Nach Gasa, dem Jemen, Libanon, Sudan, Syrien und dem palästinensischen Westjordanland folgt mit der Operation Rising Lion der Iran, Bibis Lieblingsfront – alle Unterstützer Palästinas sind Erzfeinde. Durch die gnadenlose Zerstörung Gasas befindet sich Israel auf der Zielgeraden zum Pariastaat, was jetzt durch den PR-wirksamen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen das Mullahregime repariert werden soll.
1953 wurden eine israelische Mutter und ihre beiden Kinder in einer Siedlung von palästinensischen Dorfbewohnern aus Qibya im Westjordanland getötet. Kurz danach fiel ein israelisches Tötungskommando, die von Arik Scharon geführte Einheit 101, in das Dorf ein und machte es dem Erdboden gleich. In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober wurden im Verlauf der als Qibya-Massaker bekannt gewordenen blutigen Racheaktion des israelischen Militärs 45 Häuser, eine Schule und eine Moschee zerstört, es gab 79 zivile Opfer unter den palästinensischen Bewohnern des Dorfes, zwei Drittel davon Frauen und Kinder.
Der Sicherheitsrat verurteilt dieses Vorgehen, das die Chancen auf eine friedliche Regelung, die beide Parteien gemäß der Charta anstreben müssen, nur beeinträchtigen kann, auf das Schärfste und fordert Israel auf, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um alle derartigen Aktionen in Zukunft zu verhindern.
Auszug aus Resolution 101 vom 24. November 1953 (eindeutige Mahnung vom Verfasser dieses Beitrags hervorgehoben)
Von der israelischen Regierung geplant waren diese Taten allerdings nicht. Während der fließend Arabisch sprechende Premierminister Mosche Scharett (Titelbild) mit Israels Nachbarstaaten mittelfristig eine friedliche Übereinkunft suchte, hinterließ ihm sein radikaler Vorgänger David Ben Gurion, der sich eine bäuerliche Auszeit in Sde Boker gönnte, die beiden intrigierenden Falken Pinchas Lawon und Mosche Dajan im Verteidigungsministerium. Der fast siebzigjährige Ben Gurion zog damit an strategischen Stellen weiter die Fäden und konterkarierte jegliche Friedensbemühungen Scharetts.
Es spielt keine Rolle, was die Welt sagt. Es spielt keine Rolle, was irgendwo anders über Israel gesagt wird. Das Einzige, was zählt, ist, dass wir hier existieren können. Wenn nicht klar ist, dass es einen Preis für jüdisches Leben gibt, werden wir nicht überleben können.
David Ben Gurion zu Arik Scharon Mitte Oktober 1953
Und dieser „Preis“ unterliegt der Inflation des Grauens. Die exzeptionalistisch-rassistische Perspektive, die Israel fast ausnahmslos seit Ben Gurion verfolgt, ist die eines Herrenvolkes, das das Leben aller Menschen außerhalb seines völkischen Systems nicht nur abwertet, sondern auch fortwährend gefährdet und dafür immer neue Rechtfertigungen ersinnt. Es tritt damit nolens volens das verrottete Erbe jener an, von denen es zuvor verfolgt wurde und integriert sich als Verfolgter wie Verfolger in ein wertewestliches System, dem es als moralisch unterfütterter militärischer Vorposten in einem politisch wie wirtschaftlich zu unterwerfenden Umfeld dienlich ist. Es führt währenddessen sämtliche Werte einer aufgeklärten Welt ad absurdum und aktualisiert diese systematisch auf einen mittlerweile unerträglichen Stand. 1953 waren es 79 zivile Opfer, 2025 sind es tausendmal mehr pro Rachefeldzug. Die finstere Zukunft Israels ist absehbar.
Eine Vergeltungsmaßnahme dieses Ausmaßes hat es noch nie gegeben. Ich ging in meinem Büro auf und ab und fühlte mich völlig deprimiert und hilflos.
