1984

Frisch verheiratet, brachte Erich Mustermann seiner Frau immer dann Rosen mit, wenn er gerade an einem Blumenladen vorbeikam. Schnell wurde offenbar, dass die rote Blütenpracht in Tante Gerdas rustikaler Vase nicht sonderlich zur Geltung kam. Flugs schaute sich der Göttergatte nach einem passenden Behältnis um und wurde bei Rosenthal fündig. Formvollendet und aus schwarzem Porzellan war sie edel wie teuer, sprengte leider das vorhandene Budget. Mustermann stellte die Vase zurück ins Regal, es gibt ja auch IKEA. Gekauft wurde besagte Edelvase dann vom Serientäter Fritz Haarmann, der damit sein erstes Opfer erschlug. Die ermittelnden Behörden standen unter hohem Aufklärungsdruck und stießen durch die biometrischen Merkmale der neuen Ausweisdokumente schnell auf die Fingerabdrücke Mustermanns …

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Steve, der Palästinenser

Jetzt ist es raus: laut NYDailyNews zumindest ist Steve Jobs biologischer Sohn des palästinensisch-syrischen Politikwissenschaftlers Abdulfattah Jandali und damit ein halber Araber. Erzählt hat es dem iCEO ein Journalist namens Fredric Alan Maxwell, Jobs eisige Reaktion darauf war der E-Mail-Einzeiler „Are you a nut case?“ („Sind Sie ein Fall für den Irrenarzt?“), woraufhin Maxwell kühn entgegnete „Are you?“ („Sind Sie einer?“).


Bild: Berechtigterweise unbekannt

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Steves Angebot der Woche

Apple ist endgültig der Berechenbarkeit entronnen und hat es nach Jahren der Pflege eines Paralleluniversums zudem geschafft, die reale Welt zu erobern. Es scheint nun keine Rolle mehr zu spielen, was wann wo veröffentlicht wird, denn der Rubel rollt einfach. Das Prinzip Harry Potter, Robbie Williams, Paris Hilton, Tamagotchi oder was auch sonst immer automatisch zu Geld wird, hat sich seit dem iPod auch Apple zu Eigen gemacht und veröffentlicht querbeet Produkte, die kein Mensch mehr erwartet und doch jeder gutheißen wird. Und gäbe es denn eine Erwartungshaltung irgendwo, Steve Jobs würde womöglich jede noch so plausible Idee erst weit von sich weisen und dann wenige Monate später doch umsetzen, so geschehen beim iPod mit Videofunktion.

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Äh?

Das Gegenlesen vieler Texte kann schnell langatmig, zum regelrechten „Frusterlebnis“ werden, wäre da nicht der reizvolle Vorschlag des in Mac OS X integrierten Salzstreuers unfreiwilliger Komik namens Rechtschreibprüfung, daraus ein „Brusterlebnis“ zu machen. Das lässt sich der Verfasser dieser Zeilen nicht zweimal sagen, schon kurz zuvor sollte ja aus der „Leibesertüchtigung“ die „Liebesertüchtigung“ werden. Aber muss es gleich so hochgradig pervers wie eine „Buckelorgie“ werden, ist mal von einer eher wenig angenehmen „Ruckelorgie“ in einem Videoprogramm die Rede? Und woher bitte schön den erotischen Anteil bei der banalen Textkorrektur nehmen, wenn nicht stehlen? Auch ein dazu passender Vorschlag ist nicht weit, soll doch aus Kollegin „Stanek“, Frau „Stahnke“ werden, die (im Gegensatz zu Frau Stanek natürlich!) ja vermeintlich zu allem bereit ist, verschafft man ihr auch nur ein klein wenig Publicity …


Bild: Bildschirmfoto

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Von der Wiege bis zur Bahre

Wer liebt das nicht? Auf einer WWW-Seite findet sich der Verweis zu einem womöglich interessanten Artikel. Allein die Schlagzeile ist verheißungsvoll, das Thema verfolgt uns schon die ganze Zeit. Doch ein Mausklick führt uns nicht etwa zum spannenden Info-Schmankerl, sondern zum schlimmsten Schrecken des Internets, Alptraum eines jeden Datenreisenden, Coitus Interruptus des Lustwandlers in der Informationsgesellschaft – einem ganz miesen kleinen dreckigen Formular. Voller Hinterlist und Tücke stellt es sich wie ein wuchtiger Tür steher aus dem Rotlichtmilieu mitten in den Weg zur Information: Wer bist Du überhaupt, was willst Du hier, zeig mir erst mal Deinen Ausweis!

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Es piepst wohl!

Was ist ein Signalton und wozu gibt es ihn? Er dient wohl dazu, dass sich ein Gerät ohne Sprachfähigkeiten bemerkbar machen kann. Aber können unsere kleinen und großen elektronischen Begleiter mittlerweile nicht längst sprechen und ist gleichzeitig der fürs Vokabular nötige Speicherplatz nicht längst spottbillig geworden? Hatten wir uns nicht sogar schon mit Peter Schiffs Stimme in Kubricks Weltraumodyssee angefreundet und hielten das für die Zukunft?

