Darf ein Filmheld wie James Bond einfach so sterben? Anscheinend nicht, denn 007 stirbt seit 50 Jahren einen langsamen und qualvollen Tod. Und anstatt ihn endlich gehen zu lassen, wird fortwährend über weitere lebenserhaltende Maßnahmen nachgedacht. Was bleibt, ist nurmehr eine Bond-Hülle.
Im November 1977 wollte ein dreizehnjähriger Fan in der (sehr) verschlafenen Hauptstadt Luxemburgs seinen ersten Bond im Kino anschauen und scheiterte kläglich. Die Altersfreigabe war ab 14 und das erzkatholische Großherzogtum von den alles andere als glaubwürdigen Liebesszenen in The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte, 1977) derart beeindruckt, dass die Gefahr, unschuldige Kinderseelen ins Verderben zu stürzen, mit aller Macht gebannt werden musste. Zum Glück fuhren die Eltern des enttäuschten Kinogängers kurz nach Paris, wo der Streifen auf den Champs-Élysées in einem Lichtspielhaus ohne Altersbeschränkung vorgeführt werden sollte. Während ihr Filius sich vom Kampf Curd Jürgens alias Stromberg gegen Roger Moore alias 007 mitreißen ließ, tranken die Erwachsenen ihr Gläschen Wein nebenan. Was sie nicht wussten, war, dass der Film ganz woanders zu sehen war und das nahe liegende Kino lediglich für ihn warb. Das hielt den jungen Bond-Fan noch längst nicht davon ab, die zwanzig Minuten Fußmarsch anzutreten und sein Filmerlebnis im richtigen Kinosaal zu genießen. Gemäß Murphys Gesetz lief der Film dort schon seit fast einer Stunde, sodass dies die darauffolgende erneute Vorführung richten sollte – in Paris durfte man das. Auf diese Weise dauerte der Film samt Fußmarsch läppische drei Stunden, während das ursprüngliche falsche Kino neben dem Café wegen eines (angedrohten?) Anschlags mit großem Polizeiaufgebot geräumt wurde. Weitere Details sollen den Leser nicht stören, das Wiedersehen mit den Eltern war aber ein sehr freudiges und der damals Dreizehnjährige der mittlerweile etwas geläuterte Verfasser dieser Zeilen.
Das erste Dutzend Bond-Verfilmungen war Wohlfühlkino für Jungs mit phantastischen Träumen. Am Ende fast aller 007-Abenteuer gab es zwar eine Massenschlägerei mit allerlei Explosionen, doch war die kaum mehr als Beiwerk. Bond, James Bond – eine Vorstellung, zumindest so berühmt wie die Werbeslogans vom Tiger im Tank oder endlos laufender Volkswagen. Der James Bond der Romane trinkt zu viel, isst zu ungesund, setzt sein Leben viel zu oft aufs Spiel und hat viel zu viele Affären. Er kennt sich aber in der Welt der Fünfziger ausgezeichnet aus und übersteht daher unter oft starken körperlichen Leiden die abenteuerlichsten Geschichten. Mit der Wirklichkeit eines Geheimagenten haben natürlich weder die Bücher noch die Filme etwas zu tun, manche echte Vertreter des zweitältesten Gewerbes der Welt dürften sich dies aber durchaus gewünscht haben, denkt man beispielsweise an die verkrachte Existenz des „Champagnerspions“ Wolfgang Lotz, der sein irdisches Dasein mit dem Verkauf von Angelruten in München abschließen musste.
