Erst dies, dann jenes und dann wieder von vorn

Schon wer nur die wesentlichsten Anwendungen auf seinem Mac vereint, erfährt mehr oder weniger laufend von irgendeiner Notwendigkeit zur Aktualisierung. Auch Mac OS X selbst geht mit leuchtendem Beispiel voran. Fast wöchentlich gibt es irgendwo irgendwas, was zu aktualisieren vermeintlich unabdingbar ist.
Manche Hersteller leisten sich gar eigene Aktualiserungssysteme, Intego beispielsweise. Und auch diese wiederum müssen von Zeit zu Zeit aktualisiert werden, anschließender Neustart inklusive. Die meisten anderen Software-Anbieter beschränken sich in aller Regel auf den simplen Austausch des Programms. Leider jedoch kommen mit zunehmendem Alter der Anwendung immer weitere Sprachpakete hinzu, so dass die Programmpakete oft riesenhafte Ausmaße annehmen. Wer diese Auswüchse sprachlicher Gewandtheit mal systemweit zusammenzählt, kommt auf beträchtliche Datenmengen. Selbstverständlich lässt sich das alles nachträglich wieder löschen, nicht jedes Werkzeug ist dazu aber so talentiert wie etwa TinkerTool System. Übliche Ansätze entfernen auch durchaus erwünschte Wörterbücher für Fremdsprachen. Wieso allerdings im Installationsprogramm von Mac OS X anwenderseitig immer noch nicht vorgegeben werden kann, welche Sprachpakete neben der erforderlichen Systemsprache Englisch installiert werden sollen, weiß wohl niemand.

Es gibt sie immer noch, Computer ohne Internetzugang. Und die dienen in nicht seltenen Fällen lediglich als Abspielstation für selbst von der CD in MP3 & Co. gewandelte Songs oder – falls ein Drucker angeschlossen ist – Ersatz für die Schreibmaschine. Diese Systeme bekommen manchmal jahrelang nichts von der Außenwelt mit und landen dann irgendwann unerwartet in den Händen eines Mac-Enthusiasten. Spätestens wenn der neue iPod mit dem alten Mac OS X oder iTunes nicht mehr will, ist Hilfe gefragt. Besagte Computer sind der Alptraum eines jeden passionierten Mac-Fans. Auffällig oft ist der Schreibtisch mit einer Unmenge von Dateien übersät, belegt die iTunes-Wiedergabeliste zwei Drittel der Festplatte – ID3-Tags fehlen fast gänzlich, finden sich zahlreiche von irgendwoher erhaltene Programme oder ganze Anwendungssuiten im Programmverzeichnis, gerieten später jedoch in Vergessenheit, wurde schließlich das System so individualisiert, wie man es noch nie zuvor gesehen hat, geschweige denn sich hätte vorstellen können, dass das alles so überhaupt noch benutzbar ist. In einem solchen Fall muss der Hilfeleistende zunächst mit einer plötzlich aufkommenden großen Müdigkeit kämpfen und sich anschließend fragen, wie um alles in der Welt beim Anwender je der Wunsch nach einem Computer aufgekommen sein mag.

Nun gut, alles kann aktualisiert werden, ein paar Stunden Zeit an einem freien Nachmittag hat jeder Mac-Fan mal für ihm liebe und teure Menschen parat. Und wenn dann irgendwann noch beim unbedarften Anwender der Wunsch nach einem Internetzugang aufkommt, geht es sowieso nicht anders – dann muss der zuvor stiefmütterlich behandelte Apple einfach auf Vordermann gebracht werden.

Läuft der schon etwas betagte Mac dann wieder mit einem taufrischen System am nicht ganz so schnellen Internetanschluss mit Zeittakt – denn es werden ja nur ab und zu ein paar WWW-Seiten angeschaut – passiert so etwas wie im September, es hagelt regelrecht Updates. Otto Normalanwender verzweifelt, Unmengen von Daten fließen durch die Leitung, der Mac hört überhaupt nicht mehr auf zu arbeiten. Dann tauchen noch Fragen nach dem Schlüsselbund auf, iTunes stürzt ab oder der Mac will gar nicht mehr.

Ein Jammer, dass es Magazinen in solchen Fällen nicht erlaubt ist, jene Mega-Updates wohldokumentiert auf den Heft-CDs auszuliefern. Aber auch hier könnte haufenweise viel schief gehen – und dafür möchte Apple nicht geradestehen. Und so bleibt einem das zweifelhafte Update-Vergnügen erhalten, ob man will oder nicht. Denn jedem Update folgt ein weiteres, welches die Fehler der Fehlerbehebung behebt. Und mit Mac OS X 10.5 fängt dann wieder alles von vorn an …

David Andel