{"id":23514,"date":"2026-08-10T19:04:44","date_gmt":"2026-08-10T17:04:44","guid":{"rendered":"https:\/\/andel.info\/?p=23514"},"modified":"2026-08-13T11:26:39","modified_gmt":"2026-08-13T09:26:39","slug":"kein-talent-kein-thema","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andel.info\/fr\/2026\/08\/10\/kein-talent-kein-thema\/","title":{"rendered":"Pas de talent, pas de sujet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background\"><em>\u00dcber Br\u00fcssel wird erstaunlich oft Unsinn verbreitet. Wer in Br\u00fcssel wohnt, der wei\u00df nat\u00fcrlich, dass es Probleme gibt, dass das dortige meteorologische Klima typisch f\u00fcr die Region ist und damit nicht der Rede wert. Aufgrund seiner politischen Bedeutsamkeit halten sich in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Metropolregion#Die_gr\u00f6\u00dften_Metropolregionen_Europas\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">mittelgro\u00dfen<\/a> europ\u00e4ischen Metropolregion jedoch viel zu viele Korrespondenten auf, denen offenkundig nichts anderes als Erfundenes oder Nebens\u00e4chliches einf\u00e4llt, die damit enden, irgendwann \u00fcber das Wetter zu schreiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Es ist immer wieder ein \u00c4rgernis, dass unweigerlich die Bericht erstattenden Hinz und Kunz aller Herren L\u00e4nder fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in dieser Stadt zu enden scheinen und anschlie\u00dfend \u00fcber ein Br\u00fcssel Auskunft erteilen, das sie selbst niemals gekannt, erlebt oder verstanden haben. Aus der Unkenntnis dieser und wahrscheinlich aller anderen St\u00e4dte auch, kann geschlossen werden, dass das Talent zwar nicht ausreicht, Themen zu finden und zu entwickeln, dennoch aber fast konsequent entstellt, banalisiert und herabgew\u00fcrdigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom \u201e<a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/guenter-gaus\/warum-ich-kein-demokrat-mehr-bin\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Herz-Jesu-Fernsehen<\/a>\u201c, wie das ZDF einst genannt wurde, ist man <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/das-vertrauen-broeckelt-fuenf-der-schwersten-zdf-skandale-der-juengsten-zeit-10102953\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">niedrigste Standards<\/a> gew\u00f6hnt, weshalb es auch nicht \u00fcberraschend kam, als dessen Mitarbeiter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Udo_van_Kampen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Udo van Kampen<\/a> eine Stadt Br\u00fcssel beschrieb, die es derart gar nicht gab. Bereits 1987 wurde van Kampen&nbsp;Korrespondent des heimeligen Senders vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mainz-Lerchenberg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lerchenberg<\/a>, von 1992 bis 1995 \u00fcbernahm er zudem die Leitung des Auslandsstudios in der europ\u00e4ischen Kapitale. 2003 kehrte er dorthin zur\u00fcck und leitete das Studio erneut bis zu seinem Ruhestand am 1. Januar 2015. Das sind rund 19 Jahre Aufenthalt in Br\u00fcssel, was einem Journalisten zumindest einen nachhaltigen Eindruck der Stadt vermitteln m\u00fcsste. Leider war dies nicht der Fall.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>In Br\u00fcssel gibt es 33.000 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Das ist doppelt so viel wie in Frankfurt.