{"id":24759,"date":"2026-10-25T16:59:51","date_gmt":"2026-10-25T15:59:51","guid":{"rendered":"https:\/\/andel.info\/?p=24759"},"modified":"2026-10-25T17:40:54","modified_gmt":"2026-10-25T16:40:54","slug":"farbenblind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andel.info\/fr\/2026\/10\/25\/farbenblind\/","title":{"rendered":"Daltonien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background\"><em>Was links und was rechts ist, wei\u00df heute keiner mehr so genau. Die zunehmend verlogene politische Kategorisierung dient vor allem einer Sache: W\u00e4hler in Richtung einer immer radikaler agierenderen Mitte neokonservativer Herrschsucht zu man\u00f6vrieren, die eine Zukunft des Krieges, der Rechtlosigkeit und des Sozialabbaus als ausweglos verk\u00fcndet. Die politische Farbe Gr\u00fcn indessen steht in Deutschland f\u00fcr das Olivgr\u00fcn von Uniformen \u2013 die einstmals pazifistische Partei praktiziert die Selbstl\u00fcge mit unnachahmlicher Leidenschaft. Die britischen Gr\u00fcnen f\u00fcllen den von den Deutschen sinnentleerten Begriff nun allerdings mit echter politischer Reform aus und versetzen damit das Establishment in Panik.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die politische Null Joseph (Joschka) Fischer ist eine Karikatur ihrer selbst. \u00dcber die Jahrzehnte hat sich der ehemalige Steinewerfer jeglicher Kontur des Nonkonformismus entledigt, stellt nurmehr eine lachhafte Kopie Henry Kissingers dar und tritt seit Jahrzehnten als salbadernder Pfaffe der NATO-Kirche auf, der dem vermeintlich zur\u00fcckgebliebenen Volk in \u00fcberbezahlten Predigten erkl\u00e4rt, was es garantiert nicht interessiert. Seine ganze Partei ist ein Witz, die deutschen Gr\u00fcnen sind kaum mehr als ein Schatten dessen, was sie einst waren, eine Ersatzpartei bestenfalls, Ersatz-SPD, Ersatz-FDP, am meisten jedoch Ersatz-CDU, jedenfalls nicht das, was sie uns glauben machen wollen. Statt Friede, Freude, Eierkuchen auf den Wahlplakaten gibt es vor allem Kriege, \u00c4rger und neue Steuern, die immer abenteuerlichere Projekte finanzieren sollen, hinter denen sich immer zahlreichere Organisationen mit immer neuen Posten f\u00fcr all die gr\u00fcnen Mitl\u00e4ufer verbergen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz anders die britischen Gr\u00fcnen, die die etablierten Parteien nun wie Espenlaub erzittern lassen, so wie es die deutschen Gr\u00fcnen allenfalls vor Urzeiten und mit Namen wie Trampert oder Ebermann vermochten, bevor sich deren Mitglieder in den Netzen des <a href=\"https:\/\/andel.info\/2023\/06\/29\/exemplum-stultitiae\/#vom-steine-zum-bombenwerfer\">transatlantischen Fischers<\/a> verfingen und deren W\u00e4hler zu willigen Mitl\u00e4ufern b\u00fcrgerlicher Rattenf\u00e4nger wurden, die zwar \u00f6kologische Werte predigen, jedoch das genaue Gegenteil praktizieren. Auf f\u00fcnf Parteien verteilter transatlantischer Einheitsbrei ist keine Demokratie, auch keine gr\u00fcn gef\u00e4rbte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Die Kontroverse ist, dass in den letzten Jahren 75.000 Pal\u00e4stinenser ermordet wurden und es mehr Kinder mit Amputationen als jemals zuvor in der modernen Geschichte gibt. Wenn man das ber\u00fccksichtigt \u2013 die Tatsache, dass sie ermordet werden, weil sie Pal\u00e4stinenser sind \u2013, dann ist das ganz offensichtlich eine rassistische Ideologie. Ich halte den Zionismus in seiner praktischen Ausgestaltung f\u00fcr Rassismus. [\u2026] Ich glaube nicht, dass irgendein Staat nach dem V\u00f6lkerrecht ein Existenzrecht hat.