Separatismus

Herrchen gesucht

Politische Bordsteinschwalben wie Berlusconi, Sarkozy oder Blair kehren selbst im postsexuellen Alter noch wie flügellahme Motten zum Gaslicht am Regierungsstrich zurück, sofern es die Dummgeilheit des Wählers nur erlaubt. Irgendwann aber ist das Verfallsdatum der machtverzweifelten Satyre so deutlich überschritten, dass als letzte Instanz nur noch der Vorsteher des Kaffeekränzchenplanungskomitees im Seniorenheim offen steht. Auch Pudel Blair hat das nicht begriffen und streunt pinkelnd von einer Ecke zur nächsten. Herrchen ist längst weg, sein britischer Köter aber bellt verzweifelt immer noch den schimmernden Medienmond an. Wer mag ihm wohl zuhören?

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Herrenlos: wer will Pudel Blair noch hören? (Archiv)

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Terrorport Zaventem

Der ganz alltägliche Terror des vor den Stadttoren Brüssels befindlichen Flughafens im flämischen Zaventem wird keineswegs von fundamentalistischen Wirrköpfen im Gewaltrausch verursacht, sondern ist Gegenstand regionaler wie kommerzieller Interessen menschenverachtender politischer Provinzfürsten. Über dem Himmel der dichtbesiedelten Hauptstadt Europas tummeln sich nun schon seit Jahrzehnten tagein, tagaus lärmende Luftfahrzeuge, die sich um aeronautische Regeln oder die Gesundheit der Bürger Brüssels einen feuchten Kehricht scheren.

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Passagierblick auf die NATO: programmierte Katastrophe (David Andel)

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Wehe, wenn sie losgelassen!

Rechtspopulistische Parteien sowie deren Wähler sind gehorsame Soldaten eines endlosen Krieges gegen eine niemals abnehmende Überzahl amorpher Feinde. Sobald diese jedoch auf das kampfuntüchtige Heer des karriereoptimierten Gemeinplätze-Debattierclubs aus den Reihen so genannter Volksparteien treffen, entsteht ein asymmetrisches Schlachtfeld, welches das Kartenhaus einer bislang als Ordnung missverstandenen wie verkauften Kleptokratie in Sekundenschnelle zum Einsturz bringen kann. Am 23. Juni haben England, Wales und die britischen Midlands gegen die EU-Mitgliedschaft gestimmt und damit das selbsternannte große Britannien aufs Wesentliche reduziert. Währenddessen findet in den USA ein Wahlkampf zwischen Herrn Großmaul Pest und Frau Lobby Cholera statt. Eine sinnlose Auseinandersetzung, die die Interessen des Bürgers nicht nur missachtet, sondern auch den oligarchischen Geist des Sternenbanners offenbart. Ist dies der Schwanengesang dessen, was die Militärmächte mit angeschlossener Bevölkerung allen Ernstes noch zu verteidigen suchen?

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Von welchem Stier wird Europa geritten? (Walter Piesch)

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