Die kommerzielle Flanke des Wokismus droht nun diesen übersexuellen Helden wunderbar gestriger Literatur nicht nur ein für allemal zu entmannen, sondern auch noch ganz tief ins Kellergeschoss der Gewöhnlichkeit herunter zu befördern. Eine politisch korrekte multiethnische Spionage-Amazone, die sich wie Lara Croft durch ein Universum des Unfugs kämpft, braucht die Welt gewiss nicht ein weiteres Mal. Wozu das Ganze noch, wenn all dies in werbeverseuchten Umsetzungen stattfindet, die nichts mit ihren Romanvorlagen zu tun haben, die wiederum nichts mit der banalen Realität zu schaffen haben? Fast scheint es so, dass die Sehnsucht nach alten Tagen zwar immer noch überwiegt, unsere Gegenwart aber nicht mehr dazu in der Lage ist, angenehme Träume, so albern sie auch sein mögen, überhaupt noch ohne Hintergedanken zu transportieren. Was bleibt denn bitte schön, wenn sämtliche Phantasien ausgenutzt oder wegrationalisiert werden?

Die Fünfziger waren eine Zeit, in der sich Reisende mit lauten und langsamen Flugzeugen von Stadt zu Stadt oder Kontinent zu Kontinent quälten. Dies lief nicht ohne Zwischenlandungen ab, während derer Passagiere gut zu essen pflegten und miteinander ins Gespräch kamen. Es war die Epoche, in der es noch den erbitterten Kampf zwischen Kapitalismus und Kommunismus gab und sich unter jedem verstaubten Teppich ein alter Nazi fand. Frauen trugen Frauenkleider, Männer soffen und rauchten und Kinder spielten auch außerhalb des häuslichen Hochsicherheitstrakts. In vielen Berufen und an vielen Orten gab es präzise Vorschriften bis ins kleinste Detail. So trugen Mitarbeiter von IBM blaue Anzüge und Stewardessen vieler Fluglinien durften weder heiraten noch altern.
Vorname: JAMES. Größe: 183 Zentimeter; Gewicht: 76 Kilogramm; schlanker Körperbau. Augenfarbe: blau, Haarfarbe: schwarz. Narben auf der rechten Wange und linken Schulter. Spuren plastischer Chirurgie am rechten Handrücken; vielseitig begabter Athlet; Experte im Schusswaffengebrauch, Boxer, Messerwerfer; benutzt keine Verkleidungen. Fremdsprachen: Französisch und Deutsch. Starker Raucher (besondere Zigarettenmarke mit drei goldenen Ringen); Laster: Alkohol, aber nicht im Übermaß, und Frauen. Ist vermutlich nicht bestechlich.
Auszug aus Liebesgrüße aus Moskau, Seite 76ff.
In den Bond-Romanen floss Alkohol in Strömen, insbesondere Wodka Martini oder die Fleming-Version namens Vesper (wie Vesper Lynd). Die Rezeptur dazu findet sich im ersten Bond-Roman, leider gibt es den erforderlichen Kina Lillet seit 1986 nicht mehr, während die verbliebene Variante Lillet Blanc weniger Chinin enthält. Bond aß üppig und trank dazu grundsätzlich etwas auf oder gegen seine Gesundheit. Man „brauchte“ immer wieder einen Drink, um überhaupt wieder auf vernünftige Gedanken kommen zu können, nach allerlei Attentaten auch mental wieder zu den Lebenden zurückzukehren oder schlicht Mut zu finden. Selbst gewissen Rauschmitteln konnte Bond etwas abgewinnen, wenn er etwas bestimmtes erreichen wollte.
Wie lässt sich dies mit der Gegenwart vereinbaren? Gar nicht gut. In unseren Tagen ist zwar jeder darum bemüht, besonders große Toleranz zu äußern, nicht aber unbedingt zu leben, eher den Tod so lustlos wie nur vorstellbar möglichst lange hinauszuzögern. Tatsächlich gibt es mittlerweile mehr und vor allem unausgesprochene Regeln als zu Zeiten Flemings ausgesprochene und später im Rahmen zahlloser vermeintlich emanzipatorischer Routinen bekämpfter. Altmodisch-unbeholfenes Flirten zwischen Mann und Frau fällt in den Bereich sexueller Belästigung, das Tätscheln des Kopfes eines fremden Kindes hat einen mütterlichen Wutausbruch zur Folge und zwischen Nichtrauchern und Rauchern herrscht zumindest kalter Krieg. Das mag zwar alles irgendwie berechtigt sein, Fleming hätte dem aber nichts abgewonnen.
