite“ die Rede, sich an der Verteidigung der Nation beteiligen zu müssen. Die „Tyrannei der Apps“ schränke das Gefühl des Möglichen ein. Kostenlose E-Mail wäre nicht ausreichend, sondern „Wirtschaftswachstum und Sicherheit für die Bevölkerung“ angesichts des Verfalls „einer Kultur oder Zivilisation“. Damit freie und demokratische Gesellschaften sich durchsetzen könnten, wären mehr als nur moralische Appelle vonnöten, was in diesem Jahrhundert von Software erledigt würde. KI-Waffen würden gebaut, Wehrdienst solle zur allgemeinen Pflicht werden und der Wunsch der US-Marine nach einem besseren Gewehr müsse mit dessen Bau beantwortet werden. Staatsdiener dürften nicht unsere „Priester“ sein und müssten zu unternehmensähnlichen Konditionen entlohnt werden. Es bedürfe mehr Nachsicht mit jenen, „die sich dem öffentlichen Leben verschrieben haben“, die „Psychologisierung der modernen Politik“ führe in die Irre.

Unsere Gesellschaft wäre zu sehr darauf aus, „den Untergang ihrer Feinde zu beschleunigen“ und freue sich darüber, solle stattdessen jedoch besser innehalten. Die Abschreckung des Atomzeitalters werde durch eine auf künstlicher Intelligenz basierende Abschreckung ersetzt. Kein anderes Land als die USA hätte fortschrittliche Werte mehr vorangetrieben, es gebe dort „viel mehr Chancen“ für diejenigen, die nicht zur erblichen Elite gehörten. Macht der USA habe „einen außerordentlich langen Frieden ermöglicht“, „die Entmachtung Deutschlands und Japans nach dem Krieg“ müsse rückgängig gemacht werden.

Diejenigen „die versuchen, dort etwas aufzubauen, wo der Markt versagt hat“ sollten begrüßt werden, Milliardäre wie Musk würden aber verspottet und darauf beschränkt „sich selbst zu bereichern“. Das Silicon Valley müsse „eine Rolle bei der Bekämpfung von Gewaltverbrechen spielen“. Die rücksichtslose Aufdeckung des Privatlebens von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vertreibe „zu viele talentierte Menschen aus dem Staatsdienst“ – wer nichts Falsches sage, sage oft auch gar nichts. Es gebe eine allgegenwärtige „Intoleranz gegenüber religiösen Überzeugungen“ in bestimmten Kreisen, der „entgegengewirkt werden“ müsse. Alle Kulturen wären nun gleichberechtigt, Kritik und Werturteile verboten, was verschleiere, dass bestimmte Kulturen „Wunder“ hervorgebracht hätten, wohingegen andere „sich als mittelmäßig erwiesen, ja sogar als rückschrittlich und schädlich“. Es gelte „der oberflächlichen Versuchung eines leeren und hohlen Pluralismus“ zu widerstehen.

Soweit zumindest die fast unter Schmerzen seitens des Verfassers dieser Zeilen entstandene Zusammenfassung dessen, was jemanden wie Karp antreibt und was irgendwie an die Phantasien Halbstarker erinnert, die gerade hintereinander Stanley Kubricks „2001 – A Space Odyssey“ und „A Clockwork Orange“ geschaut aber absolut nichts verstanden haben. Nicht, dass dies ein Fehler wäre, nur auf die gleichzeitige Einnahme wirklichkeitsverzerrender Substanzen hätte besser verzichtet werden sollen.

Für mich besteht kein Zweifel daran, dass wir uns bereits in der Euphorie befinden. Ich weiss nur nicht, wie lange sie noch andauern kann. Dass sich das Ende einer Blase nicht vorhersagen lässt, ist überhaupt die Voraussetzung dafür, dass eine Blase entstehen kann. Ich rechne mit einem schweren Einbruch. In den Krisen von 2000 und 2008/09 wurde das System durch die Geld- und Fiskalpolitik aufgefangen, aber ich fürchte, dass wir heute nicht mehr über die geld- und fiskalpolitischen Spielräume verfügen wie damals. […] Viele Anbieter unterscheiden sich kaum voneinander. Nach meiner Einschätzung entwickeln sich grosse Sprachmodelle zunehmend zu einer Commodity, zu einer Massenware.

Der Historiker und Autor Edward Chancellor am 17. Juli 2026 über die KI-Blase

Wenn künstlich intelligente US-Oligarchen auf natürlich intelligente deutsche Medienoligarchen treffen, dann ist das eine unappetitliche Mischung aus Realitätsausblendung, Anbiederung und Komplimenten zum Sonderpreis. Döpfner bekam das zu hören, was er hören wollte, schließlich spricht hier der John Wayne der Datenverarbeitung, eine KI-gestärkte Technologiekoryphäe über eine „Technologie“, von der niemand so genau weiß, was sie uns bringt, ob sie beherrschbar und wozu sie überhaupt da ist, auch und gerade ein extremistischer Freak wie Karp kann da nicht helfen. Dessen Oligarchenlogik (OL) stellt nicht den Segen, sondern die größte Gefahr für die Menschheit dar. Was kann ein Zauberlehrling mehr über Zauberei erklären, als dass er sie nicht verstanden hat? Karp ist kein radikaler Konstruktivist. Alles, was von KI und deren Verfechtern übertragen wird, ist Simples von Simpeln.

Unterstützung der Ukraine, Israels und Amerikas beim Aufbau einer dominierenden Position.

Credo des Erklärbärs Karp

Aus Kolonialismus wird auf diesem Wege dann korrupter Kolonialismus. Wie eine Welt aussehen soll, die von den Werten Israels, der Ukraine und den USA geprägt wird, darf sich jeder gerne ausmalen, sie wird an der Wirklichkeit jedoch schnell scheitern. Dass die US-Republikaner und die deutsche AfD mehr oder weniger dasselbe sind und sich vor allem die hoch geschätzte Mitte unserer Restdemokratien immer weiter radikalisiert, ist dem Palantir-CEO ebenso wie dem Springer-CEO entgangen. Es wäre ja schön, führte KI zumindest dazu, dass die jahrzehntelange Vollbeschäftigungsillusion als dauerhafte Pest der Menschheit nun irgendwie durch irgendwas abgelöst wird. Während sämtliche von Arbeitsvermittlern aufgezwungenen Bullshitjobs bislang durch Automation oder ins Ausland exportierte Sklavenarbeit vernichtet wurden folgt nun bitte aber was? Fakt ist, dass Deutschland jene Industrienation ist, die noch nicht einmal günstige Klimageräte fertigen kann, um die Nachfrage im Hochsommer zu befriedigen. Wer an einen Weihnachtsmann wie Karp glauben möchte, darf sich jederzeit einer seiner Thesen bedienen, etwa der Ablösung atomarer Abschreckung durch KI. Das kann in Gasa tagtäglich begutachtet werden und gleicht im Ergebnis tatsächlich Hiroshima und Nagasaki. Da haben wir ihn dann wieder, den alten Wein in neuen Schläuchen.

David Andel