Gesellschaft

Wehe, wenn sie losgelassen!

Rechtspopulistische Parteien sowie deren Wähler sind gehorsame Soldaten eines endlosen Krieges gegen eine niemals abnehmende Überzahl amorpher Feinde. Sobald diese jedoch auf das kampfuntüchtige Heer des karriereoptimierten Gemeinplätze-Debattierclubs aus den Reihen so genannter Volksparteien treffen, entsteht ein asymmetrisches Schlachtfeld, welches das Kartenhaus einer bislang als Ordnung missverstandenen wie verkauften Kleptokratie in Sekundenschnelle zum Einsturz bringen kann. Am 23. Juni haben England, Wales und die britischen Midlands gegen die EU-Mitgliedschaft gestimmt und damit das selbsternannte große Britannien aufs Wesentliche reduziert. Währenddessen findet in den USA ein Wahlkampf zwischen Herrn Großmaul Pest und Frau Lobby Cholera statt. Eine sinnlose Auseinandersetzung, die die Interessen des Bürgers nicht nur missachtet, sondern auch den oligarchischen Geist des Sternenbanners offenbart. Ist dies der Schwanengesang dessen, was die Militärmächte mit angeschlossener Bevölkerung allen Ernstes noch zu verteidigen suchen?


Bild: Walter Piesch

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Hip hip Hipster?

Lifestyle-Laien rätseln: sind Hipster avantgardistische schwarze Jazzmusiker, frisch gewaschene Hippies oder ulkige bärtige Männer in Holzfällerhemden? Richtig, alles und nichts davon. Auffällig oft sieht man sie heute aber hinter einem Mac.


Bild: Archiv

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Nimmersatte Netzwanze

Spionage, Verfassungsschutz und Polizeiarbeit werden immer dann gefährlich, wenn sie sich anlassfrei und unter Vorgabe verschwommen gerechtfertigter höherer Ziele gegen den Bürger richten. Doch scheinen besagte Kräfte noch weiter gefasste Machtphantasien zu pflegen, nämlich den Aberwitz, das Internet vollständig beherrschen zu wollen. Dabei spielt die schleichende Zerstörung ehemals dezentraler Strukturen durch immer zentralere Datenhorte in den Händen nur weniger Unternehmen eine nicht unbedeutende Rolle, vermittelt sie doch den Trugschluss, es gäbe nichts anderes mehr. Aber was hat den Staaten oder deren Bürger die Überwachung bislang gebracht?


Bild: Archiv

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Wer war Joe Van Holsbeeck?

Besucher und Bewohner von Europas Hauptstadt Brüssel werden sich schon bald fragen, wer wohl jener Joe Van Holsbeeck gewesen sein mag, nach dem eine kleine Straße im Stadtteil Haren (nahe des NATO-Hauptquartiers) benannt werden soll. Ein Schriftsteller, Politiker oder Komponist? Nein, ein iPod-Mordopfer.


Bild: Archiv

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Der Fan, das unbekannte Wesen

„Frage nicht, was Apple für Dich tun kann, sondern was Du für Apple tun kannst!“, lautet die kompromisslose Devise echter Apple-Fans, die es trotz erster Dellen am Image des Unternehmens immer noch zahlreich gibt. Zur Versüßung des Wochenbeginns ein paar überhaupt nicht repräsentative Beispiele.

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Die Welt kommuniziert

Bei den alljährlich verfügbaren Statistiken des Vorjahres erscheint das Internet in Zahlen unfassbar groß, so unfassbar, dass selbst das Kommentieren einzelner Werte schwerfällt, weil es kaum mehr einen Vergleich zu vertrauten Größenordnungen gibt. Interessant aber allemal die Verhältnisse der Werte zueinander.

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Victoria Beckham, Steve Jobs und Stephen Baldwin

Manchmal ist Apple gerade dort, wo man es wirklich am wenigsten vermutet: Wer jemals die alljährlich wiederkehrende TV-Sendung „The Most Annoying People“ im britischen Fernsehen gesehen hat, sollte aber auf alles gefasst sein.


