Israelischen Angaben zufolge hatten zu Beginn der Rede von Benjamin Netanjahu vor der UNO am 24. September 2026 77 Delegationen entweder gefehlt oder den Saal verlassen

Geschichte wiederholt sich

Die Zahl stammt aus israelischen Quellen und dient gewiss zur späteren Verwendung im Rahmen heimtückischer zionistischer Racheakte: zu Beginn der Rede von Binjamin Netanjahu am 24. September 2026 vor den Vereinten Nationen verließen 77 Delegationen den Saal demonstrativ oder waren bereits abwesend. Ganz neu ist diese Form des Protests allerdings nicht und nur ein Vorzeichen dessen, was noch kommt.

Der Judenstaat stellt sich seit jeher gern als Ausrichter einer neuen Weltordnung inmitten des arabischen Chaos dar. Wie schwer erziehbare Kinder zu Zeiten eines unbeirrbaren Glaubens an den Wert autoritärer Erziehung soll eine ganze Region zunächst durch die Prügelstrafe gefügig gemacht werden. Die so genannte Abraham Accords Declaration (Abrahamabkommenserklärung) soll dann dazu dienen, alles für den Westen mundgerecht aufzubereiten, was der verfressenen Weltordnung okzidentaler Couleur natürlich das Wasser im Schandmaul zusammenlaufen lässt. Eine ähnliche Rechtfertigung seiner Terrorherrschaft hatte einst auch das Südafrika der Apartheid vor und scheiterte damit ebenso kolossal wie Israel nun als Eindringling in Arabien scheitert.

Vertreter aus etwa der Hälfte der 80 anwesenden Länder verließen heute nach und nach die Generalversammlung, als der südafrikanische Außenminister die Apartheid verteidigte. Der Minister Hilgard Müller erklärte, das Ziel seines Landes sei „ein Staatenbund südafrikanischer Staaten, die politisch unabhängig und wirtschaftlich miteinander verflochten sind“. Als Beweis verwies er auf die Bildung einer gewählten Regierung des Xhosa-Volkes im Transkei mit mehr als 3.000.000 Einwohnern im vergangenen Mai. Er wies die Kritik, wonach Apartheid „die dauerhafte Herrschaft eines Teils der Bevölkerung über die anderen“ bedeute, als „Karikatur“ zurück.

Die New York Times am 21. Dezember 1964 über den bis dahin einmaligen Vorgang
Worte, denen niemals Taten folgen werden: „Abraham Accords Declaration“ (Abrahamabkommenserklärung) vom 15. September 2020
Worte, denen niemals Taten folgen werden: „Abraham Accords Declaration“ (Abrahamabkommenserklärung) vom 15. September 2020

Das damalige Vorhaben vom „Staatenbund südafrikanischer Staaten, die politisch unabhängig und wirtschaftlich miteinander verflochten sind“ war wie die spätere Abrahamfantasie Bibis und Donalds reines Wunschdenken. Der Vorgang von 1964 im Zeichen des Protests gegen den damaligen Apartheidsstaat Südafrika ist daher als böses Omen im Zeichen des Protests gegen den heutigen Apartheidsstaat Israel zu sehen. Es sollte zwar noch fast dreißig Jahre dauern, bis am 10. Mai 1994 Nelson Mandelas Einführung in das Amt des Präsidenten von Südafrika erfolgte, vom Südafrika unter der Vorherrschaft der Weißen samt deren hochtrabender Pläne zur Umgestaltung Schwarzafrikas ist heute jedoch nichts mehr übrig – außer vielleicht Elon Musk vermisst die damalige Zeit auch niemand.

Zwischen Israel und Südafrika besteht eine bemerkenswert enge, wenn auch wenig bekannte Partnerschaft. Diese Beziehung zwischen der Nation, die die Südspitze Afrikas kontrolliert, und der Nation, die nach wie vor die Kontrolle über die Nordspitze Afrikas ausübt, wirkt sich auf politische, wirtschaftliche und militärische Belange aus … Premierminister Vorster geht sogar so weit zu sagen, dass Israel nun mit einem Apartheid-Problem konfrontiert sei – nämlich der Frage, wie es mit seinen arabischen Einwohnern umgehen solle. Keine der beiden Nationen möchte ihre Zukunft vollständig in die Hände einer umgebenden Mehrheit legen und würde es vorziehen, zu kämpfen.