<\/em><\/p>\n<cite>Zack Polanski, Vorsitzender der britischen gr\u00fcnen Partei am <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2026\/oct\/18\/greens-zack-polanski-application-zionism-racist-no-state-right-to-exist\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">18. Oktober 2026<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zum Juden Polanski verteidigt der nichtj\u00fcdische Deutsche Fischer den zionistischen Staat und meint, Netanjahu w\u00e4re \u201eein demokratisch gew\u00e4hlter Regierungschef\u201c, was er angesichts der zahlreichen undemokratischen Methoden, mit denen dieser von Anfang an seine Position erzielte wie festigte, ganz sicher nicht ist. Auch in Israel gilt, dass auf ein halbes Dutzend Parteien verteilter antiarabischer Einheitsbrei noch keine Demokratie ergibt. Wenn Netanjahu irgendwas im Zusammenhang mit einer Demokratie ist, dann deren Totengr\u00e4ber. Netanjahus <a href=\"https:\/\/andel.info\/2025\/09\/26\/adelson-der-geldgeber\/\">Geldgeber<\/a> waren stets daran interessiert, das Land inkompatibel mit seinem Umfeld zu machen und seinen oftmals religi\u00f6s motivierten hegemonialen Anspruch zu festigen. Wahlen in Israel sind kaum mehr als eine Farce, ein Wettbewerb zwischen Ex-Milit\u00e4rs, der nurmehr der Best\u00e4tigung rassistischer Positionen dient. Nicht nur hinsichtlich der Wahrung des V\u00f6lkerrechts steht Fischer damit f\u00fcr das exakt gleiche Appeasement, das bereits das ebenfalls demokratisch installierte Hitler-Regime erm\u00f6glichte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Die Proteste sind als politischer Indikator sehr ernst zu nehmen. Es ist eine Bewegung, die den Kern der Legitimation des j\u00fcdischen Staates infrage stellt, also seine Existenz. Das darf man nicht untersch\u00e4tzen und das geht mit mir nicht!<\/em><\/p>\n<cite>Joseph \u201eJoschka\u201c Fischer mit einer seiner \u00fcblichen Floskeln am <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20260130033027\/https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/joschka-fischer-im-interview-es-ist-falsch-palastina-jetzt-als-staat-anzuerkennen-11715461.html\">27. Mai 2024<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was mit Joseph Fischer noch geht, das sind vorwiegend <a href=\"https:\/\/jfandc.de\/christ-group\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gesch\u00e4fte<\/a> \u2013 neuerdings auch <a href=\"https:\/\/jfandc.de\/joschka-fischer-company-baut-europaeische-praesenz-in-bruessel-auf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">in Br\u00fcssel<\/a>. W\u00e4hrenddessen ist ihm in Sachen Russland Appeasement v\u00f6llig fremd, da Russland nicht Bestandteil des transatlantischen Machtanspruchs ist und somit bek\u00e4mpft werden muss. Die Legitimation des russischen Staates, also dessen Existenz, schert ihn dabei einen feuchten Kehricht. Am liebsten w\u00fcrde Fischer wohl, w\u00e4re dies nicht mit Nachteilen verbunden, Steine auf Wladimir Putin werfen. Gleichzeitig f\u00e4nde man den zumindest gedanklich kriegst\u00fcchtigen Fischer eher auf Seiten der zionistischen Armee, die auf pal\u00e4stinensische Steinewerfer wiederum traditionell mit Gummigeschossen schie\u00dft, neuerdings aber noch ganz andere Saiten aufgezogen hat. Israel ist heute nur ein anders Wort f\u00fcr Tod.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Die Ukraine ist bereit zu k\u00e4mpfen und wir sollten alles tun, um sie zu unterst\u00fctzen, auch aus eigenem Interesse. Putins Ambitionen werden nicht mit der Ukraine enden.<\/em><\/p>\n<cite>Joseph \u201eJoschka\u201c Fischer mit einer seiner \u00fcblichen Floskeln am <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20260130033027\/https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/joschka-fischer-im-interview-es-ist-falsch-palastina-jetzt-als-staat-anzuerkennen-11715461.html\">27. Mai 2024<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nichts endet in den K\u00f6pfen von Transatlantikern oder Zionisten jemals, weder der Wahn noch der Kampf. Nichts geht auch \u00fcber absurde Behauptungen hinaus, hybrider Irrsinn ist weit verbreitet. Das \u201eeigene Interesse\u201c des europ\u00e4ischen Steuerzahlers jedenfalls steht an unterster Stelle, der finanzielle Durst der transatlantischen Allianz hingegen an oberster. Waffen, noch mehr Waffen, nur noch Waffen. Irgendwann knallt es, dann herrscht Krieg, noch mehr Krieg und nur noch Krieg. Dann ist wohl irgendwann Schluss, mit allem.