Die Katze ist raus!

Schon Mac OS X 10.1 war ein beeindruckendes Produkt, Mac OS X 10.2 ist dies umso mehr. Das zeitgemäße Betriebssystem für Apple Computer ist seit Ende August für jeden käuflich zu erwerben. Es bietet Anfängern maximale Einfachheit bei der Konfiguration, eine der schönsten und flexibelsten grafischen Oberflächen, gleich mehrere moderne Entwicklungsumgebungen für kreative Programmierer und eine riesige Spielwiese für UNIX-Bastler.
Mac OS X 10.2 ist mittlerweile um Dimensionen zu umfangreich und vielseitig, um es überhaupt sinnvoll mit Classic vergleichen zu können. Dabei wäre es töricht, Defizite von Softwareherstellern jetzt noch dem System anzulasten. Es ist zwar schade, wie viele Software aus der alten Welt immer noch fehlt, erfreulich gleichzeitig jedoch, was alles neu hinzukam, was niemals für Classic erhältlich gewesen wäre.

Hinterwäldler aber war und ist Mac OS X in Sachen Server-Betriebssystem. Als Kostenfaktor wirkt sich das für viele kleinere Unternehmen auch zunehmend ärgerlich aus, denn das wirkliche Produkt scheint immer weiter nach hinten verschoben zu werden, was weitere kostenpflichtige Upgrades erahnen lässt. In vielen Fällen lohnt sich daher einfach der Erwerb von Mac OS X 10.2 User, da es als echtes UNIX ohne großen Aufwand und etwas Know How mit den feinsten Erweiterungen versehen werden kann.

2003 steht nun für eine Bringschuld Apples auf der Hardwareseite. Ein Generationswechsel beim Prozessor ist lange überfällig, aus dem jetzigen Sortiment weitgehend die Luft raus. Seit drei Jahren verharrt Apple beim G4, der es in dieser Zeit gerade einmal geschafft hat, die GHz-Barriere zu übertreten. Ein Nachfolger ist mehr als wünschenswert. Dies verbunden mit sinnvoll in die Mac-OS-X-Umgebung eingebundenen Geräten des „Digital Hub“-Konzeptes wird überlebenswichtige Strategie in einer Zeit sein, in der nur gekauft, was wirklich gebraucht wird. Die Marktlücke für Apple scheint vorhanden, wenn auch klein. Es gibt jedenfalls nur eine Handvoll Hersteller im Bereich der Unterhaltungselektronik, die die Einbindung an den Computer berücksichtigen. Und diese wenigen scheinen den Macintosh komplett zu ignorieren. Ob .Mac aber längerfristig eine Rolle spielen wird, bleibt unverändert fraglich.

David Andel