Der jüdische Herausgeber der New York Times Arthur Ochs Sulzberger im Jahr 1971

Israel war ein langjähriger und enger Verbündeter Südafrikas. Die dort lebenden Juden genossen unter der weißen Vorherrschaft ähnlich wie im Iran des Schahs eine privilegierte Sonderstellung. Vor 55 Jahren wog sich das heute kaum mehr vorstellbare Apartheidsystem der weißen Herrscher im Süden Afrikas noch in Sicherheit. Als der für seine gewalttätige Vorgehensweise bekannt gewordene südafrikanische General Hendrik Johan van den Bergh, seines Zeichens Direktor des Amtes für Staatssicherheit (Bureau Of State Security, B.O.S.S.) und Premierminister Vorsters engster Vertrauter und wichtigster Berater, im Sommer 1973 den zionistischen Staat erstmals öffentlich besuchte, eröffneten Israel im Juni 1974 eine Botschaft in Pretoria und Südafrika im November 1975 eine Botschaft in Tel Aviv.

Nichts verdeutlicht den seltsamen Charakter von H. J. van den Bergh besser als das. Er war hochintelligent, hinterhältig und gerissen. Fünfzehn Jahre später, im Jahr 1978, als die ganze Wahrheit über ihn ans Licht zu kommen begann, beschrieb die Abgeordnete der Progressiven Partei, Frau Helen Suzman, Van den Bergh als „Südafrikas eigenen Heinrich Himmler“. Erst dann begann die südafrikanische Öffentlichkeit, das teuflische Wesen des Mannes zu begreifen, der 1969 offiziell das B.O.S.S. gegründet hatte.

Aus Inside B.O.S.S. von Gordon Winter, Seite 36

Die Sache um den Aufenthalt des in Südafrika gefürchteten van den Bergh in Israel stößt schon alleine deswegen übel auf, da der im gleichen Jahr wie van den Bergh geborene und 1994 verstorbene deutsche Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz Friedrich Ernst Berghoff zur Wahrung seiner Anonymität das auffällig ähnliche Pseudonym Hendrik van Bergh wählte. Berghoff war Zeit seines Lebens offen rechtsextrem, womit der deutsche Verfassungsschutz zu keinem Zeitpunkt jemals ein Problem hatte. Er verbrachte sein Leben in üppigem Wohlstand in Vilsheim (Landshut) und hatte die Schwester von Guido Kardinal Graf del Mestri strategisch geehelicht, einem Diplomaten des Vatikan und in Deutschland tätigen apostolischem Nuntius. Die Geschichte dieses besonders ehrenwerten Deutschen steht wiederum genau für das, wo Deutschland herkommt, was es heute ist und so offenkundig bis in alle Ewigkeit zu bleiben gedenkt.

Es ist das Deutschlands Berghoffs, das mit Israel, dem einst engen Verbündeten des damaligen Apartheidsstaates Südafrika, heute gemeinsame Sache macht und es als Teil seiner Staatsräson sieht. Friedrich Merz kann ganz beruhigt sein, denn dies wird unter dem, was sich die nicht minder rechtsextreme AfD als Zukunft vorstellt, gewiss fortgesetzt. In dieser unheiligen Allianz treffen die Kriegsverbrecher von vorgestern auf die Rassisten von gestern und machen mit den Kriegsverbrechern von morgen gemeinsame Sache – im Prinzip ist und bleibt es immer dieselbe scheinelitäre Clique unter stets angepassten Umständen. In Israel beschützen nun Araberhasser eine Demokratie, von der keiner so genau weiß, wo sie ist, wem sie dient oder gegen wen sie sich richtet. Israel ist kein jüdischer Opfer-, sondern ein zionistischer Täterstaat, angeführt von einem steckbrieflich wegen des hinreichenden Verdachts auf Kriegsverbrechen wie das Aushungern von Zivilisten, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord und vorsätzlich gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Angriffe gesuchten Kriegsverbrecher. Seine Zukunft ist mit der Vergangenheit der südafrikanischen Schergen eng verbunden, daran ändern auch deren westliche Helfershelfer nichts.

David Andel