<\/em><\/p>\n<cite>Die <a href=\"https:\/\/www.lavenir.net\/regions\/bruxelles\/bruxelles\/2012\/04\/14\/la-chaine-allemande-zdf-exagere-la-criminalite-a-bruxelles-ville-la-plus-dangereuse-deurope-CVZMS5EHEFGQ5OLYX6XBSB47HY\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ank\u00fcndigung<\/a> Theo Kolls im <em>Heute-Journal<\/em> vom 13. April 2012 zum Bericht Udo van Kampens<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Am Freitag, dem 13. April 2012 lie\u00df es van Kampen richtig krachen und stellte ein Br\u00fcssel dar, das Chicago zu Zeiten Al Capones \u00e4hneln sollte. Maximal rei\u00dferisch, so wie es der Mainzer Provinzsender eben hinbekommt, emp\u00f6rte sich van Kampen \u00fcber die hohe Zahl der dortigen Verbrechen. Die Rede war von der \u201egef\u00e4hrlichsten Stadt Europas\u201c, mehr oder weniger fortw\u00e4hrend k\u00e4me es zu Diebst\u00e4hlen, Raub\u00fcberf\u00e4llen und anderen \u00dcbergriffen. Doch die vom deutschen \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender ver\u00f6ffentlichten Zahlen waren um \u00fcber 100% zu hoch gegriffen. Laut j\u00e4hrlicher Kriminalit\u00e4tsstatistik der Polizei f\u00fcr das Jahr 2010 wurden in der Region Br\u00fcssel 155 Straftaten pro 1.000 Einwohner begangen, folglich also 15.500 je 100.000 Einwohner und nicht 33.000, wie behauptet. Der Ursprung von van Kampens Skandalposse r\u00fchrte daher, dass er die Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stadt_Br\u00fcssel\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stadt Br\u00fcssel<\/a> mit der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Region_Br\u00fcssel-Hauptstadt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Region Br\u00fcssel-Hauptstadt<\/a> (insgesamt 19 Gemeinden) verwechselte, was f\u00fcr einen vermeintlich erfahrenen Korrespondenten schlichtweg unverzeihlich ist. Er hatte die Kriminalstatistik der gesamten Region auf die deutlich niedrigere Bev\u00f6lkerungszahl der Gemeinde im Zentrum umgelegt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Der Grand-Place ist einer der sch\u00f6nsten Orte Europas, wird aber von der Polizei streng \u00fcberwacht. Sobald man sich nur ein paar Stra\u00dfen weiter entfernt, zeigt die Stadt ein ganz anderes Gesicht. Diebst\u00e4hle, Gewalttaten und Einbr\u00fcche finden mitten im \u00f6ffentlichen Raum statt. [\u2026] In Anderlecht und Molenbeek hat die Polizei die Kontrolle verloren.<\/em><\/p>\n<cite>Udo van Kampen am 13. April 2012 \u00fcber eine Stadt, die er damals seit rund 17 Jahren kannte<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der zum Skandalreporter gewordene ZDF-Mann interviewte eine deutsche Eurokratin, die Opfer eines Handtaschenraubs geworden und \u201eaus Angst dazu gezwungen war, n\u00e4her an die Kommission zu ziehen\u201c, den Betreiber eines Restaurants in der Rue de Flandre, der von Br\u00fcssel meinte, es w\u00e4re \u201evoller Illegaler und von Spannungen zwischen den Gemeinschaften gepr\u00e4gt\u201c und erg\u00e4nzte, es g\u00e4be eine mangelnde Polizeipr\u00e4senz. \u00dcber die Polizei meinte der Gastronom: \u201eIch wei\u00df nicht, wo sie sind. Wahrscheinlich in ihrem Auto. Oder im B\u00fcro. Und wenn man ihnen begegnet, sind sie nachl\u00e4ssig\u201c. Im Anschluss daran kam ein Streifenpolizist zu Wort: \u201eDie Leute wechseln die Stra\u00dfenseite, um uns zu folgen: Dann f\u00fchlen sie sich sicherer.\u201c Schlie\u00dflich kam noch ein Juwelier aus dem Stadtteil Uccle zu Wort, der in seinem Gesch\u00e4ft \u00fcberfallen wurde und erz\u00e4hlte, wie er sich mit einer Pistole an der Schl\u00e4fe wiederfand. Van Kampen stammt aus dem rheinland-pf\u00e4lzischen Bad Kreuznach, einer 54.000-Seelen-Gemeinde, die vor allem Wein herstellt. Wie so oft mag es der Effekt einer Gro\u00dfstadt auf einen Kleinst\u00e4dter oder Dorfbewohner gewesen sein, der damals zum Tragen kam, was jedoch seltsam ist, da van Kampen zwischen seinen beiden T\u00e4tigkeiten in Br\u00fcssel f\u00fcrs Herz-Jesu-Fernsehen auch aus New York City berichtete, was ihm zu einer gewissen Gelassenheit verholfen haben m\u00fcsste. Aber dem war wohl nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p>Van Kampen ist l\u00e4ngst keine besonders schlecht informierte Ausnahmeerscheinung. Er ist nur Mitglied im immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Club ortsunkundiger Auslandskorrespondenten. Auch die \u00f6sterreichische Tageszeitung \u201eDer Standard\u201c&nbsp;leistete sich am 23. November 2015 einen h\u00fcbschen Schnitzer. Deren Autor Thomas Mayer schrieb damals von den drastischen Auswirkungen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Terroranschl\u00e4ge_am_13._November_2015_in_Paris\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Terroranschl\u00e4ge am 13. November 2015 in Paris<\/a> auf die Stadt Br\u00fcssel.