Mosche Scharett über den Anschlag Mitte Oktober 1953
Es war im Juli 1954 in Ägypten, als die Briten ankündigten, ihren Militärstützpunkt am Sueskanal aufzulösen. In Israel führte dies zu unmittelbarer Panik – der britische Puffer vor dem feindlichen Ägypten würde wegfallen, Horden rachsüchtiger Araber würden über das gelobte Land herfallen. Verteidigungsminister Lawon, Ben Gurions Falke in Scharetts Regierung, entschied sich ein weiteres Mal zu drastischen Maßnahmen, wiederum hinter dem Rücken des Premiers. Er wollte nicht weniger als das sich gerade erst vom Westen emanzipierende revolutionäre Ägypten Gamal Abdel Nassers von innen heraus ins Chaos stürzen. Für die Operation Susannah wurden junge Fanatiker der jüdischen Gemeinde Ägyptens rekrutiert, die jedes noch so absurde Vorhaben Israels bereitwillig unterstützen würden. Man ersuchte sie, ihre bisherigen zionistischen Aktivitäten in Ägypten aufzugeben, um weniger Aufmerksamkeit zu erregen. Man schulte sie im Bau von Brandbomben, deren primitive aber wirksame Zündmechanismen aus säuregefüllten Kondomen bestanden. Der Startschuss erfolgte per Codewort in einer israelischen Radiosendung mit Kochrezepten für Hausfrauen. Doch eines der Attentate auf ein Kino im ägyptischen Alexandria schlug fehl und setzte die Hose des israelischen Terroristen Robert Dassa in Brand. Dies führte wenig später zur Verhaftung sämtlicher Beteiligten.
Premier Mosche Scharett ließ dem ägyptischen Gesandten Abdel Rahman-Sadek in Paris die Nachricht zukommen, dass er über die Anschläge nicht auf dem Laufenden war und die Aktion eine Entscheidung der Hardliner innerhalb des israelischen militärischen Geheimdienstes gewesen wäre. Nasser zog seine Schlüsse und sagte zu seinem Gesandten Abdel Rahman-Sadek: „Es scheint, dass nun die Falken an der Macht sind. Und diese übermitteln mir die Botschaft, dass Scharett außerstande ist, Israel zu regieren.“ Ägypten schloss einen bis dahin bestehenden inoffiziellen Kommunikationskanal mit Israel, zwei der israelischen Terroristen wurden hingerichtet, die anderen landeten für Jahre im Gefängnis. Mit dieser Reaktion hatte Scharett nicht gerechnet, es war ein Schlag ins Gesicht des vermutlich letzten integren Premiers des zionistischen Staates.
Wenn ich Lawon nicht entlasse, unterstütze ich etwas Verkommenes, das das Verteidigungsministerium und die Armeeführung zerstören wird. Wenn ich handle, wird das die Partei zerstören und einen Skandal verursachen. Was soll ich tun?
Mosche Scharett in seinem Tagebuch über die innenpolitischen Folgen der Anschläge
Der Öffentlichkeit wurde die Lüge aufgetischt, dass es sich um keine Tat Israels handelte und die beteiligten ägyptischen Juden Opfer einer heimtückischen Falle geworden wären. Der in Ägypten medial zelebrierte Skandal wurde von Israel als propagandistischer Schauprozess verleumdet. Scharetts politische Karriere endete 1956, er wurde abgelöst von einer langen Reihe kompromissloser Falken, von denen Binjamin Netanjahu, Ziehkind Begins und Schamirs, einer der schlimmsten ist. Eine Bestätigung der israelischen Terroranschläge in Ägypten erfolgte erst im Jahr 2005 durch die offizielle Ehrung der Attentäter. Wieder einmal war Gras über die Sache gewachsen.
Scharett, der im Alter von zwölf Jahren aus der Ukraine nach Palästina kam, hatte zwei Jahre lang in arabischen Vierteln gelebt. Im Gegensatz zu allen anderen Premierministern sprach er Arabisch, dachte Arabisch und verstand die Araber. Er sah sogar leicht arabisch aus, mit einem gepflegten Schnurrbart.
