Trump und Netanjahu sitzen am Strand von Gasa (Ausschnitt aus einem von künstlicher Intelligenz generierten Propagandafilm)

Die Unverbesserlichen

Wären Russland oder China engste Verbündete Israels, dann gäbe es den Schmonzes mit Deutschlands Staatsräson erst gar nicht. Mit seiner dekorativen Dauerbuße weitet der deutsche Vasall aber seine transatlantische Unterwürfigkeit in den Nahen Osten aus und damit genau dorthin, wo er zuvor noch die Feinde Israels unterstützte.

So genannter Antisemitismus würde als die Worthülse abgetan, die er heute ist, Solidarität mit der plakativ leidenden größten Armee des Nahen Ostens auf beschlagnahmten Boden gäbe es nicht und die schauspielerischen Leistungen, die ein deutscher Politiker nach dem anderen in Israel darbietet, fänden ebensowenig statt. Zionismus würde als der plumpe Kolonialismus verpönt, den er von Anfang an enthielt und Israel als das Apartheid-Projekt behandelt, das es schon immer war.

Die Achsenmächte des Zweiten Weltkriegs Deutschland, Italien und Japan sind jedoch als ehemals faschistische Verliererstaaten bis zum heutigen Tage fundamentale Untertanen der USA, was weit mehr mit wirtschaftlichen denn moralischen Gründen zu tun hat. Die, wenn auch völlig überschuldete, immer noch größte Volkswirtschaft der Welt ist jener Markt, von dem deutsche, italienische und japanische Unternehmen traditionell nicht ablassen wollen, und gerade ein BlackRock-Kanzler macht da keine Ausnahme.

Somit löst sich auch der vermeintliche Widerspruch doppelter Standards in Wohlgefallen auf, bei dem einerseits das Prinzip des Laisser-faire in Sachen Israel und andererseits das der Nulltoleranz gegenüber Russland praktiziert wird, einem Russland, das vom größten Kriegsopfer des von 1933-1945 währenden Tausendjährigen Reichs zum Buhmann US-dominierter Staaten wurde. All das ist nichts anderes als die Pflege von Wirtschaftsblöcken. Wäre Russland vom Wertewesten besser auszubeuten, gäbe es auch keine Ukraineposse.

Dwight D. Eisenhower war der letzte US-Präsident, der Israel keine Carte Blanche erteilte und auch nicht dazu bereit war, die zionistische Außenpolitik mit jener der USA abzugleichen. Seither jedoch gilt die einst bei Tucker Carlson geäußerte Feststellung, dass jedes Mitglied der Republikaner über einen zionistischen „Babysitter“ verfüge, der ihm vorschriebe, wie er abzustimmen habe. Israel ist mächtigster US-Präsidentenflüsterer, seine völkische Expansionspolitik größte Gefahr für die Weltbevölkerung.

Natürlich ist die neozionistische Abrissbirne peinlich für ein sich wertorientiert gebendes Deutschland, doch dazu gibt es ja die Erfindung einer allmächtigen Staatsräson, die zwar nichts als eine Lüge ist, dafür aber im Panzer staatlicher Unumstößlichkeit antritt. Man stelle sich vor, Russland wäre ähnlich privilegiert. Was würde dann aus all dem Zirkus um die neudeutsche Wehrmacht? Richtig, sie wäre kein Thema. Außerdem wären die Nord-Stream-Pipelines noch funktionstüchtig, die deutsche Industrie konkurrenzfähig und der Politikbetrieb müsste wieder reale Probleme lösen.

Zbigniew Brzeziński war ehrlich, seine Gefolgschaft ist es nicht. Russland soll plan- wie ziellos ruiniert werden, „whatever it takes“ (was immer dies erfordert). Die währenddessen vor allem mit deutschen und US-Waffen gemästete neozionistische Riesenarmee fühlt sich je nach Gemütslage Bibis bedroht und darf als vorgeblicher Rächer der Taten deutscher Kriegsverbrecher so viele neue Kriegsverbrechen begehen, wie es ihr beliebt. Keine Konsequenzen. Und obgleich der Dorn Viktor Orbán im Auge der kapitalistischen EU nun in Sachen Ukraine nicht mehr stört, fehlt er fortan wiederum in seiner Rolle als Bremsklotz sämtlicher antiisraelischen EU-Maßnahmen, zumindest schien dies so. Deutschland und Italien jedoch blockierten jüngst die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der Europäischen Union und Israel. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Russland soll zur vorgeblichen Rettung des „failed state“ (gescheiterten Staats) Ukraine ruiniert werden, während Israel in alter Gewohnheit ungestraft Land raubt, gegen das Völkerrecht verstößt, Kriegsverbrechen begeht und seinen Genozid fortsetzt.