Bild: BBC

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Unterschichten-Web

Analog zu unsäglich irrelevanten TV-Inhalten aus Neun Live, MDR oder RTL/RTL2 gibt es ähnlich großen Mist auch im World Wide Web. Nur besaß man dort die Unverschämtheit, das als eine Weiterentwicklung des Bisherigen zu vermarkten und erklärte die primitive Geschäftsgrundlage, Plattformen zum Sammeln und Austausch personenbezogener Daten zu schaffen, kurzerhand als Web 2.0.


Screenshot

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Wer arm ist, debattiert aus Neid

Neid ist die Beschreibung eines Gefühls, das man hat, wenn man etwas besitzen will, was andere schon ihr eigen nennen. Der seit Jahren zunehmend verwandte verbale Beißreflex namens Neiddebatte wiederum diskreditiert jegliche Kritik mancher Personenkreise an den Verhaltensweisen anderer Personenkreise, indem unterstellt wird, jede Kritik erfolge lediglich aus Neid und habe keine andere Ursache oder auch nur Substanz.


Bild: David Andel

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Die schleichende Ermordung der Kreativen

Ein Satz kann ein recht komplexes Gebilde sein. Damit ist nicht verbal Erbrochenes vom Schlage „Hier werden Sie geholfen“ oder „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“ gemeint, sondern eher hintergründige und nachhaltige Aussagen in Wortform. Schöne Sätze, gute Artikel überhaupt sind oft Ergebnis einer Verkettung von Zufällen, entstanden aus einer kreativen Atmosphäre heraus. Man findet sie nicht selten in Kolumnen à la „Marc Maus“, sogar in technischen Beiträgen kommen sie zuweilen vor, insbesondere dann, wenn der Autor schon tausendmal über dieselben Themen geschrieben hat und sich allmählich der Schalk im Nacken hervortut. Aber in Ruhe Artikel zu schreiben, ist nicht immer ganz einfach. Während der Entstehung dieser Zeilen passiert es öfters, dass sich in nachbarschaftlicher Nähe eine wildgewordene Horde von Männern in Overalls mit Kettensägen und Laubsaugern derart austobt, dass jeglicher gedanklicher Faden verloren geht. Auch reichen ein paar zaghafte Sonnenstrahlen schon, damit eine bemerkenswert gut ausgestattete Rasenmäher-Armee zum Kampf bläst. Erst der Rasen, dann die Hecken, dann die Reparatur des Zaunes, dann die Reinigung der Fugen zwischen den Steinplatten. Die Frage kommt auf, in welcher Weise dies noch andere Menschen allmählich zermürben mag, die Entwickler von Software, die Reinzeichner von Druckvorlagen, die Grafiker oder auch die Studenten kurz vor einer wesentlichen Klausur.

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Von der Wiege bis zur Bahre

Wer liebt das nicht? Auf einer WWW-Seite findet sich der Verweis zu einem womöglich interessanten Artikel. Allein die Schlagzeile ist verheißungsvoll, das Thema verfolgt uns schon die ganze Zeit. Doch ein Mausklick führt uns nicht etwa zum spannenden Info-Schmankerl, sondern zum schlimmsten Schrecken des Internets, Alptraum eines jeden Datenreisenden, Coitus Interruptus des Lustwandlers in der Informationsgesellschaft – einem ganz miesen kleinen dreckigen Formular. Voller Hinterlist und Tücke stellt es sich wie ein wuchtiger Tür steher aus dem Rotlichtmilieu mitten in den Weg zur Information: Wer bist Du überhaupt, was willst Du hier, zeig mir erst mal Deinen Ausweis!

