Das Ende der Mandarine

In den frühen Siebzigern gab es nichts anderes als Mandarinen – keine Clementinen, Minneolas, Satsumas, Kumquats und anderen Obstunfug in in kleiner gelber Form. Diese seit Jahrhunderten existierende klassische Frucht vermutlich chinesischer Herkunft hat einen feinherben, leicht säuerlichen Geschmack, der in hohem Maße erfrischend wirkt. Für viele Kinderherzen standen damit die Wintermonate nicht nur für Schneeballschlachten und Weihnachtsgeschenke, sondern auch für den alljährlich wiederkehrenden Triumphzug der gelben Frucht, die selbst die Orange in ihre Schranken wies. Sobald die ersten Mandarinen in die Läden kamen, waren Kälte, grauer Himmel und trockene Luft vergessen, konnte man sich in ein bequemes Sofa hinein kuscheln und zu einem guten Film die eine oder andere Frucht zu Gemüte führen.


Bild: David Andel

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Wer arm ist, debattiert aus Neid

Neid ist die Beschreibung eines Gefühls, das man hat, wenn man etwas besitzen will, was andere schon ihr eigen nennen. Der seit Jahren zunehmend verwandte verbale Beißreflex namens Neiddebatte wiederum diskreditiert jegliche Kritik mancher Personenkreise an den Verhaltensweisen anderer Personenkreise, indem unterstellt wird, jede Kritik erfolge lediglich aus Neid und habe keine andere Ursache oder auch nur Substanz.


Bild: David Andel

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Letzte Worte

Betriebssysteme spielten bei Apple längst keine Rolle mehr. Die letzten Fehler in Snow Leopard waren erst im Herbst 2015 behoben worden – gute sechs Jahre nach der Markteinführung. Die TouchMe-Reihe verkaufte sich nach einem schleppenden Start noch besser als die 2017 eingeführten kleinen FeelMe-Modelle, und der MobileMe-Classic-Reihe folgte eine unglaublich verkaufsstarke HearMe-Linie, obgleich das HearMe Air monatelang kaum in den Läden zu finden war. Als Microsoft mit „The NeXT Windows“ 2021, also ein Jahr nach Steve Jobs’ Abschied aus dem Unternehmen auf den Markt kam, konnte kaum jemand glauben, was da passierte. Mithilfe ehemaliger Verbündeter im Konzern – und überraschenderweise auch Steve Wozniak, seinem Weggefährten früher Jahre – hatte der Firmengründer noch nach Kräften und zunehmend panisch versucht, den Einfluss von Microsoft auf Apple zu verhindern. Jobs’ Sohn Reed jedoch hatte vom Vater sämtliche Vollmachten erhalten und ließ seinem unübersehbaren Eifer Taten folgen. Reed Pauls erste Keynote auf der Macworld Expo 2020 sorgte für tosenden Applaus, er war weit besser als der Vater – oder erschreckender. Sein Satz „Once Apple was David and Microsoft Goliath. Now Microsoft is forgotten and just cries for help, so we’re ready to takeover.“ („Einst war Apple David und Microsoft Goliath. Jetzt ist Microsoft vergessen und schreit um Hilfe, also sind wir zur Übernahme bereit.“), wurde in allen Medien zitiert – der zum Nischenspezialisten degenerierte ehemalige Branchenriese war nach dem Freitod seines Vorstandssprechers zunächst zum weltweiten Objekt von Hohn und Spott und dann Übernahmekandidaten von Apple geworden.


Bild: David Andel

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Belgisches iPhone

Belgien hat in Sachen Apple seit kurzem einen großen Vorteil – und einen großen Nachteil. Dort gibt es das iPhone 3G ohne jeden Vertrag, ohne jeden Zwang, eine bestimmte SIM-Karte verwenden zu müssen. Das ist ein Vorteil, weil man sich dadurch unglaublich hohe laufende Kosten sparen kann. So bietet der belgische Provider Mobistar, der gleichzeitig das iPhone vertreibt, beispielsweise neben drei speziellen iPhone-Tarifen auch einen zum normalen Telefonvertrag zuschaltbaren Datentarif (EGDE, 3G, HSDPA) mit monatlicher Kündigungsfrist, der entweder mit 18 (200 MB) oder 30 Euro (zwei GB) pro Monat zu Buche schlägt.


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Ein internationales Produkt

Wikipedia lehrt uns, dass man unter Globalisierung den Prozess der zunehmenden internationalen Verflechtung in allen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Kommunikation etc.) verstehe. In der Wirklichkeit jedoch verhält es sich mit der Globalisierung wie mit dem Kommunismus – eine nette Theorie zwar, aber an der Menschheit völlig vorbei.

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Eröffnung der Wunschhölle

Da haben wir den Salat! Das neue iPhone ist raus und kann das, wonach jeder verlangt hat. Aber reicht uns das, um wirklich glücklich zu werden? Nein, natürlich nicht.

