Die Disposition

Abdel Nasser war, noch nach dem von ihm unternommenen Staatsstreich, scheinbar ein völlig unbekannter Mann. In den Berichten über den Sturz König Faruks fehlte sogar sein Name. Zum erstenmal genannt wurde er erst einen Monat nach dem Umsturz. Damals hieß es, man fände ihn immer an der Seite General Nagibs. Anscheinend wußte niemand etwas über seine Vergangenheit und über seine politischen Ziele. Unklar war sogar sein Geburtsort. Stammte er, wie die Propaganda bald darauf vorgab, aus dem oberägyptischen Fellachendorf Beni Mor (»Söhne der Bitteren«) oder, was die Wahrheit war, aus Alexandria? Der »große Unbekannte« wurde ein knappes Jahr darauf Regierungsmitglied, und wiederum ein Jahr später war er unumschränkter Diktator.
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Die Konferenz der arabischen Staaten in Kairo

Ein buntes Fahnenmeer wogte über den Straßen. Farbenprächtige Wasserkaskaden schossen aus dem Springbrunnen am »Midan al-Tahrir«, dem Freiheitsplatz im Stadtzentrum, und mitten aus dem Nil empor. Die Häuser waren mit phantastischen Lichterketten geschmückt. Alles zu Ehren von dreizehn Königen und Staatsoberhäuptern, die sich fünf Tage lang zur ersten »Arabischen Gipfelkonferenz« seit rund drei Jahrfünften eingefunden hatten.
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Revolution ohne Lehrbuch

Der gewaltsame Sturz der Feudalherrschaft im Jemen, die Schüsse an der Grenze dieses arabischen Staates und ihr Echo auf der diplomatischen Bühne haben die Aufmerksamkeit erneut auf ein Land gelenkt, das vor wenigen Monaten den 10. Jahrestag seiner Revolution feiern konnte und seitdem Vorbild und Zentrum aller arabischen Revolutionen ist, Ägypten. Das Reich Gamal Abdel Nassers ist im Begriff, zum Zentrum des „arabischen Sozialismus“ zu werden.
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