Was machen Filmproduzenten also, wenn ein Dauerheld sozusagen aus der Zeit rutscht? Seit Roger Moore versuchen sie es mit Klamauk und Action, seit Timothy Dalton nur noch mit Action. Obgleich Moore von Anfang an für die Rolle vorgesehen, aufgrund seines überfüllten Terminkalenders niemals aber verfügbar war, kamen zunächst der ironische Alpha-Schotte Connery und dann der australische Kleiderständer Lazenby an die Reihe. Die sieben Filme, die sie ablieferten, können sich bis heute sehen lassen, zumal sie die einzigen bleiben sollten, die zumindest stellenweise mit den Romanen Gemeinsamkeiten vorweisen.

Heute wissen wir, dass in US-Cartoons eine gewisse Ausdrucksweise einem bestimmten Bestandteil der US-Bevölkerung zuzuordnen ist. Disneys Goofy mag für viele von Erika Fuchs erfolgreich umerzogene Deutsche einfach des Mausheldens bester Freund sein, im US-amerikanischen Original spricht er jedoch wie die Karikatur eines Afroamerikaners, dessen Name suggeriert, er wäre einfältig, was er mit seinen Handlungen zudem fortwährend bestätigt. Auch in Flemings Werk wimmelt es von solch althergebrachten Stereotypen. Von Weißen ist nie die Rede, von Negern aber allemal. Und Bond erkennt auch sofort, wenn er es mit einem Juden zu tun hat. Heute gälte Bond daher als Rassist, was aber so gut wie für alle seine „weißen“ Zeitgenossen damals der Fall war.
Wird diese überholte Ausdrucksweise mit der Brille politischer Korrektheit oder anderer Manipulationen überarbeitet, dann ist das wie schon bei Frau Fuchs der Fall nicht weniger als Geschichtsverfälschung. Die Bond-Romane leben buchstäblich von der Beschreibung überholter Gesellschaftsmuster. Werden diese aufgeweicht oder gar entfernt, dann entsteht daraus vielleicht etwas, was unsere nur noch selten erträgliche Erwartungshaltung scheinbefriedigt, mit der Eigentümlichkeit jener Tage, in der die Geschichten spielen, hat das dann aber nichts mehr zu tun. Ob solch angepasste Abenteuerromane überhaupt sinnvoll oder auch nur lesenswert sind, sei dahingestellt.
Bis das erste Bond-Abenteuer Flemings Casino Royale Bestandteil der Eon-Filme wurde, vergingen Jahrzehnte. Die erste Verfilmung fürs Kino fand außerhalb der Connery-Reihe statt und hatte es in sich. Vielen damaligen Zuschauern dürfte es heute nicht zuletzt altersbedingt schwerfallen, die beiden Klamaukorgien What‘s New Pussycat (1965) und Casino Royale (1967) überhaupt auseinanderzuhalten, zumal sich einer noch auf den anderen bezieht, da Peter O’Toole nach 105 Minuten in letzterem ohne jeden Zusammenhang Dudelsack-spielend durchs Bild läuft, während er in ersterem die Hauptrolle spielt.
Der Roman ist eher düster und Kind des Kalten Krieges. Aus heutiger Sicht überraschend ist daher auch die fast durchgehende Löschung des Ost-Westkonflikts in den ersten Eon-Verfilmungen. In den Connery-Filmen wurde dazu eigens eine Organisation namens S.P.E.C.T.R.E. erfunden, die im Gegensatz zu den Romanen die Konkurrenz zwischen Warschauer Pakt und NATO zur Nebensache erklärt und aus London, Moskau und Washington so etwas wie überstaatliche Kompagnons im Kampf gegen eine erpresserische Unterwelt-UNO macht. Garniert wurde das Ganze mit einem Filmbösewicht namens Ernst Stavro Blofeld, der bei jedem Auftritt anders aussah, ebenso wie Bond-Kumpel Felix Leiter, der zwar schon in den Romanen vorkam, in Live And Let Die aber nicht ganz unbedeutende Bestandteile seines Körpers einbüßte, die CIA verließ und für Pinkerton arbeitete.