Russland, das sich vom transatlantischen Club weder beherrschen noch in den Würgegriff nehmen lassen will, soll daher mit einem unglaubwürdigen Bedrohungsszenario gefügig gemacht werden, das Israel sich hätte ausgedacht haben können. Spätestens seit der Unterstützung der Brzezińskischen Ukraine-Obsession ist deutsche Außenpolitik nur noch Abziehbild neokonservativer US-Fantasien. Der von den USA initiierte NATO-Expansionskonflikt wurde einfach übernommen und als europäischer Konflikt deklariert, der er nie war. Eine wie auch immer geartete Form politischer Ehrlichkeit, die offen eingesteht, dass selbst um den Preis eines Atomkriegs nichts anderes als transatlantische Interessen durchgesetzt werden sollen, ist den ehemaligen Volksparteien CDU und SPD gewollt fremd, das politische und mediale Lügengebäude komfortabel genug. Das Zwischenergebnis dieser Vorgehensweise ist derweil verheerend, die Zahlen sind hausgemacht: der Wertewesten zerlegt sich selbst.

Die Strategie stimmt nicht, die Argumente überzeugen nicht und die Bilanz wird vernichtend sein. Die Schieflage vor allem der britischen, deutschen und französischen Politik ist besorgniserregend. Das nicht nur von deutscher Staatsräson immunisierte Israel konnte seine Schutzmacht USA schlussendlich von der Notwendigkeit eines aussichtslosen Kriegs gegen den Iran überzeugen. Und die Konsequenzen drohen in jeder Hinsicht beeindruckend zu werden, auf jeden Fall geht es Europa an die Substanz. Die seit der Ukraineposse bereits kaum mehr zu bewältigenden Energiekosten drohen nun Höhen zu erreichen, zu deren Kompensation die im Aufrüstungsrausch befindlichen EU-Staaten nicht mehr über die Mittel verfügen. Die Lebenshaltungskosten sämtlicher Bürger wie auch die Produktionskosten zahlreicher Industriezweige dürften zu weiteren Rissen im Fundament der EU führen. Doch anstelle einer nüchternen Reaktion darauf und der sofortigen Anpassung der Politik an die dramatisch veränderten Umstände reagieren der BlackRock-Kanzler und seine EU-Außenstelle Ursula mit Trotz. Jetzt erst recht soll nichts, aber auch rein gar nichts mehr aus Russland importiert werden. Für die Bürger der Mitgliedsstaaten sind silberne Nixchen und goldene Warteweilchen vorgesehen. Das ist keine Außenpolitik, Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik mehr, es ist Unfähigkeit.

Ein Russland-Fan in Brüssel radelt in den russischen Nationalfarben über eine vielbefahrene Kreuzung im Diplomatenviertel
Wird auch er bald sanktioniert? Radelnder Russland-Fan in Brüssel.

So der Plan sein sollte, die EU zu opfern, um Russland zu ruinieren, kann von dessen baldiger Erfüllung ausgegangen werden. Wahrscheinlich ist intellektuelle Impotenz oder Trägheit die einfache wie erschreckende Erklärung sämtlicher ausbleibender Handlungen. Die endlose Lawine antirussischer Sanktionen – vergangenen Donnerstag wurde bereits das 20. Paket verabschiedet – lässt auf einen lange vorbereiteten Nervenkrieg seitens der EU wie der NATO schließen. Die gnadenlose NATO-Expansion bis vor die Tore Moskaus war, ist und bleibt das einzige Ziel, seit langem Bestandteil der US-Umzinglungstaktik des größten Landes der Welt. Sollte dies jedoch nicht zu erreichen sein, war, ist und bleibt ein maximales Sanktionsregime vorgesehen, um Russland auf diesem Wege kleinzukriegen und es zu zwingen, sich den Prinzipien des Wertewestens unterzuordnen. Die beiden unberechenbaren Faktoren Netanjahu und Trump (Titelbild) indes waren niemals Bestandteil dieses primitiven transatlantischen Modells, so dass es nun wie zu erwarten nicht mehr funktioniert.