Der Journalist und Friedensaktivist Uri Avnery am 18. April 2018 über Mosche Scharett
70 Jahre später hat sich die Lage dramatisch verschärft, sodass absehbar ist, dass weitere Jahrzehnte der Auseinandersetzung zwischen Israel und den Ländern der Region unweigerlich entweder zur totalen Zerstörung seiner selbst oder sämtlicher Nachbarstaaten führen müssen, mutmaßlich unter tatkräftiger Unterstützung des US-Weltpolizisten, womöglich aber auch einer Türkei mit neuem imperialen Selbstbewusstsein und dem atomar bewaffneten Pakistan. Es geht nicht um das Recht auf Selbstverteidigung Israels, sondern um das Recht auf Selbstverteidigung des gesamten Nahen Ostens gegen Vertreter kompromissloser „Eretz Israel“-Visionen und ihrer religiösen Verbündeten im Land des Sternenbanners. Spätestens seit Gasa wird deutlich, dass Krieg oder Unterwerfung die einzigen Angebote Netanjahus sind, wobei Unterwerfung die Voraussetzung für Okkupation und Vertreibung ist. Eine Entente Cordiale sieht anders aus, nur Anhänger sadomasochistischer Beziehungen fänden in derlei Offerten ihre Erfüllung.
Israel hat keine Außenpolitik, es hat nur eine Innenpolitik.
Henry Kissinger
Es gibt kein Völkersonderrecht nur für Israel oder die USA. Die Leiden des Judenstaates unter seinen Nachbarn stehen im Vergleich zu den Leiden der arabischen Welt und Persiens unter Israel in keinem Verhältnis. Der heute vorherrschende rechtsradikal-religiöse Neozionismus ist ein Aufguss des neuassyrischen Reichs, dessen einzige Daseinsberechtigung die fortwährende Expansion zugunsten seiner verkommenen herrschenden Klasse war. Auch die Assyrer deportierten ihnen nicht genehme Bevölkerungen und eroberten ohne Unterlass weitere Regionen. Als das neuassyrische Reich vor 2630 Jahren unterging, führte dies zum Aufstieg Babyloniens. Die Rache der ehemals unterdrückten Völker war grausam, kein Stein blieb auf dem anderen.
Netanjahu kennt das Prinzip der Koexistenz nicht und setzt wie seine Vorgänger Ben Gurion oder Scharon auf eine Politik der Gewalt und Konfrontation. Er versucht erst gar nicht, das von ihm zunehmend autokratisch geführte Land mit seinem regionalen Umfeld in Einklang zu bringen, er will Israel zum alleinigen Herrscher der Region machen und damit jegliche Zweifel nicht zuletzt an seiner Reputation hinfort bomben. Er statuiert das Exempel schlechthin, dass Israel zu keinem Zeitpunkt ein erträglicher Nachbar sein wird, lediglich ein dauerhafter Feind. Schon Ben Gurion erachtete 1954 die Option eines Marionettenregimes in einem maronitisch-christlichen Pufferstaat nördlich Israels und vor dem Rest des Libanon als beste Lösung. Ähnliches stellt sich Netanjahu auch für den Iran vor. Devote Länder wie Jordanien, wo eine verkrüppelte Monarchie über ein enteignetes Land herrscht, sind für Israel die idealen Nachbarn. Die abenteuerliche Clean-Break-Phantasie neokonservativer Fantasten für die Anpassung des Nahen Ostens an „westliche Werte“ wird noch heute umgesetzt, trotz aller offenkundigen Fehlschläge hat sich nichts geändert.
Der Iran hat die erste Stufe abgeschlossen. Es hat viele Jahre gedauert, aber sie haben es geschafft und sind zu 70 % fertig. Jetzt sind sie schon mitten in der zweiten Phase. Bis zum nächsten Frühjahr, höchstens bis zum nächsten Sommer bei den derzeitigen Anreicherungsraten, werden sie die mittlere Anreicherung abgeschlossen haben und zur letzten Stufe übergehen. Von da an sind es nur noch ein paar Monate, möglicherweise ein paar Wochen, bis sie genug angereichertes Uran für die erste Bombe haben.
