Wer viel reist, den bestraft der Mac

Notebooks sind echt tolle Geräte, denn durch sie wird der fast vollwertige Computer mobil, kann Arbeit mit ins Freie und auf Reisen in die ganze Welt genommen werden.
Klar, so richtig mobil ist das Komplettsystem dann doch nicht. So hat die Filmindustrie als Bürgerschreck Nummer Zwei dem mobilen Arbeiter denn gleich einen Strich durch die Rechnung gemacht und für DVDs die Regionalcodes „erfunden“. Mit dem Mac ist man weltweit zwar überall dabei, kann sich zwischendurch aber nicht ohne ärgerliche Nebenwirkungen mal ein Päuschen gönnen und eine DVD reinziehen – denn die vor Ort erworbenen Filme laufen nur auf dafür geeigneter Hardware. Wer das nicht weiß, der wechselt bis zu fünfmal den Regionalcode seines Mobil-Macs und darf sich dann womöglich ein für allemal nur noch Filme aus dem US-Markt anschauen – dort war nämlich der letzte Auslandsaufenthalt.

Von Stromanschlüssen in besseren Zügen und Flugzeugen hat mittlerweile wohl jeder Notebook-Besitzer schonmal gehört. Dass es aber bei einigen Fluglinien Vorbehalte gegen Akkus bestimmter Hersteller gibt, nicht. So kann es einem ohne weiteres passieren, dass der Akku nicht mit ins Handgepäck darf – und nur mit Netzteil betrieben, verweigern einem MacBook- und MacBook-Pro-Modelle dann die Hälfte der Taktfrequenz. Wer da mal schnell einen Film schneiden will, muss Geduld haben.

Die Sache mit den drahtlosen Netzwerken ist ungemein praktisch. Da kommt man irgendwo in ein Hotel, findet gleich ein frei zugängliches Netz und kann auf Teufel komm raus ganz wie zuhause surfen. Pustekuchen! Solche Netze sind auffällig oft unendlich langsam oder nur bestimmten Anwendern zugänglich. In den seltensten Fällen kann man den Betreiber herausfinden, funkt also ins Leere. Und klappt alles wie vorgesehen, merkt sich das blöde Notebook die Einstellungen nicht. Nach jedem Reboot, nach jedem wiederkehrenden Ruhezustand hat das tragbare Superhirn wieder Name und Passwort des Netzes vergessen. Warum das vor allem auf tragbarer Intel-Hardware von Apple so ist, weiß keiner so genau. Warum für manche Netze Daten im Schlüsselbund abgelegt werden, für andere aber nicht, entzieht sich auch unserer Kenntnis.

Und dann wäre da dieser spezielle Effekt mit der Hitze. Nicht jedes Notebook ist auch ein Laptop, fühlt sich auf dem Schoß also heimelig warm an. Apples Flundern tendieren eher zur rechnenden Herdplatte – und wer da keinen passenden Arbeitstisch findet, dem drohen Hitzewallungen an Orten, die man lieber wohl temperiert hielte. Unterstrichen wird die Notwendigkeit eines Tisches noch durch den idealen Betrachtungswinkel – der lässt sich mit einem MacBook Pro leider nicht erzielen, steht das Gerät zu niedrig. Der Bildschirm kann maximal gerade so weit aufgeklappt werden, dass er vor allem in Schreibtischhöhe einen idealen Betrachtungswinkel liefert. In welchem „normalen“ Auto sind aber Tische?

Durchdacht ist beim Design des transportablen Rechenknechtes von Apple vor allem so manches Detail. MagSafe lautet das Patentrezept zur Vermeidung allzu großer Unglücksfälle für jene Pechvögel, die Kabel immer dort durch den Raum ziehen, wo man anschließend bevorzugt darüber stolpert. Die magnetische Stromverbindung weiß leider kaum jemand wirklich zu schätzen, denn seit es sie gibt, passiert ja viel weniger. Dummerweise gilt dies nicht für andere Kabel am mobilen Mac, so dass nach wie vor nach Herzenslust gestolpert werden kann. Wer also viel reist und kommuniziert, der sollte dies tunlichst alles so drahtlos wie möglich tun, denn mittels USB-, FireWire-, Ethernet- und Audiokabel lässt sich der Mac unverändert zum Fliegen bringen. Die allerwenigsten Digitalkameras funken ihre Bilder leider zum Mac, auch für Videofilmer sieht es eher düster aus …

David Andel