Deutschland ist nicht lernfähig. Es nimmt leichtfertig in Kauf, dass sich ein schwer bewaffnetes NATO-Mitglied exakt zwischen den beiden Krisenherden Ukraine und Israel befindet und es jederzeit zu einer nicht mehr zu bewältigenden Ausweitung der Kriegshandlungen kommen kann. Erdoğans Türkei hat den Finger am Abzug, der Duft verkohlter Leichenteile und verbrannter Erde zöge dann schneller als erwartet auch nach Kerneuropa. Alles, was jedoch von Marionetten wie Macron, Merz und Starmer inmitten einer uns bereits heimsuchenden Phase der Deindustrialisierung zu vernehmen ist, ist der Ruf nach mehr Waffen, mehr Zerstörung und noch mehr Zeitverschwendung.

Israel befindet sich im Krieg mit Palästina, dem Libanon, Syrien, dem Iran und dem Jemen, verbal zunehmend auch mit dem Irak und der Türkei. Spätestens jetzt dürfte auch dem letzten christlich-kapitalistischen Hinterwäldler bewusst geworden sein, dass der real existierende Zionismus keine Chance auf Überleben inmitten Arabiens hat. Eroberung und totale Zerstörung sind als Zukunftsstrategien ungeeignet. Die israelische Opposition hat sich selbst deaktiviert und wird daher den von Netanjahu gehegten und gepflegten Wahnsinn weder zu beseitigen noch in den Griff zu kriegen wissen. Bibi mag abgewählt werden, der von ihm gesäte Hass aber bleibt im Land weiter vorherrschend.

Deutschland, einst Verbündeter eines Osmanischen Reiches, das sich von Jugoslawien bis nach Ägypten und darüberhinaus erstreckte, ist heute engster Verbündeter des Zerstörers dieser Region. Zum Schutze eines Landes, das kaum mehr als eine Kolonie der USA ist, schafft es sich mit ganzer Kraft Feind über Feind direkt vor seiner Haustür, vernichtet einerseits erfolgreich seinen Ruf als Freund Arabiens und baut sich andererseits einen Ruf als selbstzerstörerische Wirtschaftsmacht im Dienste Israels und der USA auf. Es verfügt über keinerlei diplomatische Fähigkeiten mehr und setzt sich erneut zum Ziel, mit kriegerischer Aggressivität Konflikte beseitigen zu wollen, die es zuvor in zwei Weltkriegen selbst geschaffen hat. Deutschland ist nicht nur unbelehrbar, sondern auch unverbesserlich.

Da wird eine ganze Nation [die USA] gedemütigt durch die iranische Staatsführung.

Friedrich Merz verwechselt am 17. April 2026 Täter und Opfer im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran

Durch den jüngsten (brutalen völkerrechtswidrigen) Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran kam es zur Ausweitung der Konfliktzone auf weitere Staaten, darunter Aserbaidschan, Bahrain, Jordanien, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. In Europa werden dringend benötigte Steuergelder in einem gescheiterten Staat verbrannt, dessen Oligarchen gleichzeitig und für alle sichtbar hemmungslos mit Geld um sich werfen. In Monaco kauft sich der Ukrainer Rinat Achmetow die teuerste Wohnung der Welt für 471 Millionen Euro, in der Ukraine steht der Selenski-Vertraute Timur Mindich inmitten eines weiteren Skandals der Veruntreuung von 100 Millionen US-Dollar. Dennoch wird die Ukraine im Krieg gegen Russland von 28 Ländern unterstützt, sodass mittlerweile deutlich über 40 Staaten zumindest indirekt in kriegerische Handlungen verwickelt sind.

Die Politik der US-Vasallen ist falsch und wird auch nach jahrzehntelanger Konfrontation mit Arabien und Russland nicht richtiger. Die transatlantische Geldblase ermöglicht ihren Günstlingen jedoch zu viele finanzielle Vorteile, um diese zugunsten einer dringend nötigen neuen Weltordnung aufzugeben. Stattdessen werden sorgsam die Leichen Israel, NATO, Ukraine und USA gepflegt. Das dadurch entstehende sozial zerrüttete und verarmte Europa, das dazu vorgesehen ist, einen Dauerkrieg gegen China, Russland und vor allem die nach oben offene Feindskala Israels mit zu führen, wird von der transatlantischen Clique einfach ausgeblendet.

David Andel