Nimmersatte Netzwanze

Spionage, Verfassungsschutz und Polizeiarbeit werden immer dann gefährlich, wenn sie sich anlassfrei und unter Vorgabe verschwommen gerechtfertigter höherer Ziele gegen den Bürger richten. Doch scheinen besagte Kräfte noch weiter gefasste Machtphantasien zu pflegen, nämlich den Aberwitz, das Internet vollständig beherrschen zu wollen. Dabei spielt die schleichende Zerstörung ehemals dezentraler Strukturen durch immer zentralere Datenhorte in den Händen nur weniger Unternehmen eine nicht unbedeutende Rolle, vermittelt sie doch den Trugschluss, es gäbe nichts anderes mehr. Aber was hat den Staaten oder deren Bürger die Überwachung bislang gebracht?
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Pressefeind Werbemuffel

Der Skandal ist hausgemacht – wenn inhaltsarme Medien kaum mehr etwas verkaufen, dann ist immer die Zielgruppe schuldig, niemals aber die konsequent abwesende Qualität leidenschafts- und kenntnislos verfasster Beiträge. Als ob die Flut von Firmen-PR, Verlautbarungen von Interessengruppen und die ewig gleichen Statements aus der Politik nicht schon anstrengend genug wäre, soll der geneigte Datenwanderer auch noch hüpfende, lärmende und über Länder hinweg verfolgende Brachialgrafiken mit Jahrmarktscharme über sich ergehen lassen, nur damit die werbetreibende Industrie sich auch weiterhin der Illusion hingeben kann, es interessierte sich noch jemand für deren Ergüsse und Verlage infolgedessen davon finanziell profitieren können, da ihnen sonst so offenkundig jede andere Daseinsberechtigung fehlt.
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Zum Tode von Omar Sharif

Der am Freitag nachmittag im Alter von 83 Jahren in Kairo verstorbene Schauspieler teilte die Damenwelt stets in zwei Fraktionen: jene, die ihn mit Schnurrbart verehrten und jene, die ihn lieber ohne sahen. Verehrt haben sie ihn aber fast ausnahmslos, denn dieser Mann hatte noch all das, was es heute nicht mehr gibt. Der dunkeläugige Blick zeugte von Erfahrung, die sanft-rauchige Stimme war ebenso international wie nikotingefärbt und sein breites Lächeln bestätigte, dass er die wirklich wichtigen Geheimnisse dieser Welt längst gelüftet hatte. Mit dem Tod Omar Sharifs fiel für den einzigen verbliebenen Lebemann eines Kinos großartiger Abenteuer und unsterblicher Helden die letzte Klappe.
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Eine Handvoll Soul

Seine Stimme ist eine Mischung aus Barry White und Isaac Hayes und sein Erscheinungsbild orientiert sich an Letzterem. Der Sizilianer reitet seit Jahren auf einer vor allem regionalen Erfolgswelle, die nach und nach nun auch in nicht-italienische Ohren überschwappt. Am 10. Juni kam Mario Biondi auf einen Abstecher ins Ancienne Belgique. Und obgleich das Konzert bis zuletzt noch nicht einmal auf den WWW-Seiten des Sängers vermerkt war, entsprachen Stimmung und Besucherzahl Auftritten von Lokalpatrioten à la Sttellla. Die italienische Fangemeinde Brüssels war komplett angetreten …
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Wodka im arabischen Winter

Zahllose Nächte müssen US-Neokonservative vom Nahostfinale einer billigen Rohstoffkolonie südlich der Türkei geträumt haben und fabulierten von Domino-Theorien in diesem Sinne, Putin hingegen sieht in Syrien nur mehr klar mit Wodka. Und tatsächlich sei der Expertenmeute mit militärischem Beißreflex eine Wodkakur anempfohlen, denn nüchtern führten sie uns doch nur nach Absurdistan.
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Wo ist Jessica Hyde?

Gäbe es nichts außer Fernsehen als Tor zur Welt, wäre der Kulturverlust aufgrund jener geistesstarren Unsympathen, die sich der Dummheitspflege widmen, beträchtlich. Und obgleich sich mittlerweile Konkurrenten allerorten finden, tritt das Medium seit Jahrzehnten nur immer primitiver auf. Wenn dann wider Erwarten ein Juwel namens „Utopia“ auf den Bildschirmen erscheint, dann wirkt das fast schon wie Versehen.
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Abschied ist ein kleiner Tod

Zwischen Apple und Google herrscht Eiszeit. Die Wahl der Suchmaschinen in Safari wurde über Google hinaus erweitert, Googles Kartendienst durch einen halbfertigen eigenen ersetzt und Patentklagen zwischen der Android- und iOS-Welt sorgen für Goldgräberstimmung unter den beteiligten Kanzleien. Aber all das scheint nur Makulatur einer letztlich doch nicht vollziehbaren Trennung zu sein.
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Überflüssig wie ein Kropf

„The Daily“ war der ansonsten recht konsumfreudigen Zielgruppe der iPad-Besitzer so lieb wie Leibweh. 22 Monate lang veröffentlichte Murdochs Digitalelite im kleinen Kundenkreis von angeblich 100.000 Lesern, während zehn Prozent für alle frei zugänglich waren aber auch keinen interessierten. Umso besser daher, dass der Bildschirmkäse im virtuellen Abfalleimer landete.
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Warteschlangen als Strategie

Eine alte Dame betritt zum ersten Mal einen Apple Store, um sich in Sachen Mac beraten zu lassen – bislang nutzte sie nur PCs. Sie findet eine enorme Warteschlange vor und stellt sich brav hinten an. Erst nach einer halben Stunde wird sie von einem Store-Mitarbeiter angesprochen, der sie darüber aufklärt, dass die Schlange nur für iPad-Interessenten gilt …
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Who comes NeXT?

Mit Bertrand Serlet verliert Apple nach Avadis „Avie“ Tevanian, Jean-Marie Hullot und Jon Rubinstein einen weiteren Pionier aus alten NeXT-Tagen. Der Kreis der langjährigen Mitstreiter von Steve Jobs wird immer kleiner. Ein Generationswechsel deutet sich an.
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Keine Kaninchen ohne Ende

In einem Artikel der britischen Zeitung „The Independent“ stellt Autor Ian Burrell die gewagte These auf, dass Apple die Loyalität seiner Anwenderschaft allmählich aber sicher überreize. Das schlimme daran ist, seine Argumente klingen schlüssig.
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