Mit Roger Moore ließen die Produzenten der Filme S.P.E.C.T.R.E. zunächst fallen und in The Living Daylights (Im Angesicht des Todes) kehrte Bond in den Kalten Krieg zurück, was aus heutiger Sicht zumindest bedauerlich ist, da die mediale Abwesenheit plumper Ost-West-Propaganda den Wert einer Urlaubsreise hat. Erinnerungen an die Nachkriegszeit Deutschlands werden wach, in der alte Kameraden noch derart omnipräsent waren, dass in der deutschen Version von Hitchcocks Notorious (Berüchtigt, 1946) die Nazis wegsynchronisiert und zu Drogenschmugglern wurden, was den ersten deutschen Titel Weißes Gift erklärt, obgleich das fragliche „Gift“ Uran und somit schwarz war. Es wäre kaum mehr verwunderlich, würden im wenig verheißungsvoll kriegstüchtigen Deutschland Filme wieder auf eine Weise nachbehandelt, damit vor allem bei Langzeitarbeitslosen entsprechender Blutdurst entsteht.
Als Herschel „Harry“ Saltzman aus dem Bond-Business ausstieg, sich auszahlen ließ und sich mit der Verfilmung dreier Romane von Len Deighton nach mehr intellektueller und kultivierter Substanz sehnte, ging es mit James Bond wenig überraschend abwärts. Albert R. Broccoli war der eindeutig kommerziellere der beiden Produzenten und schon sein erstes alleiniges Projekt The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte, 1977) bot keinen Anlass zum Optimismus. Die Filmmusik von Marvin Hamlisch war schrecklich und die Auftritte des Hünen Richard Kiel peinlich. Nun war klar, dass die Fleming-Verfilmungen nur noch für Kommerzistan hergestellt würden.

Während am Anfang des Eon-Unternehmens etwa seitens der Autohersteller kaum Interesse daran bestand, ihre hochpreisigen Produkte für die noch unbekannte Filmreihe zur Verfügung zu stellen, änderte sich dies mit zunehmendem Publikumserfolg schnell, sodass James Bond immer mehr zur Dauerwerbeveranstaltung auf der Leinwand wurde. Aber auch die Darsteller und das übrige Produktionspersonal profitierten deutlich. Wer als Schauspieler in einem Bond mitwirkte, konnte sich – abgesehen von der Eintagsfliege George Lazenby vielleicht – anschließend seine Rollen aussuchen. Gleiches galt für die Filmbauten von Ken Adams, der im weiteren Verlauf seiner Karriere sogar die Hilfe von Stanley Kubrick in Anspruch nehmen durfte. Insbesondere aber John Barry setzte sich mit seiner unvergleichlichen musikalischen Untermalung ein Denkmal, seine Musik war unverzichtbarer Bestandteil der bekanntesten Bond-Verfilmungen. Das ging so weit, dass man für ihn einen kleinen Auftritt in Deadfall (Die Todesfalle, 1968) einbaute, was ordentlich missglückte, da Barry einer Darstellerin auf die lange Robe trat – eine Szene, die im Film verblieb.

Auch nach dem Ende von Bonds Gegenspieler Blofeld und der Terrororganisation S.P.E.C.T.R.E. nähern sich Bücher und Filme nicht einander an. So wird in Moonraker (1979) aus der Interkontinentalrakete eines Nazis zur Vernichtung Londons ein Space Shuttle zur Gründung einer neuen Herrenrasse. Im Roman ist Bösewicht Hugo Drax ein notdürftig zusammengeflicktes Opfer des Zweiten Weltkriegs und im Film dessen von Michel Lonsdale gespieltes filmisches Pendant ein optisch ansprechenderer Elon Musk mit besten Umgangsformen. Ironischerweise werden Drax im Roman „lonsdalische“ Eigenschaften zugesprochen, was in gewissen Kreisen umgangssprachlich jemanden mit schlechtem Geschmack beschreibt. Immerhin sieht man in einer der Szenen des Films ein altes Mercedes-Cabrio, das auch in einer sehr packend beschriebenen Verfolgungsjagd im Buch eine Rolle spielt, obgleich nicht das gleiche Modell. Aus Filmen, die zumindest noch vage auf den Romanen basierten, wurden nun Action-Happenings, die nurmehr die Namen der Romane enthielten.