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Am Wochenende vor Adventbeginn startet das Weihnachtsgesch\u00e4ft in Br\u00fcssel traditionell durch. So sollte das auch am Samstag sein, trotz Schneegrieselns. Die Kaufh\u00e4user im Zentrum der Hauptstadt haben in den Wochen vor Weihnachten auch an Sonntagen ge\u00f6ffnet. In den Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen rund um den ber\u00fchmten Grand Place vor dem Rathaus, wo sich Shopper und Touristen normalerweise zu einem dichten Strom von Menschen b\u00fcndeln, standen die Verkaufsh\u00fctten bereit. So etwa auch bei der nahen B\u00f6rse, an der vorbei der Verkehr normalerweise vierspurig \u00fcber den Boulevard Anspach rollt.<\/em><\/p>\n<cite>Thomas Mayer am 22. November 2015 \u00fcber die \u201e<a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/2000026219863\/bruessel-eine-stadt-sucht-ihre-terroristen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Geisterstadt Br\u00fcssel<\/a>\u201c<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es war nicht weiter verwunderlich, dass der Verkehr an jenem Tage nicht mehr \u201evierspurig \u00fcber den Boulevard Anspach\u201c rollte, da er seit Ende Juni 2015, also bereits f\u00fcnf Monate zuvor, zur <a href=\"https:\/\/www.rtbf.be\/article\/nouveau-pietonnier-bruxellois-vivez-les-premiers-instants-en-direct-video-9019429\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fu\u00dfg\u00e4ngerzone umfunktioniert<\/a> worden war. W\u00e4re das Verkehrsaufkommen auf dem Boulevard Anspach an jenem Tag immer noch genauso gro\u00df gewesen, wie ein halbes Jahr zuvor, dann h\u00e4tte es gewiss noch viel mehr Tote gegeben als w\u00e4hrend der darauffolgenden <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Terroranschl\u00e4ge_in_Br\u00fcssel_am_22._M\u00e4rz_2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Terroranschl\u00e4ge in Br\u00fcssel am 22. M\u00e4rz 2016<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon 1913 hie\u00df es im Baedeker-Reisef\u00fchrer: \u201eBr\u00fcssel ist eine schmutzige Stadt, in der st\u00e4ndig Bauarbeiten stattfinden.\u201c Das hat sich in der Tat kaum jemals ge\u00e4ndert, Br\u00fcssel scheint sich endlos immer neu erfinden zu wollen und scheitert dabei nicht selten. <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Jean_Quatremer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jean Quatremer<\/a>, der franz\u00f6sische EU-Korrespondent der Tageszeitung <em><a href=\"https:\/\/www.liberation.fr\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lib\u00e9ration<\/a><\/em> biss sich genau hundert Jahre sp\u00e4ter erneut an den ewigen Bauarbeiten fest, was <a href=\"https:\/\/www.dhnet.be\/actu\/belgique\/2013\/05\/16\/edito-casse-toi-ptit-con-YMD7HIQDFZA3FKCMFH24ON2SZI\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bemerkenswerte Ausbr\u00fcche<\/a> zur Folge hatte und selbst manchen Pariser erboste.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Ich geh\u00f6re zu jenen Franzosen, die Paris verlassen haben, die \u201esch\u00f6nste Stadt der Welt\u201c, an der es doch einiges auszusetzen gibt, da das ehemalige Lutetia wie eine \u00e4sthetische Fata Morgana wirkt, umgeben vom st\u00e4dtebaulichen und visuellen Grauen ihrer Vororte, die in den 1960er- und 1970er-Jahren errichtet wurden. In Br\u00fcssel sind die Stra\u00dfen zwar nicht vorbildlich und es wird st\u00e4ndig gebaut, doch das ist auch das Bild einer Stadt, die in Bewegung ist, sich nicht in ihren Gewissheiten einigelt und lebt. Sie hat \u00fcbrigens nie einen Anspruch auf irgendetwas erhoben. Das l\u00e4sst nur wunderbare \u00dcberraschungen erwarten. Sie hat sich nie von Hochh\u00e4usern \u00fcberfluten lassen. Eine Stadt muss leben, und dazu geh\u00f6ren auch Abriss, Bau und Wiederaufbau. Wie ein Ph\u00f6nix.