Netanjahu über die nuklearen Fähigkeiten des Iran am 27. September 2012
Die britischen Geschosszähler von Jane’s Defence Weekly behaupteten schon 1984, der Iran würde 1986 über die Atombombe verfügen. Der darauffolgende Irrsinn Netanjahus ist allerdings schwer zu überbieten. In der gleichen Rede, in der er einen weiteren von vielen erfundenen Zeitplänen für die Herstellung einer solchen Waffe verbreitete, gab Netanjahu zu Protokoll, dass er seit 1997 vor Irans Atombombe gewarnt hätte. Tatsächlich verkündete er schon 1993, dass der Iran spätestens 1999 die Bombe habe. In den meisten seiner internationalen Reden erwähnt Netanjahu den Iran inflationär, was jedoch selten den gewünschten Effekt hat und nur die absonderlichen Bemühungen Israels unterstreicht, von seinem eigenen chemischen und atomaren Waffenarsenal ablenken zu wollen. Im September 2016 wurde durch die DC Leaks bekannt, dass der ehemalige US-Verteidigungsminister Colin Powell an einen Kollegen schrieb, Israel verfüge über „200 Atomwaffen, alle auf den Iran gerichtet“. Indessen ist das gelobte Land im Rahmen seiner Samson-Option (ברירת שמשון) willens, diese gegen jeden Staat, dessen Militär einen Großteil Israels zerstört hat, einzusetzen.
Anfang des Monats verkündete die persische Theokratie, nun bestens über das nukleare Arsenal Israels informiert zu sein. Der Iran sprach von einer gewaltigen Ausbeute seiner Spionageaktion, Israel hingegen spielte die Affäre als bösen Streich verwirrter Spielsüchtiger herunter. Im Falle eines Krieges sind iranische Raketen die einzige Gefahr für Israel. Von welchem Nutzen derlei Informationen für den Iran darüber hinaus sein sollen, bleibt rätselhaft, seine Luftwaffe ist zu Angriffen auf Israel nicht mehr imstande, die Kampfflugzeuge der Mullahs sind fliegende Zombies, stammen größtenteils aus der Zeit des Schahs, sind skurrile Nachbauten davon oder wie im Irak noch sowjetischen Ursprungs. Insofern irritiert auch die Aussage Israels wie der USA, dass man nun über die Lufthoheit im Iran verfüge. Ob den Iran dies stört, darf bezweifelt werden. Um den Iran militärisch zu besiegen, wäre der verlustreiche Einsatz von Bodentruppen erforderlich. Dazu verfügen weder Israel noch die wirtschaftlich geschwächten USA über die Mittel oder den Willen.
Der iranische Geheimdienst ist in den Besitz zahlreicher strategischer und sensibler Dokumente über das geheime israelische Atomprogramm gelangt, darunter Aufzeichnungen über Pläne und Anlagen.
Der staatliche iranische Sender Press TV am 7. Juni 2025 über den Spionagefall
Die Propagandamaschine beider Länder läuft auf Hochtouren, doch ist der persische Gottesstaat kaum aufmerksam und verschwendet den Großteil seiner Ressourcen für die Kontrolle der eigenen Bevölkerung, was ihn fundamental ineffizient macht. Er stellt für Israel zwar den idealen Buhmann dar, ist für die riesige zionistische Armee mit angeschlossenem Volk aber trotz seiner Raketen eine zu vernachlässigende Gefahr. Insofern ist auch dieser völkerrechtswidrige israelische Angriffskrieg nichts anderes als der Versuch einer Ablenkung Netanjahus von seinen genozidalen Kriegsverbrechen in Gasa. Gasa, Gasa, und nochmals Gasa sind die Sargnägel in Bibis internationalem Ansehen. Er braucht Erfolge, will nicht als Vorbestrafter oder international Geächteter in die Geschichte seines Landes eingehen. Tatkräftige Bewunderung für sein Schattenboxen erhält er währenddessen von politischen Kleingeistern, unter anderem aus der deutschen Bundesrepublik, die mittlerweile ihren militärischen Größenwahn des 20. Jahrhunderts fortzusetzen gewillt ist.