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Zu Besuch bei Joumana Medlej

„Klar, ich bin mit meinem Mac ja verheiratet“, reagierte sie selbstironisch auf unsere Bitte um ein Interview. Sie ist Sympathieträgerin sowohl für ihr Land wie für den Mac, nutzt schon seit Jahren intensiv die Kommunikationsmittel des Internet zur Werbung für ihre vielfältige Arbeit und Schilderung ihrer Weltanschauung. Im Juni, inmitten eines weltweit mit großer Aufmerksamkeit beobachteten politischen Wahlprozesses, haben wir die libanesische Künstlerin Joumana Medlej in Beirut besucht.


Bild: David Andel

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Alles Pippifax!

Es gibt einen Satz, der den Verfasser dieses Beitrags schnurstracks auf die Palme bringt: „Schicken Sie uns doch einfach ein Fax!“ Einfach? Gewiss, kein Weltuntergang, keine schwere Krankheit, kein Tod und Verderben. Dennoch, eine elende Technologie-Antiquität diese Faxerei, eine Kommunikationsbelästigung erster Güte und Ursache oft sogar stundenlanger Zeitverluste.


Bild: HOsy - intelligent software

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Ab ovo usque ad mala

Das vom Apple-Firmenchef höchstpersönlich zum Bestseller beförderte Buch „iCon: Steve Jobs, the Greatest Second Act in the History of Business“ (ISBN: 0471720836) lässt erneut tief in die Welt eines manischen Perfektionisten einblicken. Anhand der kleinen Geschichte über die Entscheidungsfindung der Familie Jobs in Sachen Waschmaschinenkauf wird klar, welche finsteren Kräfte tagtäglich am mittlerweile fünfzigjährigen Visionär zerren müssen.

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Marken vernichten

Wer die Begriffe „song lyrics inside“ eingoogelt, stößt auf eine ganze Reihe musikalischer Ergüsse mit dem Wörtchen „Inside“ im Titel, beispielsweise „Devil Inside“ der Japanerin Utada, „Underwear Goes Inside The Pants“ der Dänen von „Lazyboy“, „Leave It Inside“ der US-Amerikanerin Toby Lightman oder „Inside Out“ von Trisha Yearwood (ebenfalls USA). Geht es aber nach dem Verständnis des US-amerikanischen Chip- Produzenten Intel, gehört das Wörtchen „Inside“ mittlerweile ihm allein.

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Zeit für einen Wechsel?

Über fünf Jahre ist es her, da gab es von Apple noch quietschbunte iMacs, einen blauen Power Mac, schwarze PowerBooks mit Silhouetten-Formfaktor und „unkaputtbare“ iBooks, die wie riesige Schminkspiegel oder Klodeckel mit psychedelischen Hintergedanken aussahen. Abgesehen vom PowerBook-Design zeichnete der Brite Jonathan Ive schon damals für die Gestaltung der Apple-Produktlinie verantwortlich – vom Experimentiertrieb in Sachen Farben und Formen ist allerdings kaum etwas übrig geblieben.

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Macht der Versuchung

Viele Menschen legen sich beruflich im Leben schon leichtsinnig früh fest, etwa um eine so genannte „Ausbildung“ und damit ein vermeintliches Existenzrecht in einer jedoch an fachlich fi xierter Arbeitskraft zunehmend desinteressierten Gesellschaft zu erwerben. Sie heiraten oft ebenso früh, um aus den Zwängen des Elternhauses in die Zwänge der institutionalisierten Partnerschaft zu wechseln, verschulden sich früh, um die vier Wände eines meist viel zu kleinen, viel zu kompromissbehafteten Eigenheims bewohnen zu können, das tatsächlich aber noch lange zu den wirksam eingesetzten Druckmitteln eines Kreditinstitutes gehört und resignieren dann bei weitem zu früh, um nicht anzuecken, aufzufallen oder sich anzustrengen. Natürlich gehen alle diese Schnellschüsse nach hinten los und treffen exakt denjenigen, der sich dadurch sicher und zugehörig wähnte. Natürlich hätte sich das alles längst erahnen lassen, bestünde generell die Bereitschaft zur (Selbst-)Refl exion, zum Zweifel.

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Halbe Portion

Jahrelang haben sich alte und neue Fans der legendären Understatement- Maschine einen Nachfolger des Power Mac G4 Cube gewünscht. Ein Gerät für Ästheten wie Puristen, das mit elegantem Äußeren und kaum wahrnehmbaren akustischen Lebenszeichen auch im privaten Umfeld seine unzähligen Talente entfaltet. Im Zusammenhang mit Computern noch exklusiv von Arbeitsplatzgeräten zu reden, ist sowieso längst unrealistisch geworden. Wir fertigen und kopieren privat Ton- und Bildträger, organisieren unsere private Audio- und Videosammlung, informieren uns in einem weltumfassenden Datennetz, spielen alle möglichen albernen wie herausfordernden Spielchen durch und lassen unsere binären Sklaven auch private Faxe und Anrufe entgegennehmen. Ganz klar ist da ein Markt außerhalb vom Schreibtisch im Großraumbüro.

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