<\/em><\/p>\n<cite>Der franz\u00f6sische <a href=\"https:\/\/plus.wikimonde.com\/wiki\/S\u00e9bastien_Boussois\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Politikwissenschaftler<\/a>, Exilpariser und Wahlbr\u00fcsseler S\u00e9bastien Boussois in einer Replik auf Quatremer am <a href=\"https:\/\/www.rtbf.be\/article\/bruxelles-ma-belle-je-te-rejoins-bientot-1-7995415\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">15. Mai 2013<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>2015 lie\u00df sich der selbst recht ungepflegt wirkende Quatremer \u00fcber die geringe Frequenz der M\u00fcllabfuhr aus und forderte, Br\u00fcssel solle seinen Abfall gef\u00e4lligst <a href=\"https:\/\/www.paris.fr\/pages\/la-collecte-44\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wie Paris t\u00e4glich<\/a> und nicht nur w\u00f6chentlich leeren. Das w\u00e4re gewiss nicht verkehrt, nur hat jede Stadt ihre Eigenheiten, St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. In Belgien einigt man sich schon prinzipiell auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, damit nicht einer alles, sondern alle etwas erhalten. Und im Gegensatz zu Frankreich ist Belgien noch weit mehr als die Schweiz ein kleines Land mehrerer Sprachen und sehr unterschiedlicher Mentalit\u00e4ten. Auch die Schweizer Hauptstadt <a href=\"https:\/\/www.bern.ch\/themen\/abfall\/abfuhrdaten\/abfuhrdaten\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bern<\/a> muss \u00fcbrigens ebenso wie <a href=\"https:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/de\/umwelt-und-energie\/entsorgung\/entsorgungskalender.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Z\u00fcrich<\/a> auf den Pariser Luxus der t\u00e4glichen M\u00fcllabfuhr verzichten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Kommen Sie nach Br\u00fcssel, die Stadt des M\u00fclls, wo die Menschen mit ihrem M\u00fcll leben, wo man seine M\u00fclls\u00e4cke so sehr liebt, dass man sie auf dem Balkon stapelt, sodass Menschen, die nur eine kleine 60 m\u00b2-Wohnung haben, einen Teil ihrer Wohnung daf\u00fcr opfern m\u00fcssen, die M\u00fclls\u00e4cke zu stapeln.<\/em><\/p>\n<cite>Jean Quatremer am <a href=\"https:\/\/www.rtl.be\/art\/info\/magazine\/on-refait-le-monde\/jean-quatremer-se-moque-de-la-reforme-sur-la-recolte-des-poubelles-de-fadila-laanan-il-faut-aller-jusqu-au-bout-et-faire-de-bruxelles-la-capitale-de-706414.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">7. M\u00e4rz 2015<\/a> in RTL<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>In Wohnungen von M\u00fclls\u00e4cken terrorisierte Menschen oder \u00fcberbordende M\u00fcllbalkons waren in Br\u00fcssel bis dahin eher unbekannt. Aber Quatremer wusste besser zu ermitteln und fand stets das, was sonst niemand fand. Wenn einem Journalisten irgendwann nichts anderes mehr einf\u00e4llt, als Kritik an der Abfallbeseitigung, muss wie im Smalltalk unweigerlich das Wetter herhalten. So enthielt ein <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2026\/aug\/09\/blame-brussels-eu-quarter-schuman-square\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">aktueller Beitrag<\/a> im britischen Guardian \u00fcber das \u00fcberteuerte und daher zusammengestrichene Konzept der Neugestaltung des <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Schuman_Roundabout\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Square Robert Schuman<\/a> eine bemerkenswerte Feststellung.