Hoagy Carmichael (Titelbild), Komponist des unvergesslichen Liedes Rockin’ Chair, das Louis Armstrong zumindest verewigt hat (und dem Verfasser dieser Zeilen die höchsten Glücksgefühle vermittelt), war einer jener Männer, an die Ian Fleming dachte, als er sich James Bond bildhaft vorstellte. Von Sean Connerys Erscheinungsbild war er zunächst enttäuscht, bis er ihn dann gehen sah, was dieser offenkundig männlich genug beherrschte, um Fleming zufriedenzustellen. Die beiden Nachfolger George Lazenby und Roger Moore kannte Fleming aufgrund seines frühen Todes nicht mehr, von Moores zunehmend ironischer Darstellung des Romanhelden wäre er vermutlich entsetzt gewesen. In den Filmen sollte Bond einen überzeugenden Lebemann geben können, wozu nicht zuletzt Regisseur Terence Young beitrug, der dem eher grobschlächtigen ehemaligen Baggerfahrer, Bodybuilder, Drucker, Milchmann, Pferdekutscher und Möbelpolierer Connery die passenden Manieren beibrachte.

Von den darauffolgenden Darstellern der Rolle des unwahrscheinlichen Geheimagenten muss man als Leser der Romane nicht weiter sprechen, sie passen überhaupt nicht mehr zu dem Bild, das Fleming in seinen Romanen von Bond hatte und verkörpern am ehesten Gestalten des Actionfilms. Auf den in einem Action-Film fehlbesetzten Timothy Dalton folgten der farblose irische Serienheld Pierce Brosnan und ein Daniel Craig, der besser in der Nebenrolle eines gedrungenen Mordgesellen aufgehoben wäre. Dass dem weitgehend unbekannten Briten Craig diese spezielle Rolle zuteil wurde, lässt darauf schließen, dass es auch ein Hund mit Hut hätte werden können. Der „Mann vom Bau“, wie manche Kritiker Craig nennen, weiß kaum zu überzeugen, es sei denn, man lässt sämtliche Finessen der Romane außer Acht und erfreut sich an einem Action-Spektakel, in welchem 007 als eine Art unsterbliches Eichhörnchen vor endlosen Maschinenpistolensalven weghüpft. Davon abgesehen gibt Craig nur Grimassen und dämliche Sätze von sich, alles andere scheint sein Spiel sowie die Fähigkeit der Drehbuchautoren zu übersteigen. Zwar erinnern sich Briten gern an Craig aufgrund des Achtteilers Our Friends In The North (1996), doch lag das am Drehbuch Peter Flannerys und nicht am Mann vom Bau.
Das heutige Publikum ist mit exzessiver Gewalt leicht zu beeindrucken, wovon die Rechteinhaber offenkundig nicht ablassen wollen, denn die Abtretung der Filmrechte steht für sie außer Frage. Es wäre aber dringend an der Zeit, eine neue Filmserie zu schaffen, die auf die letzten verbliebenen 007-Manierismen verzichtet, so überhaupt noch welche übrig sind. Was Broccoli und Nachkommen seit Saltzmans Aussteig aus James Bond gemacht haben, geht weit über Verhunzung hinaus und ist nicht weniger als die fortwährende Vergewaltigung einer literarischen Vorlage. Das Schicksal von James Bond ist dabei stellvertretend für viele Entwicklungen unserer Tage. Zerstört wird mit aller Kraft, aufgebaut aber so gut wie nichts.
David Andel