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Macht der Versuchung

Viele Menschen legen sich beruflich im Leben schon leichtsinnig früh fest, etwa um eine so genannte „Ausbildung“ und damit ein vermeintliches Existenzrecht in einer jedoch an fachlich fi xierter Arbeitskraft zunehmend desinteressierten Gesellschaft zu erwerben. Sie heiraten oft ebenso früh, um aus den Zwängen des Elternhauses in die Zwänge der institutionalisierten Partnerschaft zu wechseln, verschulden sich früh, um die vier Wände eines meist viel zu kleinen, viel zu kompromissbehafteten Eigenheims bewohnen zu können, das tatsächlich aber noch lange zu den wirksam eingesetzten Druckmitteln eines Kreditinstitutes gehört und resignieren dann bei weitem zu früh, um nicht anzuecken, aufzufallen oder sich anzustrengen. Natürlich gehen alle diese Schnellschüsse nach hinten los und treffen exakt denjenigen, der sich dadurch sicher und zugehörig wähnte. Natürlich hätte sich das alles längst erahnen lassen, bestünde generell die Bereitschaft zur (Selbst-)Refl exion, zum Zweifel.

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Freud und Leid des Heimarbeiters

Was früher Privileg vor allem kreativ Schaffender war, hat sich schleichend zu einem Standard gemausert – die bezahlte Arbeit von zuhause aus. Freiheitsliebende Menschen, die jemals als Angestellte versklavt waren, wissen ein Klagelied von den Tücken des Lebens auf der Galeere zu singen. Es ist meist unumgänglich, in einem einigermaßen gepflegten Zustand erscheinen zu müssen, ausgeschlafen und gut gelaunt außerdem. Nicht selten sind längere Fahrtzeiten zum Erreichen des Arbeitsplatzes in Kauf zu nehmen, natürlich unbezahlt. Ganz besonders im Winter kann dies zum Terror der Stechuhr ausarten, ewige Staus oder überfüllte öffentliche Verkehrsmittel mal außen vor gelassen. Dann gibt es da den steten sozialen Krieg mit konkurrierenden wie böswilligen Kollegen. Und als ob das nicht reichte, reduziert sich die kostbare Freizeit gerade mal auf den späten Abend und die Wochenenden sowie den Bruchteil eines Jahres in Form von Urlaub, der jedoch nicht zwangsläufig erholsam sein muss.

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Ich weiß auch nicht, warum das bei Dir nicht funktioniert

Es hat etwas von einem Fluch. Sobald der – viel zu seltene – Fall einer Häufung von erholsamen arbeitsfreien Tagen eintritt, richten sich diese gegen einen. Dinge, die schon längst nicht mehr beachtet wurden, hören exakt dann auf zu funktionieren, wenn große Teile Europas in den Schlaf gefallen sind – in der Weihnachtszeit. Schlimmer noch, auch Geschenke, die genau ab dem Weihnachtsabend hätten funktionieren sollen, verweigern trotzig ihre Kooperation. Was dann passiert, ist fatal. So sehr sich Otto Normalanwender auch bemüht, ihm wird nirgends und von niemandem geholfen.

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Ora et Labora – über den Teufel im Detail

Macianer sind eine religiöse Vereinigung. Sie haben zwar keine Gotteshäuser oder Feiertage und auch keine heiligen Schriften, die das Leben bestimmen und interpretieren, treffen sich aber schon ab und an auf einer heiligen Messe namens MacWorld, huldigen ihrem Messias Steve Jobs und verehren den angebissenen Apfel als das allein selig machende, ja richtungsweisende Emblem. Dabei frönt der religiöse Ansatz aber wissenschaftlichen Göttern, denn der vom Baum gefallene Apfel steht sinnbildlich für Newtons Entdeckung der Schwerkraft, die Bezeichnung Darwin für den Unterbau von Mac OS X wiederum ist Beleg für ein evolutionäres UNIX. Es scheint sie zu geben, die Welt geprägt vom Macintosh, die eine, die nonkonformistische Sichtweise, die in der Aussage „Anders Denken“ gipfelt. Aber genau welcher Richtung ist die Gemeinde der Macianer nun zuzuordnen? Den Adventisten, Agnostikern, Anglikanern, Atheisten, Bahaii, Baptisten, Calvinisten, Juden, Katholiken, Muslimen, Nihilisten, Presbyterianern, Zeugen Jehovas oder gar den Rastafari? Alles falsch, denn Macianer sind nichts anderes als Satanisten!

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