Als Israel am Freitag, den 13. in den frühen Morgenstunden den Iran angriff, überraschte dies niemanden. Netanjahu schwärmte schon seit Jahrzehnten von der unbedingten Notwendigkeit, das fiktive nukleare Waffenprogramm des Mullahregimes beenden zu müssen, zu zahlreich waren all die anderen von ihm in den letzten Jahren ergriffenen Gelegenheiten, die Nachbarstaaten auszubomben und damit den Weg für Größeres zu ebnen. Auch im Iran macht sich das gelobte Land dadurch keine Freunde, denn wie zuvor in Gasa oder dem Libanon wurden ohne Rücksicht auf Verluste Wohnviertel angegriffen. Bibis Aufruf „Es ist an der Zeit, dass sich das iranische Volk unter seiner Flagge und seinem historischen Erbe vereint, indem es sich für seine Freiheit von dem bösen und unterdrückerischen Regime einsetzt“ erscheint angesichts des Bombenterrors zynisch, zumal die ältere Bevölkerung sich noch gut daran erinnern wird, dass Israelis im Iran zu Zeiten des Schahs wie Maden im Speck lebten, der Mossad tatkräftig beim Aufbau des mörderischen Savak half und die israelisch-persische Freundschaft auf billigen persischen Haushaltshilfen für zionistische Herrschaften fußte.
Ich verurteile den heutigen unprovozierten Angriff Israels auf Iran auf das Schärfste. Ich spreche dem iranischen Volk mein tiefes Mitgefühl für den Verlust von Menschenleben bei diesem Angriff aus. Dieser schwerwiegende und höchst unverantwortliche Akt ist zutiefst besorgniserregend und birgt die Gefahr einer weiteren Destabilisierung einer bereits instabilen Region.
Der pakistanische Premier Shehbaz Sharif in einer ersten Reaktion auf den Angriffskrieg Israels

Es überrascht nicht, dass sich schon wenige Stunden nach dem Angriff die Familie des 1980 in Ägypten verendeten Operettenmonarchen Pahlavi zu Wort meldete, dessen blutigem Regime es zu verdanken ist, dass die Mullahs überhaupt die Macht ergreifen konnten. Zu schön wäre es für Netanjahu, Trump und auch die Familie Pahlavi, ließe sich diese eindrucksvolle Demonstration politischer Unfähigkeit von 1953 bis 1979 einfach fortsetzen. Das iranische Volk spielt dabei keine Rolle, Mohammad Mossadegh ist allerdings noch lange nicht vergessen. Auch nicht die Tatsache, dass dieser einzige demokratisch gewählte Führer des Iran aus Profitgier von den Briten und den USA gestürzt wurde. Es war der erste Regimewechsel des Wertewestens von vielen, gelernt wurde daraus nichts, es gab noch nicht einmal eine Rechtfertigung.
Liebe Landsleute,
Ali Khamenei, der törichte Anführer des antiiranischen Regimes der Islamischen Republik, hat unseren Iran erneut in einen Krieg verwickelt – einen Krieg, der nicht zwischen dem Iran und der iranischen Nation, sondern zwischen der Islamischen Republik und Khamenei tobt.
Meine Botschaft an das Militär, die Strafverfolgungsbehörden und die Sicherheitskräfte ist klar: dieses Regime und seine korrupten und inkompetenten Führer würdigen weder Ihr Leben noch unseren Iran. Trennt euch von ihnen und schließt euch dem Volk an.
Der Kampf der iranischen Nation gegen das zerstörerische Regime der Islamischen Republik besteht darin, den Iran zurückzuerobern und wieder aufzubauen. Die Lösung besteht darin, die Islamische Republik durch Straßenproteste und landesweite Streiks zu stürzen.
Ich stehe euch in diesen schwierigen Momenten bei. Wir kämpfen alle gemeinsam, und wir werden gewinnen.