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Ein internationaler Konzern

Apple ist ein internationaler Konzern, ergo vermarktet und verkauft er seine Produkte weltweit. So war es bislang wenig verwunderlich, wenn Steve Jobs seine Keynotes auch in anderen Ländern hielt und Produktneuvorstellungen ebenso außerhalb der USA stattfanden. Nach und nach jedoch wiederholten sich die exterritorialen Keynotes inhaltlich, Neuheiten gab es keine mehr, während die Presseveranstaltungen in Köln, Paris und London immer bescheidener wurden und sich dann irgendwann vollständig in Wohlgefallen auflösten. Apple zeigte nur noch unlustig Präsenz, gab sich wortkarg, brachte es gar fertig, den Europäern in Köln und Paris 2007 kein einziges iPhone vorzuführen.

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Das Tor zur Welt fiel zu

Selten fällt eine Internetverbindung mal für mehr als nur einen kurzen Zeitraum aus. Dennoch kommt es vor, so auch beim Verfasser dieser Zeilen. Mit ihm verloren 5.500 Kunden eines kleinen DSL-Providers für eine Woche ihren Internetzugang, vorausgegangen war ein Rechnungsstreit mit dem örtlichen Ex-Monopolisten. Es geschah an einem Mittwoch früh, das ADSL2+-Modem fand keine Gegenstelle zum Synchronisieren mehr, die vom Anbieter vorschnell genannten Ursachen und Zeitangaben stellten sich nach und nach allesamt als falsch heraus, es folgten gegenseitige Schuldzuweisungen und später auch eine einstweilige Verfügung des kleinen Dienstleisters gegen den großen Telekommunikationsriesen, in deren weiterem Verlauf die Leitungen binnen zehn Stunden wieder lauffähig gemacht werden mussten – das war allerdings erst eine geschlagene Woche später. Das Ganze geschah nicht irgendwo in Deutschland, sondern in Europas Hauptstadt Brüssel.

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Woher kommt das Design von Apple?

Apple wäre ohne prägnanten gestalterischen Moment nur eines von vielen Unternehmen und längst als technologischer Eigenbrötler gescheitert. Was war und ist überhaupt das oft gerühmte Apple-Design und woher kommt es?


Bild: Apple

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Still mind the gap

Blicken wir zurück. Der von Apple am 20. Juli 2000 auf der Macworld Expo in New York City vorgestellte Power Mac G4 Cube war trotz aller Innovation Spätgeborener einer zum baldigen Ableben verdammten Classic-Generation. Von Mac OS X kursierten einzig wenig alltagstaugliche Developer Previews, und die Public Beta erschien erst drei Monate später. Die 450 MHz-Variante des Würfels kostete zum Startschuss mit 4499 DM gerade mal 250 Euro weniger als heute ein Mac Pro mit acht Prozessorkernen und über sechsmal höherer Taktrate. Schon im Oktober des gleichen Jahres sank der Preis des Cube zwar um gut 500 Euro. Trotzdem verfehlte er seine Abnehmer, und Anfang Juli 2001 – gut drei Monate nach offizieller Einführung von Mac OS X – wurde das abermals im Preis herabgesetzte (zuletzt knapp 1500 Euro billige) und vom Markt nicht akzeptierte Modell schließlich eingestellt. Schon zur Macworld Expo kurz nach dem Todesstoß rechneten die Fans mit einem Nachfolger, der jedoch bis zum heutigen Tag auf sich warten lässt.

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Eine halbe Milliarde Einwohner

Laut Wikipedia ist die Europäische Union (EU) ein aus 27 Staaten bestehender Verbund mit rund einer halben Milliarde Einwohner, die zusammen das größte Bruttoinlandsprodukt der Welt erwirtschaften. Auch wenn die administrative Seite der EU heute gerne von Lobby- und Doktrin-gesteuerten Politikern als willkommener Ausrede-Umweg zur Durchsetzung nicht selten verfassungsgefährdender und bürgerferner Maßnahmen wie dem „Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG“ missbraucht wird, so ist jener Staatenbund doch unverändert ein leuchtendes Beispiel für die Fähigkeit zur Integration zahlreicher Völker und Sprachen.

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Ein seltsames Update

Apple pflegt weiterhin auf fast professionelle Weise eine kleine aber feine Liste von Fehlverhalten in Mac OS X 10.5 Leopard. Das Update auf Mac OS X 10.5.2 hätte ein für alle schmerzlindernder Weg sein können, diese zu beseitigen. Leider passierte das auch diesmal nicht in der erwarteten Vollendung. So sind uns nicht nur die in Ausgabe 01.2008 an dieser Stelle erwähnten Ungereimtheiten erhalten geblieben. Unverändert anwesend sind auch zahlreiche mit Leopard neu eingeführte Bugs.

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Der Dollar, der ein Euro war

Es war einmal ein großer Dollar, der wurde immer kleiner – oder aber, es war einmal ein kleiner Euro, der wurde immer größer. Naja, jeder weiß, worum es geht, denkt er an den US-Dollar und den uns Europäern vertrauten Euro. Der eine sackte fast bodenlos ab, der andere wurde immer teurer. Und so ist es wenig verwunderlich, dass US-Produkte fortwährend günstiger werden, während Exportgüter europäischer Herkunft schwere Absatzprobleme haben. Knapp anderthalb US-Dollar erhält der Tauschwillige für seinen Euro – so er ihn hergeben mag, während es 2003 noch eine Pattsituation war. Kurz nach der Jahrtausendwende stellte der US-Dollar sogar vereinzelt die stärkere Währung.

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