Die offizielle Sichtweise Deutschlands auf die Bereiche Israel und Russland fällt in den Bereich des Absurden. Auf der einen Seite wird eine Dauerschuld Deutschlands zur Rechtfertigung sämtlicher Schandtaten Israels herangezogen, während das gleiche Deutschland andererseits völlig unschuldig ist und mit neuen Anhängern alter Nazis paktiert, um den alten Nazigegner Russland erneut zum Dauerfeind zu erklären. Dazwischen wird alles, was nicht passt, mit Aufrüstung, Propaganda und Sanktionen völlig irrational passend gemacht.
Irgendwie arrangieren sich die Bewohner Deutschlands mit dieser verqueren Manipulation der Wirklichkeit wie schon zuvor in gleich zwei von diesem Volk ausgehenden Weltkriegen und übernehmen dazu im wesentlichen Dogmen, die ihnen das offizielle politische Zerrbild vorschreibt. In einem Beitrag der Berliner Zeitung der etwas unglücklich benannten Rubrik „Open Source“ (darin werden Artikel externer Autoren veröffentlicht) beklagt sich ein gewisser Frank Schulz über die Sichtweise so genannter junger Linkswähler zum Themenkomplex „Gasa, Israel und Antisemitismus“, stellt wenig überraschend vor allem die Einseitigkeit der anderen und nicht etwa die eigene fest. Fakt: Objektivität gibt es nicht.
Im Prinzip lohnt es sich schon nicht mehr nach dem Wort „Hamas-Massaker“ weiterzulesen, da auf diese etwas über 1.195 Todesopfer vom 7. Oktober 2023 bis zum 27. September 2026 laut Angaben des Gesundheitsministeriums von Gasa mindestens 75.225 Palästinenser brutal ermordet wurden, darunter 270 Journalisten und Medienmitarbeiter, 120 Wissenschaftler und über 560 humanitäre Helfer, inklusive 393 Mitarbeiter der UNRWA. Eine Studie des OHCHR ergab zudem, dass 70% der Palästinenser, die in Wohngebäuden oder ähnlichen Unterkünften durch Israels Waffen starben, Frauen und Kinder waren. Fakt: Kinder sind keine gegnerische Armee.
Alleine seit dem so genannten Waffenstillstand im Oktober 2025 wurden in Gasa mehr als 1.000 Palästinenser umgebracht, 629 davon wurden bislang von der UNO bestätigt. Man stelle sich dies alleine einmal vor, dass die Zahl der von Israel ohne jegliche Legitimität und ohne jedes Gerichtsverfahren getöteten Palästinenser seit dem Waffenstillstand in etwa der Zahl entspricht, die Israel als den Auslöser dieses Vernichtungskrieges heranzog. Es bleibt unverständlich, weshalb diese himmelschreiend asymmetrischen Daten mit der Ausrede der „Selbstverteidigung“ als völlig selbstverständlich akzeptiert werden. Fakt: es waren nicht die Palästinenser, die 1948 nach Israel kamen und dort auf fremden Boden ein Land gründeten.
Schon bislang gab es in der für manche Deutsche endlos erscheinenden Auseinandersetzung um das von Zionisten eroberte arabische Land stets eine vielfach höhere Zahl arabischer als jüdischer Opfer zu beklagen, bis zum Massaker Israels im Gasastreifen jedoch lag das tödliche Ungleichgewicht meist „nur“ etwa bei doppelt oder dreimal so vielen Arabern als Juden, nun jedoch sind es bis zu hundert mal so viele Araber oder noch deutlich mehr, da Gasa unverändert in Schutt und Asche liegt und endgültige Statistiken daher zurückstehen müssen. Unverändert lässt Israel keinerlei unabhängige Beobachter in den bis dato bereits als größtes Freiluftgefängnis der Welt bekannten Küstenstreifen der Levante. Fakt: es war vor allem Israel, das die Hamas aufbaute.
Betrachtet man die Entwicklung über die Jahre hinweg, so war Bibi (Binjamin) Netanjahu seit seiner ersten Amtszeit als Ministerpräsident einer der Hauptverantwortlichen für die Stärkung der Hamas.
Yuval Diskin, ehemaliger Leiter des Schin Bet, 2013 gegenüber der Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“
Im weiteren Verlauf der schlecht verkleideten Hasbara in der Berliner Zeitung wird eine Palästina-Sympathisantin mit dem Satz „Palästina war immer da. Dann kam Israel, hat die Araber vertrieben und besetzt bis heute ihr Land.“ zitiert, worauf die Frau von Herrn Schulz entgegnet „Schon immer, also seit biblischen Zeiten?“ Es ist unfreiwillig komisch, wenn Frau Schulz schon nach wenigen Sätzen meint, die religiöse Keule schwenken zu müssen, denn mehr als das ist die alte christlich-jüdische Fantasieschrift keinesfalls. Fakt: dieses vor Jahrtausenden im religiösen Wahn entstandene Sammelsurium abenteuerlicher Spinnereien hat außerhalb der Religion keinen völkerrechtlich bindenden Charakter.
Frau Schulz wäre zu entgegnen gewesen, dass es auch vor den Juden schon Einwohner in der Region gab und es kein Argument des 20. wie 21. Jahrhunderts sein kann, dass alle Völker an jene Orte zurückkehren, an denen sie sich irgendwann einmal vor Jahrtausenden für einen bestimmten Zeitraum aufhielten und dann auch noch zur vermeintlichen Selbstverteidigung alle dort seither angesiedelten Menschen vertreiben und umbringen. Eine solche Vorgehensweise ist nirgends akzeptabel, auch nicht als Reaktion auf Deutschlands Taten, dass seinen abgrundtiefen Judenhass zwischen 1933 bis 1945 bekanntlich nicht in den Griff bekam. Fakt: es sind nicht die Palästinenser, die den industriellen Judenmord auf dem Gewissen haben.
Die Ausgänge des Vorführraums wurden demonstrativ geschlossen. Erwartungsvolles Rascheln durchzog den Kinosaal. Zuerst wurde ein Film vom Leben, Verrat und Sterben im KZ gezeigt und anschließend ein Schwarz-Weiß-Stummfilm mit Ermordung und Leichenstapeln, der abrupt endete.
Aus dem Erfahrungsbericht Die Schock-Umerziehung von „Nazi“-Kindern
Bis in die Fünfziger setzten die Alliierten in Deutschland noch auf Umerziehung, wozu auch ein Zwangsbesuch Weimarer Bürger im nahegelegenen Mordlager Buchenwald gehörte. Vermutlich ist es das, was Deutschland inklusive der Familie Schulz nun erneut benötigt, um auch die schwerwiegenden Konsequenzen seines Handelns in Palästina erkennen zu können. Ein Film bietet sich dazu besonders an: NAZA. Dies würde einem Deutschland, das nicht sehen will, dabei helfen, erneut seine Augen zu öffnen. Ein Deutschland zudem, das wiederum gemeinsame Sache mit Eiferern in der Ukraine macht, die widerwärtige alte Nazis bis zum heutigen Tage anbeten. Dass der Zweck die Mittel heiligt und Späne dort fallen, wo gehobelt wird, das genau ist wohl eine jener Tugenden, für die insbesondere ein Deutschland bekannt ist, das in letzter Konsequenz auch den Massenmord an den Juden beging. Es ist genau dieses sich erneut kriegstüchtig machende Deutschland, vor dem sich alle fürchten.
David Andel
