Pablo Picassos „Guernica“

Der brutale israelische Angriffskrieg

Unterstützt von der rassistischsten aller deutschen Bundesregierungen tobt sich die rassistischste Regierung des zionistischen Apartheidsstaates derzeit in Gasa aus und rächt sich für eine Situation, die sie selbst herbeigeführt hat. Schon Bibis Vater Ben-Zion sehnte sich nach einem Großisrael, das im wesentlichen alle arabischen Staaten ersetzen würde. Sein Sohn würde dies gerne noch zu Lebzeiten umsetzen, wobei ihm ein selbstgeschaffenes Monster namens Hamas hilfreich zur Seite stehen wird.

Eine der wenigen verheißungsvollen Zukunftsvisionen der Palästinenser wäre eine PLO-geführte Regierung unter Jassir Arafat mit Edward Said als Außenminister gewesen. Diese Utopie jedoch war der direkte Albtraum der Zionisten, denn ein international anerkannter und womöglich gar florierender Staat Palästina inmitten des zuvor erfolgreich durch Diebstahl und Unterdrückung gewachsenen israelischen Staatsgebietes passte so gar nicht in die größenwahnsinnigen Vorstellungen Ben-Zion Netanjahus und seiner Gefolgsleute.

Arik Scharon ließ Anfang 2002 das Büro Arafats von Panzern umstellen, deren Kanonen sich direkt auf den Palästinenservertreter richteten. Im Juni 2002 schließlich wurde das Gebäude zerstört, gut zwei Jahre später kam Arafat unter fragwürdigen Umständen ums Leben, mutmaßlich vom israelischen Geheimdienst mit Polonium 210 vergiftet. Die Rechnung Israels ging auf, die Organisation zur Befreiung Palästinas hatte ihre Galionsfigur verloren und starb einen langsamen Tod. Fortan war nicht mehr die weltliche PLO, sondern der Wunschkandidat Israels, die fundamentalistische Hamas Ansprechpartner in Sachen Palästina: der perfekte Feind.

Scharon präsentierte 2004 konsequenterweise seinen Plan eines einseitigen und international nicht abgestimmten Teilrückzugs aus den besetzten palästinensischen Gebieten. Der nicht zuletzt dank Scharons innerparteilichen Konkurrenten Bibi Netanjahu immer weiter verwässerte Abzugsplan wurde Mitte August 2005 schließlich umgesetzt. Der von Netanjahu politisch geschwächte Scharon trat zwei Monate später als Premierminister zurück und beendete seine Mitgliedschaft in der Likud-Partei. Im Verlauf der Gründung seiner neuen Partei namens Kadima erlitt Scharon einen Schlaganfall, wurde infolgedessen in einem Wachkoma gehalten und verstarb schließlich offiziell am 11 Januar 2014.

Ähnlich der Vater-Sohn-Beziehung von George und George W. Bush in Sachen Irak-Vendetta handelt es sich auch im Falle Ben-Zion und Bibi Netanjahu um die Tilgung offener Rechnungen, die der Sohn aus unerfindlichen Gründen nicht aus seiner genetischen Programmierung zu löschen imstande ist. So wie Klein-Annalena aufgrund großmütterlicher Indoktrinierung gerne Russland ruiniert hätte, will Klein-Bibi immer noch sämtliche Araber vertreiben, auslöschen oder zumindest unterjochen. Es ist ein persönlicher Kampf, ein persönlicher permanenter Racheakt, eine Lebensaufgabe.

Wie bei den meisten verwirrten Existenzen dieser Größenordnung lohnt sich auch im Falle Netanjahu ein Blick auf die Familie. Bibis Vater war ein in Warschau geborener Geschichtsprofessor, der 1920 nach Palästina kam und seinen Namen von Mileikowsky in Netanjahu („Gott hat gegeben“) änderte. Den Großteil seines immerhin über 102 Jahre währenden Lebens war er als rechtsextremer Fanatiker bekannt, der seinem Sohn Binjamin (Bibi) später kein Zugeständnis gegenüber Palästina durchgehen lassen würde und ein wirklich ganz ganz großes Israel als Endziel seiner Bemühungen anstrebte.

Ben-Zion Netanjahu verbrachte mehrere Abschnitte seines Lebens in den USA, wo seine drei Söhne aufwuchsen. Als die UN-Generalversammlung 1947 den Plan zur Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat verabschiedete, unterzeichnete Vater Netanyahu eine in der New York Times veröffentlichte Petition, in der er die Resolution aufs Schärfste verurteilte. Nach seiner Rückkehr nach Israel wurde er nicht in die neue Freiheitspartei (der Vorläuferin des Likud) aufgenommen, da seine Ansichten selbst für Menachem Begins Geschmack zu extrem waren.

Uri Avnery am 9. Oktober 2010 über Benzion (Ben-Zion) Netanjahu

Im Ergebnis ist Bibi der Sohn eines rechtsextremen Juden mit starker Bindung zu den USA. Bestens präsentabel in den vor allem auf Effekthascherei ausgerichteten US-Medien und gestärkt von stramm rechtsnationalen AIPAC-Lobbyisten, die ein beträchtliches Wählerpotenzial in den USA darstellen (die Zahl der Juden in den USA und Israel hält sich derzeit in etwa die Waage). Zusammen mit dem blinden Gehorsam Deutschlands gegenüber all diesen Kräften, das Palästinenser nur allzu gerne an Stelle seiner Mitbürger bestraft sieht, ergibt sich die toxische Situation, vor der wir jetzt stehen.

Netanjahu ist damit ein vom Wertewesten gehätschelter und getätschelter Kriegsverbrecher mit unbegrenztem Handlungsspielraum bis hin zum Einsatz von Atomwaffen. Genozid an Palästinensern kann er paradoxerweise jederzeit mit den Verbrechen der deutschen Nazis gegen Juden rechtfertigen und das selbstgeschaffene Schreckgespenst der Hamas dient ihm dabei als allzeit willkommene Rechtfertigung für Mord und Totschlag.

Die seit Monaten offen rechtsextrem agierende und international zunehmend als Paria geltende israelische Regierung traf nun unvermittelt im von der Ukraine gebeutelten Wertewesten auf die erhoffte Anerkennung, da während eines hoffnungslosen Krieges nichts hilfreicher ist, als ein weiterer und noch weit gefährlicherer Krieg, um von den eigenen Misserfolgen abzulenken. Der dabei abermals zum Vorschein kommende extreme Zynismus der Fürsprecher eines vor allem kolonialistisch interpretierten Völkerrechtes ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten.

Die Zahl der in Palästina auf grausame Weise sterbenden Menschen ist wie unzählige Male zuvor ungleich höher als die Opfer auf israelischer Seite, was Ausdruck eines verachtenswerten Rassismus ist. Nein, das Leben eines Juden ist nicht so viel wert wie das von zehn oder mehr Arabern. Und nein, es waren keine Araber, die jüdische Mitbürger in den europäischen Konzentrationslagern auf grausame und industrielle Weise ermordeten, sondern es waren vor allem Deutsche. Und es ist abermals Deutschland, das heutige Deutschland jedoch, das nun den Massenmord an einem Volk gutheißt, als wäre es ein rein verwaltungstechnischer Vorgang.

David Andel