Herrchen gesucht

Politische Nutten wie Berlusconi, Sarkozy oder Blair kehren selbst im postsexuellen Alter noch wie flügellahme Motten zum Gaslicht am Regierungsstrich zurück, sofern es die Dummgeilheit des Wählers nur erlaubt. Irgendwann aber ist das Verfallsdatum der machtverzweifelten Satyre so deutlich überschritten, dass als letzte Instanz nur noch der Vorsteher des Kaffeekränzchenplanungskomitees im Seniorenheim offen steht. Auch Pudel Blair hat das nicht begriffen und streunt pinkelnd von einer Ecke zur nächsten. Herrchen ist längst weg, sein britischer Köter aber bellt verzweifelt immer noch den schimmernden Medienmond an. Wer mag ihm wohl zuhören?


Bild: Archiv

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Terrorport Zaventem

Der ganz alltägliche Terror des vor den Stadttoren Brüssels befindlichen Flughafens im flämischen Zaventem wird keineswegs von fundamentalistischen Wirrköpfen im Gewaltrausch verursacht, sondern ist Gegenstand regionaler wie kommerzieller Interessen menschenverachtender politischer Provinzfürsten. Über dem Himmel der dichtbesiedelten Hauptstadt Europas tummeln sich nun schon seit Jahrzehnten tagein, tagaus lärmende Luftfahrzeuge, die sich um aeronautische Regeln oder die Gesundheit der Bürger Brüssels einen feuchten Kehricht scheren.


Bild: David Andel

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Hinz, Kunz, Schulz

Kaum etwas wird bewusst derart am Bürger vorbeiexerziert wie die Europäische Union: Drehtürfetischisten, Lobbysklaven, Parlamentsaltlasten, Regulierungswütige, Universalfeiglinge und Inkompetenzfanatiker wie Bangemann, Barroso, Juncker, Koch-Mehrin, Oettinger, Santer und viele andere mehr können und werden nur auf dieser reformunfähigen Politikerhalde existieren, sofern sich die in steuerfinanzierten Ledersesseln onanierende Eurokratie nicht irgendwann ihres Eheversprechens mit dem vergessenen Europäer entsinnt und von vorne anfängt. Selbst der Brexit-Warnschuss scheint dazu aber nicht anlassgebend genug gewesen zu sein, denn die SPD rekrutiert ihren Kanzlerkandidaten nun ausgerechnet aus den Reihen derer, die nicht nur die Griechen vernichtet und die Briten vertrieben, sondern auch ein Europa der Gegensätze statt Gemeinsamkeiten geschaffen haben.


Bild: Montage

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Ein Unwicht namens Trump

Die Luftlinie von Berlin nach Moskau ist keine 2000 Kilometer lang, die äußerste Ostgrenze der USA jedoch zumindest 5000 Kilometer von der äußersten Westgrenze Europas entfernt und dennoch beherrschen die Ereignisse dieses kulturell wie politisch völlig andersartigen Landes unsere zunehmend weniger massenhaften Medien. Immerhin, die Zeiten, in denen es fast jede US-amerikanische Schlechtwetterfront auf die Titelseiten europäischer Postillen brachte, sind lange vorbei. Es mag zwar noch der Fall sein, dass uns der eine oder andere Film- und TV-Torrent aus „Gottes eigenem Land“ effekthascherisch vom Schlaf abhält – alles andere von dort drüben hat aber das Höchstmaß an Bedeutungslosigkeit längst hoffnungslos überschritten, so auch Hair-Hopper Trump, 45. Häuptling des Sternenbanners.


Bild: Bildschirmfoto

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Steves Donald

Guter Ruf und schlechtes Gedächtnis sind enge Verwandte – das wissen alle Unholde. Und wenn Cent-Diktator Cook Martin Luther King als Trump-Trotzablasser bemüht, dann stinkt das nach altem Fisch, denn Messias Steve kam meist ganz ohne Rücksicht auf Mitmenschen und insbesondere politische Korrektheit aus.


Bild: Archiv

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Wehe, wenn sie losgelassen!

Rechtspopulistische Parteien sowie deren Wähler sind gehorsame Soldaten eines endlosen Krieges gegen eine niemals abnehmende Überzahl amorpher Feinde. Sobald diese jedoch auf das kampfuntüchtige Heer des karriereoptimierten Gemeinplätze-Debattierclubs aus den Reihen so genannter Volksparteien treffen, entsteht ein asymmetrisches Schlachtfeld, welches das Kartenhaus einer bislang als Ordnung missverstandenen wie verkauften Kleptokratie in Sekundenschnelle zum Einsturz bringen kann. Am 23. Juni haben England, Wales und die britischen Midlands gegen die EU-Mitgliedschaft gestimmt und damit das selbsternannte große Britannien aufs Wesentliche reduziert. Währenddessen findet in den USA ein Wahlkampf zwischen Herrn Großmaul Pest und Frau Lobby Cholera statt. Eine sinnlose Auseinandersetzung, die die Interessen des Bürgers nicht nur missachtet, sondern auch den oligarchischen Geist des Sternenbanners offenbart. Ist dies der Schwanengesang dessen, was die Militärmächte mit angeschlossener Bevölkerung allen Ernstes noch zu verteidigen suchen?


Bild: Walter Piesch

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Türkische Zeitbombe

Das osmanische Reich ist in den Köpfen mancher Türken längst kein abgeschlossenes Kapitel. Im Gegenteil, die Tatsache, dass südlich der Landesgrenze dank des Dauerkriegs zwischen Diktatoren, Extremisten und fremdländischer Militärinterventionen Chaos und Verwüstung herrschen, wird nicht nur als Gefahr, sondern auch Gelegenheit territorialer Phantasien gesehen und ist nicht das erste Mal Anlass zur Großmannssucht. Ein einerseits zwar verständliches Wunschdenken, das sich dank NATO-Bündnistreue aber andererseits allzu schnell in einen gefährlichen Brandherd verwandeln könnte.


