Ein Unwicht namens Trump

Die Luftlinie von Berlin nach Moskau ist keine 2000 Kilometer lang, die äußerste Ostgrenze der USA jedoch zumindest 5000 Kilometer von der äußersten Westgrenze Europas entfernt und dennoch beherrschen die Ereignisse dieses kulturell wie politisch völlig andersartigen Landes unsere zunehmend weniger massenhaften Medien. Immerhin, die Zeiten, in denen es fast jede US-amerikanische Schlechtwetterfront auf die Titelseiten europäischer Postillen brachte, sind lange vorbei. Es mag zwar noch der Fall sein, dass uns der eine oder andere Film- und TV-Torrent aus „Gottes eigenem Land“ effekthascherisch vom Schlaf abhält – alles andere von dort drüben hat aber das Höchstmaß an Bedeutungslosigkeit längst hoffnungslos überschritten, so auch Hair-Hopper Trump, 45. Häuptling des Sternenbanners.


Bild: Bildschirmfoto

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Wehe, wenn sie losgelassen!

Rechtspopulistische Parteien sowie deren Wähler sind gehorsame Soldaten eines endlosen Krieges gegen eine niemals abnehmende Überzahl amorpher Feinde. Sobald diese jedoch auf das kampfuntüchtige Heer des karriereoptimierten Gemeinplätze-Debattierclubs aus den Reihen so genannter Volksparteien treffen, entsteht ein asymmetrisches Schlachtfeld, welches das Kartenhaus einer bislang als Ordnung missverstandenen wie verkauften Kleptokratie in Sekundenschnelle zum Einsturz bringen kann. Am 23. Juni haben England, Wales und die britischen Midlands gegen die EU-Mitgliedschaft gestimmt und damit das selbsternannte große Britannien aufs Wesentliche reduziert. Währenddessen findet in den USA ein Wahlkampf zwischen Herrn Großmaul Pest und Frau Lobby Cholera statt. Eine sinnlose Auseinandersetzung, die die Interessen des Bürgers nicht nur missachtet, sondern auch den oligarchischen Geist des Sternenbanners offenbart. Ist dies der Schwanengesang dessen, was die Militärmächte mit angeschlossener Bevölkerung allen Ernstes noch zu verteidigen suchen?


Bild: Walter Piesch

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