Der Durchhaltewille des Iran,
Stellungnahme des ehemaligen Kronprinzen Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Persien aus dem bequemen US-Exil
Reza Pahlavi
Am vergangenen Samstag meldete sich IAEA-Chef Rafael Grossi mit irritierender Unschärfe zu Wort und meinte, dass der Iran zwar nicht im Besitz einer Atombombe wäre, jedoch über das nötige Material zum Bau einer entsprechenden Waffe verfüge. Das war die Gelegenheit, auf die Bibi seit Jahrzehnten wartete. Später ergänzte der offenbar vom israelischen Angriff schockierte Grossi, Atomanlagen dürften „niemals angegriffen werden“. CNN berichtete am 17. Juni, dass die CIA davon ausgehe, dass es noch drei Jahre dauern würde, bis der Iran eine Atombombe herstellen könne, es jedoch kein entsprechendes Programm dazu gäbe.
Alles soll nun davon abhängen, ob die USA die südlich von Teheran gelegene Atomanlage Fordow mit bunkerbrechenden Bomben angreift und ob diese den gewünschten Zweck erfüllen. Die 30 Kilometer nördlich von Ghom gelegene Anlage liegt in einem mehr als 60 Meter unter der Erde verlaufenden Tunnelsystem auf einem früheren Militärgelände. So die Zerstörung dieser Anlage nicht gelingt, darf davon ausgegangen werden, dass es fortan ohne Wenn und Aber ein iranisches nukleares Waffenprogramm geben wird.
Der Angriff Israels auf den Iran ist ein weiterer von vielen des exzeptionalistischen Landes, das traditionell nicht nur außerhalb des Völkerrechts steht, sondern sich grundsätzlich auch kulturell außerhalb jener Region situiert, in der es gleichzeitig mit aller Gewalt verbleiben möchte. Die befremdlichen wertewestlichen Lobeshymnen auf die vermeintlich großartigen Leistungen eines fast schon sakral verehrten Mossad sollten denkende Menschen jedoch dazu veranlassen, sich nun erst recht die Frage zu stellen, weshalb diese Allmacht ausgerechnet am 7. Oktober 2023 in Gasa versagt haben sollte?
Die momentane US-Administration bestätigt währenddessen die Kontinuität zu ihrer ersten Amtszeit. Der dem kriegsmüden Wähler versprochene Isolationsmus ist vom Tisch und die Männerfreundschaft Bibi-Donald besteht in gewohnter Manier fort. Wer gegen Krieg in der Ukraine aber für Krieg im Iran oder China ist, hat zumindest ein Glaubwürdigkeitsproblem. Sollten sich die USA massiv am Irankrieg beteiligen, stellt sich die Frage, wohin das nach den Erfahrungen im Irak führen soll und was nicht nur die regionalen, sondern auch internationalen Konsequenzen sein werden? Die Expansion der fundamentalistischen Terrorbanden Da’isch/ISIL/ISIS/IS und die Attentate in Brüssel und Paris waren nur einige der Folgen. Hinzu kommen zahlreiche lachhafte Visionen Trumps, sei es der Kauf Grönlands, die Beschlagnahme des Panamakanals, die Umbenennung des Golfs von Mexiko, die Gratisfahrt durch den Sueskanal oder die Umwandlung des Genozids in Gasa in ein Ferienparadies. Der US-Präsident bleibt der Simpel, der er immer war, stellt angesichts der meisten seiner Vorgänger aber auch keine allzu große Ausnahme dar.
Kein aufgeklärter Mensch kann eine Theokratie gutheißen, weshalb der heutige Iran auch keinen großen Freundeskreis hat. Dennoch war der Iran seit 1979 ein berechenbares und langsam aber sicher zerfallendes Regime. Israel führt derweil einen Dauerkrieg, folgt rechtsextremen wie religiösen Träumereien, gesteuert von korrupten Allmachtsfantasien Netanjahus. Für Durchschnittsisraelis wird sich weder kurz- noch langfristig etwas verbessern, für die Welt jedoch ist es ein weiterer Schritt in den Abgrund. Israel ist nurmehr Synonym für Krieg und Zerstörung, mit ihm kann es keinen Frieden geben.
David Andel