Bild: Archiv

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Ausnahme-Notstand

Der Bart (De Wever) ist ab: Nur ein Tag, nachdem die Écolo-Vizepräsidentin Zakia Khattabi zurecht die Frage nach den Hintergründen des militärischen Affentheaters gestellt hatte, ließen die Nationalisten der N-VA ihren üblich-dümmlichen Ergüssen freien Lauf: „Zwanzig Jahre Nachlässigkeit der PS und des Islamo-Sozialismus haben uns dorthin gesteuert, wo wir nun mit Brüssel als Hinterhofbasis der islamistischen Barbarei angelangt sind.“, meinte N-VA-Senatsmitglied Karl Vanlouwe, der sich ansonsten mit so überaus wichtigen Dingen beschäftigt, wie dem von ihm heiß ersehnten Austritt Belgiens aus der „Organisation Internationale de la Francophonie“.


Bild: Police Nationale

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Brüsseler Terrorspitzen

Es ist Montag früh in Brüssel, die Stadt ist voller Militär und Polizei. Eine Beamtin tritt aus einem Regierungsgebäude im Stadtzentrum und wird gefilmt. Da die beiden Kameramänner alles andere als professionell oder auch nur glaubwürdig wirken, stellt sie die Frage, für wen sie arbeiten. Die mutmaßlich nicht echten Journalisten flämischer Herkunft verweigern die Antwort und reagieren aggressiv. Daraufhin wendet sich die Frau an einen Polizisten, der die Papiere der beiden überprüfen will. Doch die falschen Kameramänner sind bereits verschwunden …


Bild: David Andel

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Nimmersatte Netzwanze

Spionage, Verfassungsschutz und Polizeiarbeit werden immer dann gefährlich, wenn sie sich anlassfrei und unter Vorgabe verschwommen gerechtfertigter höherer Ziele gegen den Bürger richten. Doch scheinen besagte Kräfte noch weiter gefasste Machtphantasien zu pflegen, nämlich den Aberwitz, das Internet vollständig beherrschen zu wollen. Dabei spielt die schleichende Zerstörung ehemals dezentraler Strukturen durch immer zentralere Datenhorte in den Händen nur weniger Unternehmen eine nicht unbedeutende Rolle, vermittelt sie doch den Trugschluss, es gäbe nichts anderes mehr. Aber was hat den Staaten oder deren Bürger die Überwachung bislang gebracht?


Bild: Archiv

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Wissen Politiker, wovon sie reden?

„Das Internet ist eine Welt, in der jede Sauerei stattfindet“, meinte Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, während einer Tagung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin. Auch in Familien, Unternehmen, Behörden, Armeen, religiösen Gemeinschaften oder gerade in Parteien kann so ziemlich jede „Sauerei“ stattfinden, nur eben nicht laufend und auch nicht ausschließlich. Beim Internet jedoch wird dies seit Jahren frech vorausgesetzt. Und während niemand auf die Idee käme, pauschal wie permanent Bundeswehr und Polizei, CDU und SPD, Siemens und Volkswagen, die evangelische und katholische Kirche oder sämtliche Familien zu überwachen, weil es innerhalb dieser Institutionen schon beträchtliche „Sauereien“ gab, so wird dies beim Internet beharrlich verlangt, weil es einfach vorstellbar ist, praktisch aber Unfug bleibt und auch darüber hinaus die Grundrechte sämtlicher Nutzer missachtet. Flugs soll im Allmachtsrausch beim Kampf gegen alles Böse ein Kommunikationsnetz zum Überwachungsapparat gegen Terrordiebesschänder aller Art werden.

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1984

Frisch verheiratet, brachte Erich Mustermann seiner Frau immer dann Rosen mit, wenn er gerade an einem Blumenladen vorbeikam. Schnell wurde offenbar, dass die rote Blütenpracht in Tante Gerdas rustikaler Vase nicht sonderlich zur Geltung kam. Flugs schaute sich der Göttergatte nach einem passenden Behältnis um und wurde bei Rosenthal fündig. Formvollendet und aus schwarzem Porzellan war sie edel wie teuer, sprengte leider das vorhandene Budget. Mustermann stellte die Vase zurück ins Regal, es gibt ja auch IKEA. Gekauft wurde besagte Edelvase dann vom Serientäter Fritz Haarmann, der damit sein erstes Opfer erschlug. Die ermittelnden Behörden standen unter hohem Aufklärungsdruck und stießen durch die biometrischen Merkmale der neuen Ausweisdokumente schnell auf die Fingerabdrücke Mustermanns …

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Technologischer Vaterlandsverrat

Es bedarf schon einer gehörigen Portion Verfolgungswahns, um die Keynote von Steve Jobs zur WWDC politisch zu verstehen. Da sich allerdings in den USA ein bestimmtes Maß an Paranoia zur Erzeugung von Stimmungen etabliert hat, sind auch diesbezügliche Kommentare publizistischer Helfershelfer kaum überraschend. Wenn Harvard-Politologe Marvin Kalb jene degenerierte Form der Darstellung so empfindet „als wenn Kühe wiederkäuen“, weil sich neben der Gesellschaft auch die Presse gleichschaltet, dann passen die Worte des Polemikers Rush Limbaugh über Apple wie eine Faust aufs Auge.

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