Mohammad Mossadegh

Fluch der Vergangenheit

Mit seinem 2019 vollendeten Werk Coup 53 verwirklichte der iranisch-britische Dokumentarist Taghi Amirani ein überfälliges Projekt der Aufklärung. Der persönlich wirkende, dennoch nicht minder sachlich protokollierende Film schildert beeindruckend vollständig in knapp 120 Minuten das Schicksal des letzten demokratisch legitimierten iranischen Premierministers Mohammad Mossadegh, den Großbritannien und die USA aus Gier und Großmannssucht mit Gewalt

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Port Said am Sueskanal

Die Disposition

Abdel Nasser war, noch nach dem von ihm unternommenen Staatsstreich, scheinbar ein völlig unbekannter Mann. In den Berichten über den Sturz König Faruks fehlte sogar sein Name. Zum erstenmal genannt wurde er erst einen Monat nach dem Umsturz. Damals hieß es, man fände ihn immer an der Seite General Nagibs.

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Jassir Arafat (1976)

Geht nichts mehr ohne die PLO?

Die Erfolge auf dem diplomatischen Parkett – Jassir Arafats „Palmzweig-und-Kalaschnikow-Rede“ vor der UN-Vollversammlung, die Anti-Zionismus-Resolution der UN-Vollversammlung, und die nur durch ein amerikanisches Veto verhinderte Resolution über das Selbstbestimmungsrecht der Palästinaflüchtlinge in einem eigenen Staat im UN-Weltsicherheitsrat, ebenso wie die an der zunehmend hochkarätigeren Auswahl ihrer Gesprächspartner in Moskau sichtbar

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Faruk und Gesellschaft

Ägypten tanzt auf dem Vulkan

Ägypten tanzt auf einem Vulkan. Die Weltuntergangsstimmung, wie sie typisch war für die High Society der todgeweihten Dynastie König Faruks, ergriff jetzt auch die nasseristische Upper Class. Beim Gastspiel des Londoner Covent Garden Ballet im Son et Lumière-Freilichttheater unterhalb der Pyramiden und der Sphinx von Gizeh entstiegen den chromblitzenden amerikanischen

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Abd al-Hakim Amer in Sanaa

Die Araberstaaten nach dem Nullpunkt

Wie lange hält sich Abdel Nasser noch an der Macht? Das – und nicht die arabisch-israelischen Friedensmöglichkeiten, die Aussichten des auf der Khartumer Gipfelkonferenz erzielten ägyptisch-saudischen Jemen-Abkommens oder die Zukunftschancen Transjordaniens – ist gegenwärtig die Schlüsselfrage nahöstlicher Politik. Der Nildiktator fand paradoxerweise nach seiner größten Niederlage die stärksten Verbündeten: USA,

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Pyramide in Gizeh

Ägyptenreise ohne Dragoman

Ägypten ist ein altes Reiseland. Die bildungs- und sonnenhungrigen Gruppenreisenden, die es — tunlichst zwischen September und Mai — als Ziel wählen, bewegen sich auf vielbegangenen Trampelpfaden der Weltgeschichte. Auf ihnen kamen schon Griechen und Römer, Byzantiner und Perser, Araber, Franzosen und Engländer daher, um nacheinander eine der ältesten Hochkulturen

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Hauptsitz der Arabischen Liga

Die Konferenz der arabischen Staaten in Kairo

Ein buntes Fahnenmeer wogte über den Straßen. Farbenprächtige Wasserkaskaden schossen aus dem Springbrunnen am »Midan al-Tahrir«, dem Freiheitsplatz im Stadtzentrum, und mitten aus dem Nil empor. Die Häuser waren mit phantastischen Lichterketten geschmückt. Alles zu Ehren von dreizehn Königen und Staatsoberhäuptern, die sich fünf Tage lang zur ersten »Arabischen Gipfelkonferenz«

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Premierminister Gamal Abdel Nasser (rechts) und Präsident Mohammed Naguib (links) in einem offenen Auto während der Feierlichkeiten zum zweiten Jahrestag der ägyptischen Revolution von 1952

Revolution ohne Lehrbuch

Der gewaltsame Sturz der Feudalherrschaft im Jemen, die Schüsse an der Grenze dieses arabischen Staates und ihr Echo auf der diplomatischen Bühne haben die Aufmerksamkeit erneut auf ein Land gelenkt, das vor wenigen Monaten den 10. Jahrestag seiner Revolution feiern konnte und seitdem Vorbild und Zentrum aller arabischen Revolutionen ist,

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