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Europa darf sich in der Sicherheitspolitik nicht von den USA distanzieren. Wir sollten so weit wie m\u00f6glich am transatlantischen B\u00fcndnis festhalten.<\/em><\/p>\n<cite>Joseph \u201eJoschka\u201c Fischer mit einer seiner \u00fcblichen Floskeln am&nbsp;<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20260130033027\/https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/joschka-fischer-im-interview-es-ist-falsch-palastina-jetzt-als-staat-anzuerkennen-11715461.html\">27. Mai 2024<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Abermals unterscheiden sich die beiden gr\u00fcnen Parteien grundlegend. W\u00e4hrend der deutsche Transatlantiker Fischer das Olivgr\u00fcn seiner Partei munter propagiert und sich f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer Wehrpflicht f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner (au\u00dferhalb seiner Familie!) stark macht, vertritt der britische Rebell Polanski in Sachen Ukraine die Position des Dialogs.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Wenn man nicht bereit ist, mit jemandem zu verhandeln, dann akzeptiert man damit, dass man irgendwann Krieg gegen diesen Gegner f\u00fchren wird. Und ich glaube nicht, dass irgendjemand einen Krieg gegen Russland oder einen Krieg gegen den Iran fordert.<\/em><\/p>\n<cite>Zack Polanski, Vorsitzender der britischen gr\u00fcnen Partei am <a href=\"https:\/\/www.telegraph.co.uk\/politics\/2026\/03\/10\/zack-polanski-id-build-a-relationship-with-putin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">10. M\u00e4rz 2026<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wie so oft enttarnen diese beiden Extreme europ\u00e4ischer Politik die Beliebigkeit ihrer Inhalte und den tats\u00e4chlichen Wert vermeintlich demokratischer Wahlen. Die deutschen Gr\u00fcnen und insbesondere ihre einstige Galionsfigur Fischer stehen dabei f\u00fcr abgestandenes transatlantisch-koloniales Denken, das jederzeit die eigenen Prinzipien \u00fcber den Haufen zu werfen bereit ist, um irgendwelche Posten zu erhalten. Auch Fischer selbst verteidigt bestenfalls noch <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/management\/joschka-fischer-dick-im-geschaeft\/3914876.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">seine eigenen Interessen<\/a> als Lobbyist. Wer sich bei <a href=\"https:\/\/jfandc.de\/news\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">so viel Selbstbeweihr\u00e4ucherung<\/a> nicht \u00fcbergeben muss, verf\u00fcgt zweifelsfrei \u00fcber einen st\u00e4hlernen Magen, der ihn auch deutschgr\u00fcne L\u00fcgenm\u00e4rchen verdauen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Zack Polanski hingegen verhei\u00dft Hoffnung auf eine andere Politik, etwas, was man von den kriegst\u00fcchtigen deutschen Gr\u00fcnen kaum erwarten sollte. Es ist in jenem Zusammenhang interessant, dass das britische Establishment auf die israelkritische Einstellung Polanskis nicht anders reagiert als es im staatsr\u00e4sonalen Deutschland im Zusammenhang mit israelkritischen Linken in Berlin geschieht, obgleich die britische Insel zwischen 1933 und 1945 nicht die totale Vernichtung des Judentums zum Ziel hatte. Das ist allerdings wenig \u00fcberraschend, da Israel f\u00fcr das Establishment beider Staaten kaum mehr als einen transatlantischen Flugzeugtr\u00e4ger darstellt und moralische Argumente daher nur dekorativer Natur sind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>David Andel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was links und was rechts ist, wei\u00df heute keiner mehr so genau. 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