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Man hoffte, dass Touristen in Scharen zu diesem Wahrzeichen str\u00f6men und Selfies in seinem Spiegelbild machen w\u00fcrden. Das begr\u00fcnte Dach w\u00fcrde einen erfrischenden Kontrast zu den umliegenden EU-Geb\u00e4uden aus Glas und Stahl bilden und Schutz vor der Sonne bieten \u2013 ein Bed\u00fcrfnis, das durch die rekordverd\u00e4chtige Hitzewelle, die Belgien im Juni heimgesucht hatte, noch unterstrichen wurde. Au\u00dferdem w\u00fcrde es die Menschen vor dem eher typischen Br\u00fcsseler Wetter sch\u00fctzen \u2013 es regnet dort etwa 200 Tage im Jahr.<\/em><\/p>\n<cite>Die britische Br\u00fcssel-Korrespondentin des Guardian Jennifer Rankin am <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2026\/aug\/09\/blame-brussels-eu-quarter-schuman-square\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">9. August 2026<\/a> \u00fcber das gescheiterte Projekt der Umgestaltung des Square Robert Schuman<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Abgesehen von der Tatsache, dass das fundamental uninteressante wie langweilige Europaviertel Br\u00fcssels als Hochburg vor allem \u00fcberbezahlter Beamter garantiert niemals Scharen von Touristen angezogen hat und es in seiner K\u00fcnstlichkeit und Gentrifizierung auch auf die Einwohner der Stadt weitgehend absto\u00dfend wirkt, muss schlussendlich das Wetter der Stadt dazu dienlich sein, den unn\u00f6tigen Bau am v\u00f6llig falschen Ort zumindest irgendwie rechtfertigen zu helfen. Nur regnet es in Br\u00fcssel auch nicht mehr oder weniger als etwa in <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/List_of_cities_by_average_precipitation#Europe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bordeaux, Florenz, Istanbul, Luxemburg oder Palermo<\/a> \u2013 im Jahr 2025 waren es offiziellen Daten zufolge <a href=\"https:\/\/www.meteobelgique.be\/article\/releves-et-analyses\/annee-2025\/2587-bilan-de-l-annee-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">145 Tage<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sei\u2019s drum. Angesichts der sich wiederholenden \u00c4rgernisse und Vorf\u00e4lle forderte Lib\u00e9ration zun\u00e4chst im November 2025, dass der ewige Querulant Quatremer nicht mehr als Journalist besagter Zeitung vorgestellt wird. Zahlreiche Kontroversen hatten zu Disziplinargespr\u00e4chen und einer Verwarnung gegen ihn gef\u00fchrt. Der 1957 in der 103.000-Seelen-Gemeinde Nanzig geborene Quatremer <a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/juedische-welt\/eine-abrechnung-mit-dem-judenhass-der-neuen-linken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">verlie\u00df dann vor wenigen Tagen<\/a> schmollend jene Zeitung, f\u00fcr die er \u00fcber 41 Jahre lang seine Schm\u00e4hschriften verfasste. Quatremers haupts\u00e4chliche Begr\u00fcndung: ausufernder Antisemitismus.<\/p>\n\n\n\n<p><em>David Andel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Br\u00fcssel wird erstaunlich oft Unsinn verbreitet. Wer in Br\u00fcssel wohnt, der wei\u00df nat\u00fcrlich, dass es Probleme gibt, dass das dortige meteorologische Klima typisch f\u00fcr die Region ist und damit<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":23649,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,564],"tags":[1390,1384,1383,1389,1388,1385,1386],"class_list":["post-23514","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bruessel","category-medien","tag-al-capone","tag-jean-quatremer","tag-jennifer-rankin","tag-sebastien-boussois","tag-theo-koll","tag-thomas-mayer","tag-udo-van-kampen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23514"}],"version-history":[{"count":172,"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23514\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23703,"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23514\/revisions\/23703"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/andel.info\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}