Marwan Hamed

Kairo im Kino

Der 1977 geborene ägyptische Regisseur Marwan Hamed gibt dem Kino seines Landes ein Selbstbewusstsein zurück, das es seit langem verloren hatte und das auch dazu in der Lage wäre, einem internationalem Publikum einen unterhaltsamen Blick in die ägyptische Seele zu ermöglichen, wäre sein Werk nur irgendwo erhältlich. Das Problem ist

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Charles de Gaulle und David Ben Gurion (1960)

Der General

Sie wollen in den Krieg ziehen, sind aber noch nicht einmal zu Frieden imstande. Das politische Mittelmaß Europas steuert mit voller Kraft in Richtung Postdemokratie. Nirgends ist ein Politiker vom Format Charles de Gaulles auszumachen, sondern nur zu strategischem Denken unfähige Kleingeister, die orientierungslosem Alarmismus frönen, ihre Staatshaushalte für Generationen

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Ein Trampel an der Spitze einer Nation

Simples vom Simpel

In vergangenen Tagen war der gemeine Simpel leicht auszumachen. Meist trug er braune Socken, Sandalen und beim Autofahren einen Hut. Auf der hinteren Ablage seines Fahrzeugs nickte zustimmend ein Wackeldackel, während Gartenzwerge über sein trautes Heim wachten. Die simultane Verwendung von Gürtel und Hosenträger ließ auf ein hohes Sicherheitsbedürfnis schließen

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Ruhollah Musawi Chomeini

Das selbstgemachte Reich des Bösen

Wenn ein Land als Paradebeispiel für die verabscheuungswürdige Doppelmoral des Wertewestens dienen muss, dann der Iran. Nirgends lässt sich die Verlogenheit der Briten und US-Amerikaner sowie deren Gefolgsstaaten besser beobachten als dort. Das Ergebnis ist ein eisiger Frieden, der jederzeit als auslösender Funke für einen Dritten Weltkrieg dienlich sein kann.

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GERD

GERD hat Durst

GERD ist nicht etwa der Kosename des bundesrepublikanischen Ex-Schröders, sondern die Abkürzung für „Grand Ethiopian Renaissance Dam“ (Talsperre der großen äthiopischen Wiedergeburt) und hat das Zeug dazu, im Sudan wie in Ägypten für eine Menge Ärger zu sorgen. Noch verlaufen die Verhandlungen um das Großbauwerk friedlich und noch ist es

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Die französisch-arabische Band Al-Qasar

Orientalisches Wutbad

Während dem „Fête de la Musique“ in Brüssel hatte der geneigte Melomane mit Sinn fürs Exotische erstmals seit längerer Zeit wieder Gelegenheit, dem Nahen Osten einen Besuch abzustatten. Neben der türkischen Band Lalalar und Jawhar, einer beeindruckenden magrebinischen Version von Nick Drake, war es vor allem der wütende Charme von Al-Qasar, der zu

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Port Said am Sueskanal

Die Disposition

Abdel Nasser war, noch nach dem von ihm unternommenen Staatsstreich, scheinbar ein völlig unbekannter Mann. In den Berichten über den Sturz König Faruks fehlte sogar sein Name. Zum erstenmal genannt wurde er erst einen Monat nach dem Umsturz. Damals hieß es, man fände ihn immer an der Seite General Nagibs.

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